Werkstatt-Test: BMW (Archivversion)

Krach mit der Lebensabschnittsgefährtin, in der Kneipe darob die Rübe zugesoffen, am Morgen danach mit ‘nem Riesenkater in die Werkstatt, wo zwei ausgeschlafene und prima getarnte Jungs von MOTORRAD mit einem präparierten Moped die Qualität des markenoffiziellen Service testen wollen. Wenn das Schicksal zuschlägt, dann gleich richtig. So ein Werkstatt-Test kann manchmal fürchterlich ungerecht sein. Glück gehört eben dazu. Oder der gehörige Beistand von oben.Der Kunde erwartet freilich solide Arbeit, auf göttlichen Beistand würde er liebend gern verzichten. Denn eine ordnungsgemäß durchgeführte Inspektion sollte schon von dieser Welt sein. Wie fünf der 233 BMW-Händler in der Republik mit ihren 670 Beschäftigten diese doch sehr diesseitigen Herausforderungen meistern, wollte MOTORRAD anläßlich der Neuauflage des Werkstatt-Tests herausfinden, bei dem sich die Service-Mannen und -Damen der bajuwarischen Traditionsmarke im vergangenen Jahr die Pole Position erkämpft hatten - mit einem »Gut« als Gesamtnote. Das hatte sonst kein anderer Hersteller oder Importeur geschafft. Erfolg verpflichtet. Um dieser Maßgabe gerecht werden zu können, hatte sich die BMW-Zentrale in München entschlossen, in die Fußstapfen von MOTORRAD zu treten und die Händler selbst zu testen. Konsequenz dieser Aktion: Jede BMW-Motorradstation muß Tag für Tag damit rechnen, daß ihr ein präpariertes Motorrad zu Inspektionszwecken untergejubelt wird. Wer gut abschneidet, kriegt eine Belobigung ab, wer versagt, sollte sich schon mal auf den Besuch seines Bezirksvertreters und ein ernstes Gespräch gefaßt machen. Denn nach Auffassung der Herren in der Münchener Zentrale werde genug getan und geschult, um die Mechaniker auf die Anforderungen des Tagesgeschäfts vorzubereiten. Und in Lehrgängen zur Kundenbetreuung bleuen sie den Mitarbeitern ein, daß sie mit guten Leistungen auch ihre Arbeitsplätze sichern. BMW hat im aktuellen Werkstatt-Test von MOTORRAD in der Tat noch besser abgeschnitten als beim vorigen Mal. Das sollte der Konkurrenz zu denken geben. Könnte aber auch sein, daß BMW-Mechaniker einfach nur weniger Liebeskummer haben.
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Werkstatt-Test: BMW (Archivversion) - Mit diesen Mängeln war die BMW präpariert

Alle BMW-Händler hatten die gleiche Vorgabe: An der Testmaschine, einer BMW K 75 vom Baujahr 1987, war eine 45 000-Kilometer-Inspektion zu machen. Außerdem sollte der beschädigte Rückspiegel ausgewechselt werden, um die Ersatzteilversorgung zu testen. Kein Hexenwerk, sondern Routinearbeit. Wer den Wartungsplan nicht aus den Augen verlor und etwas Sorgfalt walten ließ, hatte also alle Chancen, ein »sehr gutes” Testurteil zu erreichen. Die Preiswürdigkeit wurde nicht bewertet, da es regional starke Unterschiede in den Stundenlöhnen gibt. Zur Kontrolle der Kundendienstarbeiten hatte ein DEKRA-Ingenieur der BMW K 75 folgende Fehler eingebaut: Bremsflüssigkeit: Der Flüssigkeitsstand im vorderen Hydraulikbehälter wurde bis unter die Minimum-Marke abgesenkt. Der Boden des Bremsflüssigkeitsbehälters war nur noch wenige Millimeter hoch bedeckt. Ein gefährliches Bremsversagen kann die Folge sein.Bremslicht: Die Glühlampe wurde durch ein defektes Exemplar ersetzt. Wenn das Bremslicht nicht funktioniert, steigt die Gefahr eines Auffahrunfalls erheblich.Reifenluftdruck: Der Luftdruck in den Pneus wurde auf Werte weit unter der Toleranzgrenze abgesenkt. Dadurch verschlechtert sich die Fahrstabilität der Maschine dramatisch. Auch Laufflächenablösungen können die Folge sein.Lenkkopflager: Die Kontermutter des Lenkkopflagers wurde so stark angezogen, daß das Lager kein Spiel mehr hatte. Dadurch kann es zu Fahrwerksunruhen und problematischem Kurvenverhalten kommen. Das Lager wird zudem sehr hoch belastet.Vorderachsschrauben: An der Vorderachse wurden beide linken Klemmschrauben gelöst. Bei der Kontrolle aller sicherheitsrelevanten Schraubverbindungen müßte dieser Mangel entdeckt werden.Scheinwerfereinstellung: Der Scheinwerfer wurde total verstellt. Ein Mangel, der bereits beim ersten Gang um das Motorrad auffallen müßte.Hinterradbremse: Der Leerweg des Hinterradbremshebels war entschieden zu groß. Das fällt auf den ersten Metern einer Probefahrt auf. Die Bremswirkung verschlechtet sich, ein Unfall kann die Folge sein.Ventileinstellung: Bei einem Auslaßventil des Motors wurde das Ventilspiel auf nahezu null Millimeter reduziert. Zu enges Ventilspiel kann zu einem kapitalen Motorschaden führen.Krümmerschrauben: Zwischen Endschalldämpfer und Krümmerrohren wurde eine Schraube gelöst. Bei sorgfältiger Arbeit müßte dieser Mangel entdeckt werden, bei der Probefahrt ist der laute Auspuffton sofort hörbar.Kupplungsspiel: Das Spiel am Kupplungsseil wurde auf Null reduziert. Bereits beim Anfahren ist zu merken, daß der Hebel keinen Leerweg hat. Im Fahrbetrieb kann die Kupplung schleifen, es kommt zu übermäßigem Verschleiß.Batteriesäure: Der Säurestand in der Batterie wurde abgesenkt, bei einer Zelle bis unter die Minimum-Marke. Normalerweise sollte der Flüssigkeitsstand jeden Monat, im Rahmen einer Inspektion auf jeden Fall kontrolliert werden. Ein zu geringer Säurestand schwächt den Akku, seine Lebenserwartung sinkt.Motoröl/Ölfilter: Die Tester füllten Altöl in den Motor ein, der Ölstand wurde aus dem Toleranzbereich gebracht. Die Tester kontrollierten, ob die Werkstatt das Öl gewechselt hatte und ob die korrekte Menge eingefüllt war. Auch der vorschriftsmäßige Wechsel des (gekennzeichneten) Ölfilters wurde überprüft.Getriebe-/Hinterachsölwechsel: Im Wartungsplan der BMW soll bei 45 000 Kilometern Laufleistung das Getriebe- Kardan- und Hinterachsöl gewechselt werden. Wird dies vergessen, können teure Langzeitschäden auftreten.Hupe: Das Massekabel zur Hupe wurde unterbrochen. Ein Fehler, der beim Check der elektrischen Anlage sofort auffallen müßte.Zündkerzen: Der Elektrodenabstand wurde auf nahezu die Hälfte reduziert. Das führt zu einem unsauberen Motorlauf und zu erschwertem Anspringen.

Werkstatt-Test: BMW (Archivversion) - So wurden die Werkstätten bewertet

MOTORRAD baute in die Test-BMW 14 Fehler ein, die im Rahmen eines nach Herstellervorschrift durchgeführten Kundendienstes hätten auffallen und behoben werden müssen. Bei der 45 000-Kilometer-Inspektion waren laut Wartungsplan zwar noch weitere Arbeiten und Kontrollen zu erledigen, diese wurden aber nicht bewertet. Eine Vergleichbarkeit mit den Arbeiten der Werkstätten anderer Marken wäre sonst nicht gegeben. Ferner achteten die Tester darauf, ob auch eine Probefahrt durchgeführt wurde - viele Mängel lassen sich schließlich erst während einer ausreichend langen Testrunde entdecken. Ab einer Fahrstrecke von vier Kilometern gab es die maximale Punktzahl. Um die Ersatzteilversorgung zu prüfen, wurde jeweils vier Tage vor dem Kundendiensttermin telefonisch ein Rückspiegel bestellt. Auch die Termintreue bewertete MOTORRAD. Wer zum vereinbarten Zeitpunkt nicht fertig war, mußte mit Punktabzügen rechnen.Die eingebauten Mängel unterteilen sich in schwer, leicht und weniger sicherheitsrelevante - entsprechend staffeln sich, wie nachfolgend aufgelistet, die vergebenen Punkte. Schwer sicherheitsrelevante MängelBremsflüssigkeit 20 PunkteBremslichtlampe 20 PunkteLenkkopflager 20 PunkteReifenluftdruck 20 PunkteVorderachsklemmung 20 PunkteLeicht sicherheitsrelevante MängelHinterradbremse 10 PunkteScheinwerfereinstellung 10 PunkteVentileinstellung 10 PunkteWeniger sicherheitsrelevante MängelBatteriesäure 5 PunkteGetriebe-/Hinterachsölwechsel 5 PunkteHupenkabel 5 Punkte Krümmerschrauben 5 PunkteKupplungsspiel 5 PunkteMotorölwechsel 5 PunkteÖlfilterwechsel 5 PunkteZündkerzen 5 PunkteWeitere BewertungskriterienProbefahrt 20 PunkteTermingerechtigkeit 10 PunkteErsatzteilversorgung Rückspiegel 5 PunkteMaximale Gesamtpunktzahl 200 PunkteEine Werkstatt, die einen schwer sicherheitsrelevanten Mangel nicht behebt, kann maximal 180 Punkte und damit kein »sehr gut« mehr erreichen. Andererseits sollte eine Werkstatt als ungenügend bewertet werden, wenn die Mechaniker zwar alle schwer sicherheitsrelevanten Mängel entdeckten, die leichten oder weniger gefährlichen jedoch allesamt übersahen, keine Probefahrt machten und zudem die abgesprochenen Termine nicht einhielten. So ergibt sich folgendes Benotungsschema:bis 100 Punkte ungenügend101 bis 120 Punkte mangelhaft121 bis 140 Punkte ausreichend141 bis 160 Punkte befriedigend161 bis 180 Punkte gut181 bis 200 Punkte sehr gutWie repräsentativ ist der Werkstatt-Test?Das Bewertungsschema ist von der Redaktion festgelegt. Eine generelle Aussage, ob der Händler bei anderen Kundendienstaufträgen dasselbe Ergebnis erzielen würde, läßt der Test nicht zu. Ebenso wenig kann von den Leistungen einzelner Werkstätten auf die Qualität des gesamten Servicenetzes geschlossen werden. Dennoch: Bei nicht behobenen sicherheitsrelevanten Mängeln gibt es keine Entschuldigung. Der Kunde muß sich darauf verlassen können, daß sein Motorrad die Werkstatt ordnungsgemäß gewartet und verkehrssicher verläßt.

Auer, 78333 Stockach (Archivversion) - Nur ein Mangel

Bremsflüssigkeit 20
Bremslichtlampe 20
Reifenluftdruck 20
Lenkkopflager 0
Vorderachsklemmung 20
Probefahrt 20
Terminverläßlichkeit 10
Scheinwerfereinstellung 10
Hinterradbremse 10
Ventileinstellung 10
Krümmerschraube 5
Kupplungsspiel 5
Batteriesäure 5
Rückspiegel ersetzen 5
Motorölwechsel 5
Getriebe-/Hinterachsölwechsel 5
Hupenkabel 5
Zündkerzen 5

