Wagner, Tommy: Interview (Archivversion) Interview

Tommy Wagner, 40, neuer Bimota-Importeur,
über die Zukunft der Edelschmiede.

Sie haben gerade den Bimota-Import übernommen. Geht da denn noch was nach vier Jahren Produktionspause?
Wir sind optimistisch. Natürlich hat die Marke durch die damalige Insolvenz gelitten. Aber das Image ist immer noch stark, das neue Management in Italien besteht aus Profis, und Geld für Entwicklung und Produktion ist genug da.
Wie sieht die Produktpalette aus, und wie viele Motorräder wollen Sie verkaufen?
Aktuell gibt es die SB8K Gobert Replica und die SB8K Santa Monica (beide mit 1000-cm3-Zweizylinder von Suzuki, Preis ab 30000 Euro, die Red.) sowie
die Tesi D2, ein technisches
Highlight mit Radnabenlenkung. Im September in München kommt die DB5, ein Jahr später dann die SB9. 2005 möchten wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 50 Motorräder verkaufen. Wichtig ist daher, das Vertrauen der
Kunden und Händler wieder zu
gewinnen.
Eine Bimota war früher exklusiv. Inzwischen bauen viele Hersteller selbst höchst exklusive Modelle. Ist da noch Platz für Bimota?
Aber sicher. Gerade für die aktive und treue Fan-Gemeinde
in Deutschland ist Bimota-Fahren nicht nur ein Freizeitspaß, son-
dern eine Weltanschauung. Diese Kunden wollen wir wieder an-
sprechen, aber auch neue gewinnen, denn Lifestyle-Motorräder à la MV Agusta oder Benelli TnT kann auch Bimota bieten.
Der Import von Bimota und Ihrer zweiten Marke Mondial – ist das nicht ein Riesenaufwand ohne große Aussicht auf Gewinne?
Beide Marken bauen Motorräder für Individualisten, die lieben und leiden. Und in Zeiten wie diesen, in denen viele Händler ums nackte Überleben kämpfen, sollten wir uns verstärkt spezialisieren: klein, aber fein.

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