Von ungefähr (Archivversion) Von ungefähr

Kodex für Biker auf Nord-Ostsee-Kanalfähren

Aufbocken, draufhocken, abbremsen - so sollen sich Motorradfahrer auf den Fähren über den Nord-Ostsee-Kanal verhalten. Auf Schildern fordern die Betreiber der 13 Fährverbindungen die Biker auf, ihre Maschinen während der Überfahrt auf Haupt- oder Seitenständer zu stellen, sich draufzusetzen und die ganze Zeit über die Vorderbremse anzuziehen. Wer sich nicht an diese Vorschriften hält, verliert im Fall eines Schadens eventuelle Haftungsansprüche. Daß das Vorderrad in der Luft baumelt, auf dem aufgebockten Bike die Beine nicht immer bis auf die Schiffsplanken reichen - das alles scheint der zuständigen Wasser- und Schiffahrtsdirektion (WSD) in Kiel nicht in den Sinn gekommen zu sein.Die Behörde beruft sich dabei auf ein Gutachten der DEKRA in Neumünster, deren Prüfer in einer zehnseitigen Expertise einen Verhaltenskodex für Biker, analog dem für Autofahrer, empfohlen hatten. Hintergrund dieses Gutachtens: Die WSD liegt im Clinch mit sechs Motorradfahrern, die jeweils mehrere tausend Mark Schadenersatz für während der Überfahrt entstandene Schäden verlangen. WSD-Justitiar Peter-Laurens Meyer sieht hier »merkwürdige Umstände«. Nachdem jahrelang nur ein einziger Fall geltend gemacht worden sei, »gab es in den letzten Monaten eine verdächtige Häufung von Schadensfällen mit Motorrädern.« Dennoch gibt sich Meyer einsichtig. Von MOTORRAD auf die Probleme beim Sitzen auf aufgebockten Maschinen angesprochen, versprach er: »Wir werden das noch einmal überprüfen, vielleicht haben wir ja einen Fehler drin.« mdl

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