VdS-Untersuchung über Pkw/Motorrad-Unfälle (Archivversion) Unfall

MOTORRAD hat mit Ausgabe 15/1996 mit der Darstellung typischer Unfallsituationen begonnen, die auf einer neuen Untersuchung des Büros für Kfz-Technik des Verbandes der Schadensversicherer basieren. Der Leiter des Büros, Dr. Alexander Sporner, hat hierfür 506 Unfälle zwischen Pkw und Motorrädern, bei denen der Biker verletzt wurde, analysiert. Die weitaus meisten Unfälle geschehen danach durch Vorfahrtverletzung zu großen Teilen innerorts und häufig in Geschwindigkeitsbereichen unterhalb 50 km/h, wie es ebenfalls die erste Fallbeschreibung im vorigen Heft zeigte. Im Fall 2 typischer Unfallsituationen fährt der Biker auf einer Vorfahrtstraße, wie im obigen Bild zu sehen, während der Pkw die Vorfahrtstraße überquert oder nach links in sie einbiegt. Elf Prozent aller Unfälle mit verletztem Motorradfahrer passieren so. Einige Auffälligkeiten, die als Indikator für besondere Gefahr dienen können, seien hier beschrieben. Besonders problematisch können Ampelanlagen sein, die auf Blinklicht geschaltet wurden. Der Biker wiegt sich in Sicherheit, währen der Pkw, der Vorfahrt gewähren muß, verunsichert ist, da die Ampel nicht eindeutig rot oder grün zeigt. Seine Aufmerksamkeit wird vermutlich geschmälert. Als ebenso gefährlich erweisen sich Kreuzungen, an denen rechts vor links gilt, also keine speziellen Verkehrszeichen die Vorfahrt regeln. Oft wurde der Sichtbereich durch Hecken, Bäume, Sportanlagen oder ähnliches weiter herabgesetzt. Überraschend viele Vorfahrtverletzungen ereignen sich, obwohl ein Stopschild eindeutig die Vorfahrtsituation bestimmt. Die Analyse ergab, daß in diesen Fällen der Pkw-Fahrer durch Mitfahrer, häufig Kinder, abgelenkt wurde.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote