Vorschau Indoor-Enduro München (Archivversion) Mit Dach und Krach

Felsbrocken, Baumstämme, Wasserdurchfahrten – das ist Enduro. Doch statt in Wäldern zeigen sich die Offroad-Profis nun auch in urbanen Arenen, wie bei der Deutschland-Premiere des Indoor-Enduro-Weltcups in der Olympiahalle München.

Brüllend laute Pressluft-Fanfaren über­tönen geschwungene Holzrätschen. Immer wieder zerreißt ungedämpftes infernalisches Zweitakt-Geknatter ausgebeinter Motorsägen die Luft. Manche Fans stehen sogar auf ihren Sitzen. Johlen, applaudieren, gestikulieren. Reaktionen, die Freestyler, Supercrosser oder Hallentrialer bei ihren Veranstaltungen längst gewohnt sind – während die meisten Enduro-Piloten von derartiger Euphorie noch nicht einmal zu träumen wagten. Bis zu jenem Abend vor sieben Jahren im Palau San Jordi in Barcelona. Quasi dem D-Day des Indoor-Enduro. Als allen klargemacht wurde: Auch Enduro ist salonfähig.
Die domestizierte Variante dieser Offroad-Disziplin überzeugte auf Anhieb. Was­serdurchfahrten, Felsengärten, Steilauf-fahrten oder Baumstammlager – die Essenz des Enduro­sports im Hallenoval forderte die Fahrer und begeisterte die Fans. Während das spanische Hallen-Enduro mittlerweile längst zu den arrivierten Motorsport-Veranstaltungen zählt, schlägt am Sonntag, den 16. Dezember für die deutschen ­Fans die Stunde der Premiere: Das erste Indoor-Enduro Deutschlands wird in der Münchner Olympiahalle stattfinden. Und es zählt – wenn schon, denn schon – gleich zum erstmals in diesem Winter ausge-tragenen Indoor-Enduro-Weltcup (Termine: 2. Dezember Barcelo­na/E, 8. Dezember Bologna/I, 16. Dezember München, 2. Februar 2008 Genua/I). Verständlich, dass die 400 Meter lange Strecke dem Niveau der Top-Piloten an­gepasst sein wird. Die erste Feuertaufe brachten die verschiedensten Hindernis-Aufbauten bereits bei Sportenduro-Präsentationen im Rahmen der BMW-Days 2007 in Garmisch hin-­ter sich. Was auch nötig ist, schließlich wird mindestens einer der drei aktuellen Enduro-­­Weltmeister mit 35 weite­ren Kollegen aus Enduro-WM oder -DM um einen der zwölf Plätze im Finale kämpfen.
Wobei das beileibe noch nicht alles ist, wie der Name Supercross-Over schon an­deutet. Der Indoor-Enduro-Weltcup bildet nämlich nur den Schlusspunkt eines dreitägigen Offroad-Happenings vom 14. bis 16. Dezember mit wechselnden Schwerpunkten. Während am Freitag und Samstag immerhin die Supercross-EM – am Start steht übrigens auch MX2-Weltmeister Antonio Cairoli – entschieden wird und Mountainbike-Freestyler die Kunst des unmotori­sierten Fliegens präsentieren, legen sich am Samstag und Sonntag die Supermoto-­Drifter ins Zeug. Fixpunkt an allen drei ­Tagen: die hochspektakulären Freestyle-Motocrosser (siehe Zeitplan oben). Zumindest die kennen den tosenden Applaus bei ihren Auftritten in der Olympiahalle längst – und die schüchternen Enduro-Cracks werden sich an die Ovationen wohl auch schnell gewöhnen.

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