Verschleißmessung

Die Tabelle zeigt den Reifenverschleiß auf der über 5350 Kilometer langen Verschließfahrt bis in den tiefen Süden Italiens.

Während Käufer von Sportreifen ihr Augenmerk weniger auf hohe Laufleistungen denn maximalen Kurvengrip legen, spielt das Kriterium Verschleiß im Segment der Tourensportreifen eine große Rolle. Wer mag schon auf einer Reise ans Nordkap unterwegs neue Gummis aufziehen? Grund genug für MOTORRAD, die sieben Reifenpaarungen einem Verschleißtest zu unterziehen. Zu diesem Zweck scheuchte die Redaktion sieben Triumph Sprint ST gut 5000 Kilometer durch Italien (siehe auch Seite 86). Etwa alle 200 Kilometer wurden die Motorräder getauscht, die Fahrer behielten jedoch ihre Position innerhalb des Siebener-Konvois bei. Auf diese Weise gleichen sich mögliche Unterschiede in der Fahrweise sowie in den Fahrergewichten aus, und es herrschen absolut vergleichbare Testbedingungen. Denn nur wenn Temperaturen, Geschwindigkeit, Strecke, Bodenbeschaffenheit und Fahrzeuge gleich sind, lässt sich das Abriebverhalten seriös bewerten.

Zu den identischen Testbedingungen gehört selbstverständlich gleicher Reifendruck bei allen Kandidaten. Diesen legte MOTORRAD auf Empfehlung von Triumph auf 2,5 bar vorn und 2,9 bar hinten fest. All diese Parameter beeinflussen den Faktor Abrieb. Geringerer Reifendruck würde beispielsweise die Temperaturen in der Reifenoberfläche erhöhen und zu einem höheren Verschleiß führen. Ebenso spielen Fahrstrecke und Fahrweise eine Rolle. Wer mit 80 km/h gleichmäßig über die Autobahn zuckelt, kommt wesentlich weiter als ein Motorradfahrer, der mit denselben Pneus am Limit auf der Rennstrecke seine Runden dreht.
Anzeige
MOTORRAD entschied sich, die Tourensportreifen auf der Langdistanz zu testen. Etwa 75 Prozent der Fahrstrecke führte über die Autobahn, der Rest über Landstraßen. Die unterschiedlichen Anforderungen an die Bereifung zeigen sich deutlich an nebenstehendem Diagramm. Hohe Belastungen (hohe Geschwindigkeiten oder flotte Landstraßenfahrt) führen zu vergleichsweise hohem Abrieb – die Verschleißkurven fallen steiler ab. Der im Vergleich zu den Hinterreifen geringe Vorderradverschleiß hat unter anderem damit zu tun, dass es auf Autobahnpassagen selten zu Bremsmanövern kommt, die den Reifen zusetzen. Das Hinterrad hingegen muss stets für den Vortrieb sorgen – und das führt zu Gummiabrieb. Hätte der Verschleißtest ausschließlich auf kurvigen Landstraßen stattgefunden, wäre der gemessene Abrieb (nicht nur am Vorderrad, sondern insgesamt) wesentlich höher ausgefallen.

In die Punktewertung auf Seite 84 fließt der Vorderradverschleiß mit maximal 20, der Hinterradverschleiß mit maximal 30 Punkten ein. Dabei wird die theoretisch mögliche Laufleistung bis zum Erreichen der minimalen Profiltiefe von 1,6 Millimetern errechnet. Gemessen und bewertet wurde die Profiltiefe im Bereich der Laufflächenmitte an mehreren markierten Stellen. Wie erklärt, hängt die Kilometerleistung von vielen Faktoren ab und kann bei anderem Einsatz entsprechend nach oben oder unten abweichen. Doch nach MOTORRAD-Erfahrung ändert sich die Reihenfolge der Verschleißergebnisse dadurch nicht.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote