Werkstatt-Test: BMW (Archivversion)

Krach mit der Lebensabschnittsgefährtin, in der Kneipe darob die Rübe zugesoffen, am Morgen danach mit ‘nem Riesenkater in die Werkstatt, wo zwei ausgeschlafene und prima getarnte Jungs von MOTORRAD mit einem präparierten Moped die Qualität des markenoffiziellen Service testen wollen. Wenn das Schicksal zuschlägt, dann gleich richtig. So ein Werkstatt-Test kann manchmal fürchterlich ungerecht sein. Glück gehört eben dazu. Oder der gehörige Beistand von oben.Der Kunde erwartet freilich solide Arbeit, auf göttlichen Beistand würde er liebend gern verzichten. Denn eine ordnungsgemäß durchgeführte Inspektion sollte schon von dieser Welt sein. Wie fünf der 233 BMW-Händler in der Republik mit ihren 670 Beschäftigten diese doch sehr diesseitigen Herausforderungen meistern, wollte MOTORRAD anläßlich der Neuauflage des Werkstatt-Tests herausfinden, bei dem sich die Service-Mannen und -Damen der bajuwarischen Traditionsmarke im vergangenen Jahr die Pole Position erkämpft hatten - mit einem »Gut« als Gesamtnote. Das hatte sonst kein anderer Hersteller oder Importeur geschafft. Erfolg verpflichtet. Um dieser Maßgabe gerecht werden zu können, hatte sich die BMW-Zentrale in München entschlossen, in die Fußstapfen von MOTORRAD zu treten und die Händler selbst zu testen. Konsequenz dieser Aktion: Jede BMW-Motorradstation muß Tag für Tag damit rechnen, daß ihr ein präpariertes Motorrad zu Inspektionszwecken untergejubelt wird. Wer gut abschneidet, kriegt eine Belobigung ab, wer versagt, sollte sich schon mal auf den Besuch seines Bezirksvertreters und ein ernstes Gespräch gefaßt machen. Denn nach Auffassung der Herren in der Münchener Zentrale werde genug getan und geschult, um die Mechaniker auf die Anforderungen des Tagesgeschäfts vorzubereiten. Und in Lehrgängen zur Kundenbetreuung bleuen sie den Mitarbeitern ein, daß sie mit guten Leistungen auch ihre Arbeitsplätze sichern. BMW hat im aktuellen Werkstatt-Test von MOTORRAD in der Tat noch besser abgeschnitten als beim vorigen Mal. Das sollte der Konkurrenz zu denken geben. Könnte aber auch sein, daß BMW-Mechaniker einfach nur weniger Liebeskummer haben.

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