Winter-Cross in Frankenbach (Archivversion) Land in Sicht

Die deutschen Moto Cross-Asse wollen 1997 auch in der WM Land sehen. Zu Recht, denn das Ergebnis des Saison-Auftakts in Heilbronn-Frankenbach läßt hoffen.

Jacky Martens sitzt völlig verschwitzt und abgekämpft in seinem Wohnmobil. » Ein Glück, daß die Deutschen in der Weltmeisterschaft nicht dieses Tempo anschlagen«, prustet der Halbliter-Weltmeister des Jahres 1993. Ausgerechnet ihn, einen der hochrangigsten Stargäste beim alljährlichen Startschuß zur Freiluft-Moto Cross-Saison im Heilbronner Teilort Frankenbach, hatten die Lokalmatadoren auf Rang sechs verwiesen. Doch Insider wissen längst: So dominant die Herren der Buckelpisten zwischen Kiel und Berchtesgaden ihr eigenes Terrain beherrschen, so viele Federn mußten sie oft auf internationalem Geläuf lassen - bislang.Doch in diesem Jahr soll alles anders werden. Das proklamierten zumindest die tonangebenden Drei der hiesigen Off Road-Szene, Pit Beirer, Dietmar Lacher und Bernd Eckenbach, noch ehe sie den engen, nach heftigen Regenfällen im Vorfeld aber hervorragend präparierten Parcours an Heilbronns Stadtrand unter die Stollenreifen nahmen. Pit Beirer. Der 24jährige vom Bodensee hat in der WM allen Grund, die Dinge - zumindest aus seiner Sicht - zurechtzurücken. Nach dem fünften Platz in der Viertelliter-WM 1995 hinderte im letzten Jahr ein gebrochenes Kahnbein den Honda-Piloten an größeren Taten als Rang sieben. Eine Radikal-Kur - vier Wochen Training im sonnigen Kalifornien - sollte Sonne in die Seele und das Fahrgefühl in den maltraitierten Körper zurückbringen. Dietmar Lacher. In der letzten Saison hatte der kleine Südbadener zumindest den deutschen WM-Rekord, Rang vier in der Viertelliter-WM 1981? von Rolf Dieffenbach, mit der selben Position in der 500er WM egalisiert. Ein Erfolg, der dem sensiblen Honda-Piloten durchaus Körper und Geist für noch größere Taten freimachen könnte.Bernd Eckenbach. Dem 26jährigen Schwaben, bislang im Ruf des allzeit bereiten Supercross-Arbeitstiers, hat der zehnte WM-Platz in seinem Einstandsjahr in der Halbliterklasse sichtlich gutgetan. So gut, daß dessen bislang eher national orientierter Arbeitgeber Kawasaki Deutschland, den flotten Angestellten von lokalen Repräsentationspflichten außerhalb der internationalen deutschen Meisterschaft befreit hat.Nun ja, sollte Frankenbach wirklich der Seismograph für künftige schwarz-rot-goldene Erschütterungen in den diversen WM-Klassen sein, darf sich Herr Martens nicht nur im Schwabenland warm anziehen. Denn einzig und allein der Finne Miska Aaltonen konnte sich mit Platz zwei und vier dem Totaltriumph der rasenden Drei widersetzen.

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