Winter-Moto Cross in Frankenbach/D (Archivversion) «Weiß endlich, was gut für mich ist“

Mit 31 Jahren will der Vierte der 500er WM, Dietmar Lacher, noch einmal hoch hinaus.

? Herr Lacher, beim Winter-Moto Cross in Heilbronn-Frankenbach legten Sie ungewohnten Biß und Aggressivität an den Tag. Je oller, desto doller?Nicht unbedingt. Tatsache ist, daß ich mich noch nie konditionell so intensiv auf eine Saison vorbereitet habe wie in diesem Jahr. Ich habe fünf Kilogramm abgenommen, meine Ernährung umgestellt und liefere hervorragende Werte bei den Konditionstests. Das schlägt sich natürlich auch beim Fahren nieder. Ich bin einfach besser drauf.? Das ließe allerdings auch den Schluß zu, Sie hätten sich in der Vergangenheit hängen lassen. Zumal die Fachwelt Sie schon vor zehn Jahren als kommenden Weltmeister pries.Das mag sein. Wenn ich meine aktuelle Einstellung schon 1987 gehabt hätte, wäre meine Karriere möglicherweise anders verlaufen. Es gibt eben Leute, die wissen schon mit 18, was für sie gut ist, andere eben erst mit 30. Doch man muß auch berücksichtigen, daß ich schon oft verletzt war. Und gut trainieren kann man nur, wenn man gesund ist.? Bringt mehr Kondition also auch mehr Biß?Das hat eher mit meiner Psyche zu tun. Ich gehe die neue 500er Saison nach dem WM-Erfolg mit viel mehr Selbstvertrauen an. Ich weiß, ich kann ganz vorne dabei sein.? Überraschte Sie der vierte WM-Platz vom letzten Jahr?Anfangs ja. Vor allem freute ich mich über die Konstanz, die mir all die Jahre gefehlt hatte. Was mich aber wurmt ist, daß ich keinen Laufsieg einfahren konnte. ? Dennoch hegten Sie am Saisonende Rücktritts-Gedanken.Stimmt. Ich bin Teilhaber beim Importeur von Fox Off Road- und Mountain Bike-Bekleidung und wollte meine berufliche Zukunft nicht zu sehr auf die lange Bank schieben. Doch mein Kompagnon gab mir für weitere zwei Jahre grünes Licht. Das war letztlich für meine Entscheidung weiterzumachen ausschlaggebend.? Ein besseres WM-Resultat zu erreichen wird aber nicht leicht werden. Immerhin kommt mit dem Yamaha-Werksteam auf der Viertakt-Maschine, Ex-Weltmeister Trampas Parker auf der Viertakt-Vertemati sowie dem Briten Kurt Nicoll auf der KTM starke Konkurrenz in diese Klasse.Die haben aber alle den Nachteil, auf für sie ungewohnten Maschinen zu sitzen. Ich kann dagegen auf Bewährtes setzen. Zudem tut mein Sponsor, der Honda-Händler Burkhard Sarholz, alles Erdenkliche, um gutes Material zu beschaffen. Außerdem kann das stärkere Interesse der Industrie der Halbliter-Klasse in Sachen PR nur guttun.? War Yamaha für die neue Viertakt-Maschine nicht auch an Ihnen interessiert?Stimmt, doch letztlich zog Michele Rinaldi als Chef des 250er Werksteams dieses Engagement für seinen Fahrer Andrea Bartolini an Land. Ehrlich gesagt war ich nicht ganz unglücklich darüber, denn ich wollte mir meine beiden letzten Jahre im Sport nicht durch eine unerprobte neue Maschine verbauen.

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