Gesamturteil: 180 Punkte
gut
Sichtlich genervt und nur mit einem einzigen Wort - »dahinten” - erklärt der Autoverkäufer von BMW-Auer seiner Kundschaft den Weg zur Motorrad-Kundendienstannahme. Meister xxx Grieser hat den Telefonhörer zwischen Ohr und Schulter geklemmt und hämmert gleichzeitig gnadenlos auf seinem PC-Keybord herum. Kaum liegt der Hörer auf der Gabel, da braust er mit einem Kundenmotorrad vom Hof. Seit der Ankunft bei Auer und der ersten Kontaktaufnahme mit dem Meister sind fast 30 Minuten vergangen. Endlich kann die Testcrew ihr Begehren vortragen. ”Weiß schon Bescheid, den Rückspiegel haben wir auch da”, sind seine ersten Worte. Die Streßerscheinungen von Meister Grieser verfliegen mit jedem Zug an seinem Glimmstengel. Jetzt bietet er den Testern sogar für zehn Mark ein Leihmotorrad bis zum nächsten Tag an. Am Tag der Abholung: Der Meister erklärt anhand der Rechnung haarklein, was gemacht wurde und warum. Selbst den Bremsflüssigkeitsverlust nimmt er nicht auf die leichte Schulter. Er sucht nach Erklärungen und ermahnt seine Kundschaft zur Wachsamkeit. Am zu festen Lenkkopflager hält sich Meister Grieser wiederum lange auf und erläutert sogar, wie ein strammes Lager während der Fahrt auffällt. Unklar ist deshalb, warum diese Servicearbeit nicht durchgeführt wurde, zumal in der Rechnung in Höhe von 570 Mark diese Einstellarbeit mit 45 Mark auftaucht. Dies ist jedoch laut DEKRA-Untersuchung der einzige Mangel, den die Motorradmannschaft von Auer übersehen hat.

BMW-Niederlassung, 45141 Essen (Archivversion) - So muß es sein


Bremsen 20
Bremslichtbirne 20
Reifenluftdruck 20
Lenkkopflager 20
Vorderachsklemmung 20
Probefahrt 20
Terminverläßlichkeit 10
Scheinwerfereinstellung 10
Hinterradbremse 10
Ventileinstellung 5
Krümmerschraube 5
Kupplungsspiel 5
Batteriesäure 5
Rückspiegel ersetzen 5
Motorölwechsel 5
Getriebe-/Hinterachsölwechsel 5
Hupenkabel 5
Zündkerzen 5

Gesamturteil: 200 Punkte
sehr gut
»Sie können das Motorrad jederzeit bringen. Wir haben einen 24-Stunden-Service. Stellen Sie es bei uns ab, und geben Sie die Schlüssel dem Pförtner.« Für Berufstätige eine feine Sache, doch kann der Pförtner natürlich keine ordentliche Kundendienstannahme machen. Deshalb entscheiden sich die Tester, die BMW am Morgen des vereinbarten Inspektiontags anzuliefern.Kundendienstmeister Bernd Nölle nimmt den Auftrag mit großer Sorgfalt entgegen. Er füllt den Auftragszettel aus und begleitet die Tester anschließend zum Motorrad. Daß im Ausgleichsbehälter Bremsflüssigkeit fehlt, fällt ihm gleich auf: »Okay, wir füllen das auf jeden Fall nach.«Zwei Stunden später meldet sich Kundendienstmann Bernd Nölle per Telefon: »Die muß bald zum TÜV, Ihre BMW. Sollen wir das auch gleich machen?« Die Tester lehnen das freundliche Angebot ab. »Und dann ist der Dichtring zur Kupplung undicht. Da läuft schon richtig Öl raus. Jetzt ist gerade eh alles auseinander, wenn wir das dann gleich mit machen, kostet Sie das nur 50 Mark mehr.« Wer kann da noch nein sagen. Bei der Abholung der Maschine ist die Situation nicht weniger erfreulich. Der Kundendienstmann geht kurz die durchgeführten Arbeiten durch und übergibt ein sorgfältig ausgefülltes Inspektionsprotokoll. »Den Luftfilter haben wir dringelassen, der war ja noch fast neu. Und Ihre alten Zündkerzen haben wir unter die Sitzbank gelegt. Die sahen nämlich auch noch nicht so schlecht aus.« Abzüglich der zusätzlich ausgeführten Reparatur kostete die Inspektion 730 Mark. Alle Fehler gefunden. Dazu ein Superservice. Teuer und gut.

Nachtmann, 81543 München (Archivversion) - Gute Nacht, Mann

Bremsen 20
Bremslichtbirne 20
Reifenluftdruck 20
Lenkkopflager 0
Vorderachsklemmung 20
Probefahrt 0
Terminverläßlichkeit 10
Scheinwerfereinstellung 0
Hinterradbremse 10
Ventileinstellung 5
Krümmerschraube 5
Kupplungsspiel 5
Batteriesäure 0
Rückspiegel ersetzen 5
Motorölwechsel 5
Getriebe-/Hinterachsölwechsel 5
Hupenkabel 0
Zündkerzen 5

Gesamturteil: 145 Punkte
befriedigend
Bei BMW Nachtmann in München herrscht zunächst Ratlosikgkeit. Der Angestellte findet in seinem Terminkalender den Namen des Eigentümers der Test-K 75 nicht. Erst nach einigem Suchen klärt sich die Sache. Der Kundendienst an der BMW war, aus welchem Grund auch immer, zu einem anderen Datum eingetragen. Werner Dietrich, der Mann an der Theke, ist dennoch zuversichtlich, daß das Motorrad zum vereinbarten Termin fertig wird. Und es klappt tatsächlich. »Ist fertig. 612 Mark, bitte schön.« Der Mann hinter dem Tresen möchte Rechnung und Schlüssel rasch loswerden und den vermeintlichen K 75-Besitzer ohne weitere Kommentare verabschieden. Doch der hat bei anderen BMW-Niederlassungen schon einen besseren Service erlebt und will sich so schnell nicht abfertigen lassen: »Ist Ihnen noch irgendwas Besonderes an dem Motorrad aufgefallen?« will der Tester wissen. Keine Auskunft. »Ich habe früher schon mal so Inspektionsprotokolle bei BMW bekommen«, bohrt er weiter. »Gibt es das bei Ihnen nicht?« Überraschende Antwort: »Das haben wir, aber das geben wir nicht raus.«Wenn die Nachtmänner mal auf eine solche Inspektionsliste geschaut hätten, hätten sie das Lenkkopflager nicht vergessen, außerdem den verstellten Scheinwerfer entdeckt und die Batteriesäure aufgefüllt. Auch auf eine Probefahrt verzichteten sie, obwohl das Wetter prächtig war. Insgesamt reicht es zwar gerade noch für ein befriedigendes Gesamtergebnis, dennoch erwies sich Nachtmann als mit Abstand schlechteste getestete BMW-Werkstatt.

Zweirad Schmitz, 53518 Adenau (Archivversion) - Eifelgeist

Bremsflüssigkeit 20
Bremslichtlampe 20
Reifenluftdruck 20
Lenkkopflager 20
Vorderachsklemmung 20
Probefahrt 20
Terminverläßlichkeit 10
Scheinwerfereinstellung 10
Hinterradbremse 10
Ventileinstellung 0
Krümmerschraube 5
Kupplungsspiel 5
Batteriesäure 5
Rückspiegel ersetzten 5
Motorölwechsel 5
Getriebe-/Hinterachsölwechsel 5
Hupenkabel 5
Zündkerzen 5

