Unfall-Typen: Fall 1 (Archivversion)

Die weitaus meisten Unfälle, bei denen ein Motorrad und ein Pkw beteiligt sind und der Pkw-Fahrer die Schuld am Unfall trägt - dies gilt für zwei Drittel aller Unfälle - und bei denen der Motorradfahrer verletzt wird, ereignen sich bei einem Unfall im Kreuzungsbereich, der hier als Fall 1 dargestellt wird. Das Motorrad kommt von links auf einer Vorfahrtstraße auf eine Kreuzung zu, ein Pkw biegt in die Vorfahrtstraße ein oder überquert sie. Das Büro für KFZ-Technik des VDS hat hier 156 Unfälle untersucht, das entspricht 31 Prozent der insgesamt betrachteten Unfälle. Es fiel auf, daß in vielen Fällen der Motorradfahrer völlig übersehen wurde, egal ob er das Licht eingeschaltet hatte oder aufällige Schutzkleidung trug. Sehr oft behaupteten die schuldigen Autolenker, daß der Motorradfahrer viel zu schnell gefahren sei und das Licht nicht eingeschaltet hehabt hätte. In allen Fällen konnte aber durch ein Lampengutachten nachgewiesen werden, daß das Licht am Motorrad sehr wohl eingeschaltet war. Häufig wurde dem in die Vorfahrtstraße einbiegenden Autofahrer die Sicht auf das Motorrad durch andere Fahrzeuge versperrt. Bei einem anderen Teil der Unfälle war die Sicht auf den Biker durch den tiefen Sonnenstand oder durch Hell/Dunkelzonen in Waldstücken beeinträchtigt. Wie wenig die Silhouette eines Motorrads dem durchschnittlich geschulten Autofahrer ins Auge springt, belegen etliche Unfälle an völlig übersichtlichen Kreuzungen außerhalb geschlossener Ortschaften, bei denen die Vorfahrtstraße schnurgerade verlief und kilometerweit einzusehen war.

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