VdS-Untersuchung über PKW/Motorrad-Unfälle (Archivversion) Unfall

In sechs Folgen stellt MOTORRAD klassische Unfallsituationen zwischen Auto und Motorrad dar, bei denen letztes Jahr etwa 16 000 Biker verletzt und 904 getötet wurden. Das Büro für Kfz-Technik hat für den Verband der Schadensversicherer diese Unfälle analysiert, um Verhaltensempfehlungen geben zu können und um die Ausbildung in den Fahrschulen mit neuen Erkenntnissen nach vorn zu bringen. Im Fallbeispiel drei - 26 Prozent der untersuchten Unfälle verliefen nach diesem Schema - biegt ein Pkw links über die Gegenfahrbahn ab und nimmt dem entgegenkommenden Biker die Vorfahrt. Zwei Situationen sind hier zu unterscheiden: Einmal biegt der Wagen in eine Hofeinfahrt, Tankstelle, einen Parkplatz oder ähnliches ab. Im anderen Fall ereignet sich der Unfall im Bereich einer Kreuzung. In beiden Fällen ist die Unfallgefahr besonders hoch, wenn der abbiegende Pkw ein oder mehrere entgegenkommende Fahrzeuge passieren läßt und dann vor dem herannahenden Motorrad abbiegt. Offenbar entsteht beim Autofahrer eine Art Automatismus. Sobald kein Pkw mehr entgegenkommt, scheint die Straße frei, der Wagen biegt ab. Wie schon in den anderen Unfallsituationen wird der Biker völlig ignoriert. In Kreuzungen fiel noch etwas anderes auf: Obwohl der Pkw-Lenker den auf der Gegenfahrbahn wartenden Biker erkennt, biegt er trotzdem vor dessen Nase ab. Vermutlich, weil er das Beschleunigungsvermögen des Bikes unterschätzt und glaubt, das Motorrad würde erst hinter ihm vorbeifahren. In einigen Fällen wurde wieder deutlich, daß die Unfallgefahr durch die verminderte Sichtbarkeit - Sonne im Rücken des Motorradfahrers oder Waldstrecken mit unterbrochener Sonneneinstrahlung - stark zunahm.

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