Versicherungstarife Leichtkrafträder und -roller (Archivversion)

Fakten, Fakten, Fakten

Dank neuer Führerscheinregelung brechen Leichtkrafträder und -roller alle Zulassungsrekorde. Erfreulicherweise bleiben die Versicherungsprämien bezahlbar -außer für Jugendliche.

Vater Staat meint es gut mit seinen Bürgern. Jugendliche zum Beispiel - so glauben die verkehrspolitischen Staatsdiener - müssen vor sich selbst und ihrem sprichwörtlichen jugendlichen Leichtsinn geschützt werden. 80 km/h Höchstgeschwindigkeit sei für die 16- bis 18jährigen schnell genug, befand der Gesetzgeber und schrieb das im Führerschein 1B fest. Auch die Versicherer, denen noch keine Unfallzahlen vorliegen - schließlich existiert die Führerscheinregelung erst seit Frühjahr 1996 -, gehen auf Nummer Sicher. Die Prämien für die Haftpflicht von Leichtkrafträdern haben sie deswegen so hoch angesetzt, daß sie auf keinen Fall Miese machen: zwischen 600 und 1200 Mark (siehe Tabelle). Etwa soviel wie für eine 146 PS starke Yamaha R1, die locker 270 km/h macht. Empfehlung: Roller fahren. Zwischen 250 und 524 Mark pro Jahr (bei 100 Prozent) sind die gedrosselten Scooter bereits zu versichern - und sie laufen genausoschnell wie die Leichtkrafträder. Warum sind die Scooterprämien eigentlich niedriger? »Die Schadenverläufe sind einfach günstiger«, meint Britta Fischer von der Württembergischen Versicherung. Ihr Arbeitgeber hat bereits letztes Jahr in allen Leistungsklassen unterschiedliche Tarife für Roller und Motorräder eingeführt. Womit wir bei einem erfreulicheren Kapitel wären: den Prämien für 125er Fahrer über 18 Jahren. Ab der Volljährigkeit wird der Einstieg ins Motorradleben zumindest in der 125er Klasse richtig preiswert. Häufig entsprechen die Tarife den zehn- beziehungsweise 17-PS-Motorradklassen, und das ist nicht die Welt. Die preiswertesten auszusuchen fällt mit der nebenstehenden Tabelle nicht schwer. Sie sind schwarz unterlegt. Solange Autofahrer, die lang genug am Pkw-Volant drehen - Stichtag ist hier bekanntlich der 1.April 1980 - der Zweiradlust derart preiswert frönen können, dürfte der Boom bei den 125ern anhalten. Gut 300000 Stück stehen mittlerweile in den Garagen und Hinterhöfen, und es werden immer mehr. Es sei denn, es bewahrheitet sich, was ein Mitarbeiter des Statistischen Bundesamts herausgefunden zu haben glaubt: »Wir haben im letzten Jahr bei den 35jährigen und Älteren einen kräftigen Zuwachs der Unfälle zu verzeichnen. Das dürften wohl in der Mehrzahl Leichtkraftradfahrer sein.« Elmar Forke vom Institut für Zweiradsicherheit will so weit nicht gehen: »Um sinnvolle Aussagen zur Unfallentwicklung machen zu können, müssen wir auch den gestiegenen Bestand miteinbeziehen. Soweit sind wir noch nicht.«
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Versicherungstarife für Leichtkrafträder: Übersicht (Archivversion)

Biker, die Auto und Motorrad bei derselben Assekurranz versichern, bekommen manchmal einen extra Rabatt. Das nennt man Zweitfahrzeugregelung. Aber Achtung: diese ist häufig gekoppelt mit der sogenannten Alleinfahrerklausel, wo dann nur der Halter und der Ehepartner das Fahrzeug fahren dürfen.- Die übliche Abstufung beim Schadenfreiheitsrabatt sieht so aus: SF 0 zu Anfang sind 100 Prozent, SF ½ nach einem halben Jahr = 70 Prozent, SF1 = 65 Prozent, SF2 = 65 bzw. 60 Prozent, SF 3 = 45 Prozent. Die Neckura bietet Herabstufungen bis 30 Prozent nach sieben Schadenfreien Jahren an.- Die Teilkaskoprämie ist nicht rabattfähig, das heißt, sie kostet immer dasselbe, egal wie lange der Vertrag läuft. - Bei jedem Fahrzeug- oder Halterwechsel kann man auch die Versicherung wechseln. Ein bestehender Vertrag muß spätestens vier Wochen vor der Hauptfälligkeit - das ist meist der 1. Januar - gekündigt werden, unabhängig von der Laufzeit des Vertrages. Zum Führerschein:Ab 16 Jahre: Führerschein Klasse 1b, maximal 80 km/h. Ab 18 Jahre: Führerschein Klasse 1b, oder Klasse 3, ausgestellt vor dem 1.4.1980, maximal 15 PS. Für 125er mit mehr als 15 PS braucht man Klasse 1a oder 1;

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