Wie viel Technik braucht das Bike? (Archivversion) Wie viel Technik braucht das bike?

Neue Technologien faszinieren. Wenn ein Stellmotor, von einem Computer gesteuert, Drosselklappen
langsamer öffnet als die sensibelste Bikerhand, wenn ein Klopfsensor hört, ob ein Motor klingelt, oder wenn ein Vorderrad statt von einer Telegabel von einer Doppellängslenker-Konstruktion geführt wird, dann haben Motorradfahrer was zu diskutieren und Journalisten was zu schreiben.
Dass die meisten neuen Technologien heute aus der Automobilindustrie kommen, müssen wir Motorradfahrer akzeptieren. Dort
wird unendlich viel mehr geforscht und entwickelt, immerhin geht es
darum, Milliarden Menschen sicherer und sparsamer fahren zu lassen.
Aber werden dadurch letztlich nicht auch unsere Motorräder
immer gleichförmiger in die automobile Richtung entwickelt? Nehmen wir uns damit nicht ein Stück Freiheit, zum Beispiel auch mal zu viel Gas zu geben oder eine durchschlagende Gabel durch Fahrkönnen zu vermeiden? Muss tatsächlich immer alles perfekt sein?
So begeisternd neue Techniken oftmals sind, freue ich mich
jedes Mal, wenn ich Motorräder sehe, die garantiert nicht perfekt sind. Wie die Ducati Hypermotard zum Beispiel. Viel zu kleiner
Tank, offene Trockenkupplung, und sie wird sich sicher ständig
überschlagen wollen. Da ist nichts Automobiles drin, ein »Motorrad-
motorrad«. Luftgekühlt, nackt. Kühlrippen, Rohre, Räder, Auspuff, Lenker, das reicht. Und einen Technologiesprung zeigt sie auch noch: Klappspiegel! Ja, genau. Da muss man erst einmal draufkommen. Geniestreich, Hut ab.
Mist, stimmt, die gab es bei der vorletzten S-Klasse schon.
Damit die dicken Karren in die Garage passten. Na gut.

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