VdS-Untersuchung über Pkw/Motorrad-Unfälle (Archivversion) Unfall

Fall fünf der Analysen von Kollisionen zwischen Pkw und Motorrädern des Büros für Kfz-Technik (Verband der Schadensversicherer) beschäftigt sich mit einem Unfalltypus, der von der Gesamtmenge der untersuchten Unfälle elf Prozent ausmacht. Es handelt sich um Unfälle, bei denen ein Motorradfahrer einen Pkw überholt, der - und nun sind zwei Unterfälle zu betrachten - entweder abbiegen will oder die Fahrspur wechseln möchte. Beidesmal besteht die Hauptgefahr darin, daß sich der Biker im sogenannten »toten Winkel« des Rückspiegels des Pkw aufhält. Es gehört zwar zum Ausbildungsinhalt des Fahrschulunterrichts, zu erklären, was der tote Winkel bedeutet, nämlich daß es sich um jenen Bereich seitlich hinter dem Pkw handelt, der im Spiegel nicht zu sehen ist. Doch die Konsequenz daraus, daß sich der Autofahrer beim Spurwechsel und beim Abbiegen zusätzlich umdrehen muß, um den seitlich hinter ihm fahrenden Verkehrsteilnehmer zu erkennen, ist nur die halbe Miete. Genauso wichtig wäre es im Klasse 1-Unterricht, den angehenden Biker davor zu warnen, sich in diesem toten Winkel aufzuhalten. Denn dort befindet er sich in großer Gefahr. Beim hier beschriebenen Unfalltyp liegt das größte Verletzungsrisiko für den Motorradfahrer darin, daß er auf die Gegenfahrbahn abgedrängt wird, auf ein entgegenkommendes Fahrzeug prallt oder gegen die Leitplanke oder ein anderes Hindernis am Wegesrand geschleudert wird. Wenn ein einzelnes Auto oder eine Kolonne sichtlich das Tempo verringert, sollte der Biker daraus nicht folgern, daß er ungefährdet überholen kann, sondern er sollte gerade dann mit einem Abbiegevorgang rechnen, sei es in eine Einfahrt oder in eine Seitenstraße.

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