Werkstatt-Test: Suzuki (Archivversion)

So wurden die Werkstätten bewertet

MOTORRAD baute in die Test-Suzuki 14 Fehler ein, die im Rahmen eines nach Herstellervorschrift durchgeführten Kundendienstes hätten auffallen müssen. Bei der 10 000-Kilometer-Inspektion waren laut Wartungsplan zwar noch weitere Arbeiten zu erledigen, diese wurden aber nicht bewertet. Eine Vergleichbarkeit mit den Arbeiten der Werkstätten anderer Marken wäre sonst nicht gegeben. Ferner achteten die Tester darauf, ob eine Probefahrt durchgeführt wurde - viele Mängel lassen sich schließlich erst während einer ausreichend langen Probefahrt entdecken. Ab einer Fahrstrecke von vier Kilometern gab es die maximale Punktzahl. Um die Ersatzteilversorgung zu prüfen, wurde jeweils vier Tage vor dem Kundendiensttermin telefonisch eine Fußraste bestellt. Auch die Termintreue bewertete MOTORRAD. Wer zum vereinbarten Zeitpunkt nicht fertig war, mußte mit Punktabzügen rechnen.Die eingebauten Mängel unterteilen sich in schwer, leicht und weniger sicherheitsrelevante - entsprechend staffeln sich, wie nachfolgend aufgelistet, die vergebenen Punkte. Schwer sicherheitsrelevante MängelBremsflüssigkeit 20 PunkteBremslichtschalter hinten 20 PunkteLenkkopflager 20 PunkteReifenluftdruck 20 PunkteBremssattel vorn 20 PunkteLeicht sicherheitsrelevante MängelScheinwerfereinstellung 10 PunkteAntriebskette 10 PunkteVentileinstellung 10 PunkteWeniger sicherheitsrelevante Mängel Kupplungsspiel 5 PunkteKrümmerschrauben 5 PunkteMotoraufhängung 5 PunkteBatteriesäure 5 Punkte Zündkerzen 5 PunkteLeerweg Hinterradbremse 5 PunkteMotoröl-/Filterwechsel 5 PunkteWeitere BewertungskriterienProbefahrt 20 PunkteTermingerechtigkeit 10 PunkteErsatzteilversorgung Beifahrerfußraste 5 PunkteMaximale Gesamtpunktzahl 200 Eine Werkstatt, die einen schwer sicherheitsrelevanten Mangel nicht behebt, kann maximal 180 Punkte und damit kein »sehr gut« mehr erreichen. Andererseits sollte eine Werkstatt als ungenügend bewertet werden, wenn die Mechaniker zwar alle schwer sicherheitsrelevanten Mängel entdeckten, die leicht oder weniger gefährlichen jedoch allesamt übersahen, keine Probefahrt machten und zudem die abgesprochenen Termine nicht einhielten. So ergibt sich folgendes Benotungsschema:bis 100 Punkte ungenügend101 bis 120 Punkte mangelhaft121 bis 140 Punkte ausreichend141 bis 160 Punkte befriedigend161 bis 180 Punkte gut181 bis 200 Punkte sehr gutWie repräsentativ ist der Werkstatt-Test?Das Bewertungsschema ist von der Redaktion festgelegt. Eine generelle Aussage, ob der Händler bei anderen Kundendienstaufträgen dasselbe Ergebnis erzielen würde, läßt der Test nicht zu. Ebenso wenig kann von den Leistungen einzelner Werkstätten auf die Qualität des gesamten Servicenetzes geschlossen werden. Dennoch: Bei nicht behobenen sicherheitsrelevanten Mängeln gibt es keine Entschuldigung. Der Kunde muß sich darauf verlassen können, daß sein Motorrad die Werkstatt ordnungsgemäß gewartet und verkehrssicher verläßt, dafür bezahlt er schließlich.

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