Vollgutachten (Archivversion)

Voll-
gutachten
Wann ist ein Vollgutachten für ein Motorrad nötig, und was kostet mich der Spaß?
Franz Billinger, TÜV Süd in München, www.tuev-sued.de:
Ein Vollgutachten nach Paragraph 21 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) ist grundsätzlich dann nötig, wenn Sie Ihr Motorrad nach einer endgültigen Stilllegung, also nach 18 Monaten ohne Zulassung, wieder in Betrieb nehmen
wollen oder wenn Sie ein Motorrad ohne Typbezeichnung erstmals zulassen. In
der Regel hat das Bike ja eine EG-Typgenehmigung und kann ohne Extragutachten zugelassen werden. Mit einem Vollgutachten bestätigt ein Sachverständiger die Vorschriftsmäßigkeit eines Fahrzeugs und beschreibt es. In der Minimal-
version eines Vollgutachtens liegen alle
erforderlichen Unterlagen, zum Beispiel auch die von entsprechenden Teileher-
stellern sowie nötige Messprotokolle und Prüfberichte, bereits vor. Der Sachverständige prüft diese dann auf Schlüssigkeit und Plausibilität und erstellt anhand der Unterlagen ein Gutachten – lediglich Papierkram könnte man sagen. In diesem Fall können Sie nach einer Stilllegung mit einer Grundgebühr von 33 Euro, bei einer Erstzulassung von 53 Euro rechnen. Bei einer Neuzulassung, wenn Sie etwa in
Ihrer Garage ein eigenes Bike entwickelt und zusammengebaut haben oder wenn Sie ein nicht typgeprüftes Motorrad importieren, kann es allerdings teurer werden. Liegen nur wenige oder keine Unterlagen vor, dann sind viele Prüfungen und Untersuchungen durch einen Sachverständigen notwendig, und es können unter Um-
ständen Kosten von einigen hundert oder
im Extremfall sogar tausend Euro anfallen. Eine Bremse zum Beispiel muss in verschiedenen Fahrtests auf ihre Funktion
geprüft werden. Außerdem muss die
technisch einwandfreie und zuverlässige
Konstruktion sichergestellt sein. Mein Tipp: Lassen Sie sich möglichst früh von uns beraten – noch bevor Sie eine nicht serienmäßige Maschine kaufen!

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