Vorstellung: MOTORRAD ACTION TEAM in der Langstrecken-WM (Archivversion)

Das Ziel ist das Ziel

MOTORRAD spannt mit den Schwesterzeitschriften aus Spanien und Frankreich zusammen und geht mit einer Suzuki GSX-R 750 an den Start: der europäische Gedanke in der Langstrecken-WM.

Sie passen gut zusammen. Der extrem teamorientierte Grundcharakter der Langstrecken-WM auf der einen Seite und die längst zum Global Player gewachsene Verlagsgruppe Motor-Presse Stuttgart, unter deren Dach auch MOTORRAD erscheint.Bei den Langstreckenrennen entscheidet nicht ein einzelner Top-Fahrer über Triumph oder Niederlage, sondern die Blumentöpfe können nur mit einer perfekt organisierten Gesamtleistung der ingesamt drei pro Rennen eingesetzten Fahrer sowie der Menschen im Hintergrund gewonnen werden. Ebenso arbeiten speziell im Bereich der Motorrad-Zeitschriften die internationalen Motor-Presse-Partner längst zusammen. Mit den Kollegen von »Moto Journal« etwa in Frankreich und »Motociclismo« in Spanien pflegt MOTORRAD regen und äußerst fruchtbaren Austausch, wenn es etwa um die Jagd nach neuen Modellen geht oder um gemeinsame Großprojekte wie den Mega-Supersport-Test im nächsten Heft.Was also lag näher, als dieses paneuropäische Teamwork auch auf die Rennstrecke zu bringen, eben in die Langstrecken-WM. Zumal alle beteiligten Blätter über rennsportlich talentierte Mitarbeiter verfügen. Die Aufstellung der unter der Regie des MOTORRAD-ACTION TEAMS laufenden Mannschaft war somit kein größeres Problem: Aus Deutschland von der Redaktion MOTORRAD kommen Testchef Gerhard Lindner, 1992 Deutscher Meister in der Supersport 600-Klasse und Markus Barth, der in dieser Saison alles dran setzen will, diesen Titel in die Redaktion zurückzuholen, und deshalb für das Langstrecken-WM-Team nur als Auswechselspieler zur Verfügung steht. Spanien und »Motociclismo« werden repräsentiert von Fernando Cristobal, zweifacher spanischer Supersport-Meister und 1998 mit einer privaten Honda NSR 500 V2 mehrfach in den Punkterängen der 500er Grand Prix.»Moto Journal« besetzt den französischen Part im Team mit dem Langstreckenspezialisten Stéphane Coutelle, der 1998 noch im Suzuki-Werks-Team aktiv war. Coutelle war daher in der Vorbereitungsphase äußerst beliebter Gesprächspartner für die Technikabteilung, bestehend aus den Langstrecken-Füchsen Klaus Eckert und Mike Fuchs sowie Lindners langjährigem Chefmechaniker Kay Heyne. Das Trio ist einerseits zu Recht stolz auf jede Menge pfiffiger Detaillösungen, vor allem im Bereich Tank und Schnellwechselanlangen für die Räder, welche die zwei zur Verfügung stehenden Suzuki GSX-R 750-Superbikes zu formidablen Langstrecken-Motorrädern adeln. Dennoch waren natürlich Coutelles Anregungen und Hinweise auf die entsprechenden Lösungen der Suzuki-Werksmannschaft hoch willkommen.Das Motor-Presse-Team fiebert also bestens gerüstet dem ersten Rennen der diesjährigen Langstrecken-WM, den 24 Stunden in Le Mans am 10./11. April, entgegen. Und das Ziel im Ziel ist klar. »Wir wollen am Ende der Saison unmittelbar hinter den Werks-Mannschaften der japanischen Hersteller als bestes Privatteam in der WM-Tabelle stehen«, hängt Teamkoordinator Hanns-Martin Fraas, im zweiten Leben Geschäftsführer des ACTION TEAMS, der MOTORRAD-Agentur für Reisen, Perfektionstrainings, Messen und andere Spezialitäten des Zweiradlebens, die Latte nicht gerade auf die Einstiegshöhe.Aber der Optimismus ist nicht unberechtigt, vor allem beim Auftakt in Le Mans. Schließlich wurde dort im Jahre 1993 der Urgedanke für das heutige Team geboren, als das »Team Motor-Presse Europe« mit Gerhard Lindner und den damaligen Kollegen Bertrand Sebileau aus Frankreich und Cesar Agüi aus Spanien nach vielen, vielen Problemen noch auf Platz 16 kam.Auch damals war der Plan schon gut, aber diesmal wird er besser klappen.
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Langstrecken-WM-Vorschau: MOTORRAD fährt mit (Archivversion) - Langstrecken-WM 1999: Termine, Strecken, Gegner

Die Langstrecken-WM kommt allmählich wieder aus ihrem Schattendasein heraus. Erstmals seit geraumer Zeit wird die frankophone Monokultur des Terminkalenders aufgebrochen. Zu den französischen Klassikern in Le Mans und auf dem Circuit Paul Ricard (Bol d’Or) sowie dem Ardennen-Dauerbrenner im belgischen Spa-Francorchamps steht mit den 24 Stunden von Oschersleben ein viertes Rennen zweimal rund um die Uhr auf dem WM-Programm, und dazu noch erstmals in Deutschland. Das für die japanische Industrie äußerst prestigeträchtige Acht-Stunden-Rennen in Suzuka gehört zwar auch zur WM, wird aber von den um den Titel kämpfenden europäischen Teams kaum wahrgenommen. Es gibt nur reduzierte WM-Punkte, die gegen die vielen Grand Prix- und Superbike-WM-Stars mit Werksmaschinen relativ schwer zu holen sind. Bei den Rennen in Europa sollte das MOTORRAD-ACTION TEAM nicht allzu schlechte Karten haben. Mehr als sieben Werksmaschinen (die Honda mit den Weltmeistern Doug Polen und Christian Lavieille, zwei Kawasaki, zwei Suzuki, zwei Yamaha) dürften kaum antreten; in Spa-Francorchamps und Oschersleben sicher weniger. Und auch die müssen erstmal durchhalten.Dennoch dürfen auch die weiteren rund 50 Crews pro Veranstaltung nicht unterschätzt werden. Zumindest zehn davon sind als sehr erfahrene Superbike-Privatteams jederzeit für vordere Plätze gut.Termine: 10./11. April 24 Stunden Le Mans/Frankreich; 10./11. Juli 24 Stunden Spa-Francorchamps/Belgien; 25. Juli Acht Stunden Suzuka/Japan; 14./15. August 24 Stunden Oschersleben; 11./12. September 24 Stunden Circuit Paul Ricard (Bol d’Or).

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