Werkstatt-Test: Yamaha (Archivversion) Zusatzauftrag

Beim Zusatzauftrag beschreiben die Tester ein bestimmtes Symptom und beauftragen die Werkstatt mit der Ursachenforschung. Bei der Yamaha lag die Hauptdüse eines Vergasers lose in der Schwimmerkammer. In der Praxis kann dies passieren, wenn die Düse nach Arbeiten am Vergaser nicht fest eingedreht wurde, so daß sie sich allmählich lockert und herausfällt. Eine kleine Ursache mit spürbarer Wirkung: Einer der vier Zylinder der XJ 600 lief entschieden zu fett, was nach dem Anlassen sogar zu riechen war. Die Tester klagten bei der Fahrzeugübergabe zudem über schlechte Gasannahme und mangelnde Leistung. Zusätzlich gaben sie den Werkstätten Hinweise, indem sie den erhöhten Kraftstoffverbrauch erwähnten. Sinn des Zusatzauftrags ist es, schwarze Schafe unter den Werkstätten zu entlarven. Für einen Betrieb mit Hang zu unkorrektem Arbeiten ergäbe sich eine gute Gelegenheit, den einfachen Mangel kurzerhand zu beheben und durch die Berechnung überflüssiger Arbeiten oder unnötiger Ersatzteile zusätzlich Geld zu kassieren. Ein Verhalten, das vom Kunden normalerweise kaum zu überprüfen ist. Bei der vorigen Runde des Werkstatt-Tests konnte MOTORRAD einen solchen Fall nachweisen. Die Werkstatt hatte ein Neuteil berechnet, das gar nicht eingebaut worden war, das alte Teil war nicht einmal zur Kontrolle ausgebaut worden. Ein eindeutiger Fall von Betrug.

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