Was ist los bei BMW? (Archivversion) Was ist los bei BMW?

Bei BMW breitet sich Katerstimmung aus. Nach
dem geradezu euphorischen letzten Jahr und zwei sensationellen neuen Maschinen stecken die Bayern nun in Schwierigkeiten. Die K 1200 S kann nicht ausgeliefert werden, weil die Nockenwellen kaputtgehen und neue, haltbare Teile erst produziert werden müssen. Und bei der R 1200 GS zeigte sich ebenfalls eine Schwachstelle, und zwar nicht nur beim MOTORRAD-Dauertestexemplar. Das blieb
auf einer Reise mit ausgeschlagenem Hinterradflansch liegen,
der Hinterachsantrieb musste ersetzt werden. Solche Kinder-
krankheiten werfen ein schlechtes Licht auf den Hersteller.
Dabei beweisen sowohl K 1200 S wie R 1200 GS in nahe-
zu jedem Test ihre Ausnahmestellung, wie in dieser Ausgabe die starke Vierzylinder-1200er. Derzeit gibt es nach der 1000-Punkte-Wertung von MOTORRAD keine bessere Maschine zu kaufen – wenn es sie denn zu kaufen gäbe. Die Kunden stehen bei den Händlern Schlange – und müssen vertröstet werden.
Haben sich die Münchner mit ihrer ehrgeizigen Modellpolitik übernommen? War es klug, mit der GS und der K zwei völlig neue Maschinen mit komplett neuen Triebwerken innerhalb kürzester Zeit auf den Markt zu bringen, nach Jahren der Zurück-haltung? Immerhin lag die letzte Motor-Neuentwicklung, der Vierventilboxer, gut zehn Jahre zurück.
Tröstlich stimmt, dass BMW beide Motorräder als Basis für das markentypische Baukastensystem einsetzt. Mit dem 1200er-Boxer wird in den nächsten Jahren eine ganze Reihe neuer Maschinen ausgerüstet werden. Gleiches gilt für den Vierzylinder-Kraftprotz. Man kann also sicher sein, dass sich die Weiß-
blauen mit Hochdruck um die Kinderkrankheiten der neuen
Produkte kümmern.

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