Versicherungstarife: DEVK verlangt hohe Prämie von Altkunden (Archivversion) Abgezockt / Interview

Horst Kaiser war sauer auf seine Kfz-Versicherung: Die DEVK knöpfte ihm für seine Honda genau das Doppelte von der Summe ab, die als Kaskotarif im großen Versicherungsvergleich von MOTORRAD (Heft 3/1996) angegeben war. Auf Anfrage von MOTORRAD begründete die DEVK diese enorme Differenz damit, daß mit Kaiser kein Neuvertrag abgeschlossen worden sei, sein Kontrakt sei lediglich geändert worden.Versicherungen können sich bei der Tarifierung auf die Bedingungen berufen, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gültig waren. Für den Fall, daß die Konditionen generell besser werden - und das tun sie, weil Motorradfahrer prozentual in immer weniger Unfälle verwickelt werden -, gilt: Die Assekuranzen können dem Kunden die dadurch mögliche günstigere Prämie zukommen lassen, müssen das aber nicht. Angesichts der verschärften Konkurrenz unter den Gesellschaften ist die Versuchung natürlich groß, mit den zu hohen Beiträgen der Altkunden die knapp kalkulierten Tarife für Neukunden zu subventionieren.Doch ist kein Versicherter gezwungen, diese Umverteilung einfach hinzunehmen. Er kann darauf bestehen, daß sein Vertrag den aktuellen Prämien angepaßt wird, muß dann freilich die geänderten Versicherungsbedingungen insgesamt akzeptieren. Was in der Regel keine Probleme mit sich bringen dürfte. So bestätigte die DEVK, daß die für 1995 und 1996 neu berechnete Kasko »im Vergleich zu früher eingeführten Tarifen ein niedrigeres Beitragsniveau habe, weil sie auf anderen Kalkulationsgrundlagen mit günstigeren Schadensbedarfswerten basiere«.Kunde Kaiser protestierte gegen seine Ungleichbehandlung, MOTORRAD assistierte. Resultat: Die DEVK erstattete Kaiser den zuviel bezahlten Betrag zurück. Zu spät. Kaiser hat seinen Vertrag gekündigt und bei einer anderen Versicherung unterzeichnet. str

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