Verzögerung/Betätigungskraft

Dass moderne Bremsen recht effektiv arbeiten, zeigen durchweg gute Zensuren im Kriterium Verzögerung / Betätigungskraft: Irgendwo zwischen 22 und 26 von 30 möglichen Punkten landet das Gros der Maschinen. Die meisten modernen Motorräder lassen sich von einem routinierten Tester aus 100 km/h innerhalb von 40 Metern zum Stillstand bringen, was einer mittleren Verzögerung von 9,6 m/s2 entspricht. Die Besten brauchen sogar nur 36,5 Meter, also 10,6 m/s2, das untere Ende markiert die Buell Firebolt mit 43,3 Metern (8,9 m/s2). Im Top-Test sind Schwachpunkte am Messschrieb deutlich zu erkennen. Bei guten Bremsen kann sich der Fahrer schnell ans Limit tasten und hält den hohen Wert nahezu konstant bis zum Stillstand. Starke Schwankungen der Verzögerung deuten an, dass der Pilot mit einem abhebenden Hinterrad oder blockierenden Rädern kämpft. Die Bremse wird aber nicht nur auf dem Messparcours beurteilt, sondern auch auf der MOTORRAD-Testrunde. Denn unter weniger optimalen Bedingungen kann die Effektivität einer Bremse je nach Fahrwerk, Federelementen und Bereifung mehr oder weniger stark reduziert werden. Dort sind so effektive Verzögerungswerte wie auf dem ebenen, griffigen Testgelände zwar nur selten realisierbar, die Qualitäten einer guten Bremsanlage kommen aber umso deutlicher zum Tragen. Geringe Betätigungskräfte sind grundsätzlich zu begrüßen und werden entsprechend honoriert, solange die Dosierbarkeit nicht beeinträchtigt ist. Aber das ist ein anderes Kapitel.

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