Gesamturteil: 190 Punkte
sehr gut
Einen Katzensprung von der Nordschleife des Nürburgrings entfernt betreibt Georg Schmitz seinen Motorrad- und Fahrradhandel. Morgens um Acht ist die Welt noch in Ordnung. Es ist so gut wie nichts los. Schon vor dem Ladeneingang nimmt sich ein Mechaniker der K 75 an. Der Austausch von Formalitäten fällt flach. Bereits am selben Nachmittag kann die Gummikuh wieder abgeholt werden. Jetzt herrscht beim Eifeler Händler etwas mehr Betrieb im Verkaufsraum. Ein Herr mit Vollbart läßt sich von einem anderen Angestellten die Kundendienstkarte bringen und erklärt dem vermeintlichen K 75-Besitzer sorgfältig die darin aufgeführten Arbeiten. Das ist erfreulich, weniger allerdings freut den Inspektionskunden, daß der Eifelmann den Austausch der zu stramm eingestellten Kegelrollenlager im Lenkkopf empfiehlt, welches mit zusätzlichen 500 Mark zu Buche schlagen würde. Ein unbedarfter Kunde dürfte dieser wohl zustimmen, die Tester taten es natürlich nicht. Insgesamt fiel die Inspektionsrechnung mit 517 Mark sodann moderat aus. Allerdings war sie zum Zeitpunkt der Abholung noch nicht ausgestellt. Nicht verwunderlich, denn es gab ja am Morgen keine korrekte Auftragsannahme, so daß der Firma Schmitz der Name des Kunden gar nicht bekannt war. Nur das verstellte Ventilspiel an einem der drei Zylinder der BMW wurde vom Mechaniker übersehen, wie die spätere Prüfung durch den Sachverständigen ergab. Saubere Serviceleistung also.

Wegener, 40789 Monheim (Archivversion)


Bremsen 20
Bremslichtbirne 20
Reifenluftdruck 20
Lenkkopflager 20
Vorderachsklemmung 20
Probefahrt 20
Terminverläßlichkeit 10
Scheinwerfereinstellung 0
Hinterradbremse 10
Ventileinstellung 5
Krümmerschraube 5
Kupplungsspiel 5
Batteriesäure 5
Rückspiegel ersetzen 5
Motorölwechsel 5
Getriebe-/Hinterachsölwechsel 5
Hupenkabel 0
Zündkerzen 5

Gesamturteil: 185 Punkte
sehr gut
Die Anlaufstelle lautet Zweirad Wegener in Monheim, Vertragshändler für Suzuki, Yamaha und BMW. Die Maschine wird nach der Ankunft kurz durchgesehen, der Kundendienstauftrag ausgefüllt und die Telefonnummer des Kunden notiert. Am frühen Nachmittag klingelt die Werkstatt bei den Testern an: »Ihre Bremsbeläge hinten, die müssen Sie spätestens beim nächsten Kundendienst wechseln lassen. Sollen wir das jetzt schon machen? Und dann fehlte Bremsflüssigkeit. Das System ist aber dicht. Haben Sie die vielleicht schon gewechselt?« Der Tester verneint. »Und das Dritte: Das Relais vom Starter ist hinüber. Der Anlasser läuft nach Loslassen der Starterknopfs manchmal weiter, und das kann die Batterie leersaugen.« Was der Spaß koste, will der Tester wissen. »Das ist jetzt eh auseinander. Das kostet Sie nur 65 Mark zusätzlich für ein neues Relais.« Angebot angenommen.Abholen der K 75: Der Kundendienstmann ist auf Zack: »Ich habe für Sie den Inspektionsplan aus dem Serviceheft kopiert, da können Sie immer genau sehen, was gemacht werden muß. Und dann haben wir für Sie noch einen O-Ring bestellt. Der gehört über dem Lenkkopflager rein, da wo der Bremsschlauch durchgeht. Ihrer ist kaputt, und da wir das Teil nicht so oft brauchen, hatten wir es nicht am Lager. Da können Sie aber gelegentlich mal vorbeikommen, und wir machen es rein.«Im Prinzip gerne. Der Wegener-Mechaniker hatte alle Fehler gefunden, lediglich das defekte Hupenkabel und den verstellten Scheinwerfer übersehen. Den Preis fürs Relais abgezogen, kostete die Inspektion 633 Mark.

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