Vorschau Schottenring-Grand-Prix und andere Klassiker (Archivversion) Je oller, je doller

Ohne Rücksicht gegen die Fahrtrichtung, innerstädtisches Tempolimit – papperlapapp: Wenn Schotten im August zum Classic-Grand-Prix bläst, schnappt das hessische Luftkurörtchen komplett über.

»Vintage, Post-Vintage, Kneeler-Gespanne.« Wie – wer versteht da nur Bahnhof? Noch nie bei einer Oldie-Rallye gewesen, noch nie in Schotten beim Classic-Grand-Prix? Diesem total verrückten Rennen mitten durch die Stadt, mitten im Naturpark Hoher Vogelsberg. 18000 Zuschauer letztes Jahr. 358 Akteure. Maschinen von 1902 bis ’68: in voller Schräglage an der Pizzeria vorbei, an der Post, an Vorgärten, verbarrikadierten Terrassen. Verwegen, schön und wunderbar laut. Rennsport hautnah, Hessens TT – Isle of Man an der Nidda.Nidda: rechter Nebenfluss des Main, 98 Kilometer lang. 70 mal kürzer: der Schottenring. Heißt: 1400 Meter. Und dieser klitzekleine Stadtkurs wird heuer zum 14. Mal Schauplatz der größten hessischen Motorsportveranstaltung. Geglaubt hat niemand daran, vor 15 Jahren, als der »MSC Rund um Schotten« mit der kühnen Grand-Prix-Idee samt Streckenplan zum Rathaus zog: ein Rennen durch Wohngebiet – heikel. Die B 455 sperren? Uiuiui. Und dann die Seestraße – zu schmal.Heute pilgern Veteranen-Freunde aus aller Welt gen Schotten, die Atmosphäre vor Ort original 50er Jahre, der Ausbau der Seestraße kostete 60000 Mark.Am 17. und 18. August starten die diesjährigen Rennen: neun Solo-, drei Gespann-Klassen und Willi Marewskis Sondereinheiten. Zwei millionenschwere Geschwader historischer Werksrenner – aus dem Privatbesitz des Frankfurter Unternehmensberaters. Vierkolben-DKW, Kompressor-BMW, Weitwinkel-Guzzi. Horex, Triumph, Motosacoche, BSA. Gilera, MV – alles, was Rang und Namen hat.Als Piloten hat Marewski, der Motorrad-Mäzen, Altstars à la Jim Redman, Dieter Braun und Luigi Taveri verpflichtet, des weiteren Umberto Masetti, Ernst Hiller und Lothar John. Phil Read hat so gut wie zugesagt, MOTORRAD-Fossil »Fred Guttner« ebenfalls. Letzterer wird übrigens auch in der Klasse J antreten, und zwar mit seiner legendären 350er-Aermacchi. Wer Fred (alias Sigi) und Konsorten verpasst, ist selber schuld!Noch Fragen? Ach ja – »Vintage«: Epoche der zwanziger Jahre. Laut vielen gescheiten Leuten, Motorräder, die zwischen 1915 und 1931 produziert wurden. »Kneeler« – Renngespann, das im Knien gefahren wird, eine Erfindung aus den 50ern. »Bahnhof« – gibt’s in Schotten keinen, außer dem historischen. Aber Sie hatten doch wohl nicht ernsthaft vor..., das können Sie uns nicht erzählen. Egal. Jedenfalls ist Schotten einfach zu finden, liegt ziemlich genau zwischen Gießen und Fulda, 65 Kilometer nordöstlich von Frankfurt/Main.Eintrittspreise: Samstag neun, Sonntag elf Euro, Wochenendticket 15 Euro. Weitere Infos unter Telefon 06044/2868 oder www.schottenring.de. Tourist-Telefon 06044/6651.MOTORRAD-Ticketservice: Schotten ohne MOTORRAD CLASSIC und den speziellen Ticketservice des ACTION TEAM – inzwischen undenkbar. Für umme stehen die Kollegen beim Grand Prix Rede und Antwort in klassischen Zweirad-Fragen; für 17 Euro verschicken sie ab sofort das traditionelle Schotten-Sorglospaket. Damit sind die Eintrittskarten für Samstag, den 17. und Sonntag, den 18. August gedeckt und gesichert. Inklusive Camping und schottischem Vier-Gänge-Menü: Rennwurst auf Brot an Senf nebst Getränk. Überdies gibt’s einen Tourentipp für die Anreise und reservierte Plätze auf der CLASSIC-Tribüne. Wie in den Jahren zuvor ist die Zahl der Care-Pakete begrenzt und rechtzeitige Reservierung empfohlen. Kontakt: MOTORRAD ACTION TEAM, Leuschnerstraße 1, 70174 Stuttgart. Telefon 0711/182-2026; Fax: 182-2017. Überweisungen bitte unter dem Kennwort »Schotten 2002« auf das Konto 2061401 bei der Landesbank Baden-Württemberg (BLZ 60050101).

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