Worauf Sie sich verlassen können (Archivversion) Worauf Sie sich verlassen können

Zweimal kaum eine halbe Postkarte groß, aber die entscheidende Verbindung zwischen Motorrad und Straße: die Aufstandfläche der Reifen. Jeder Motorradfahrer trägt mindestens einmal pro Jahr rund 500 Mark zum Händler und weiß trotzdem erst nach einigen hundert oder gar 5000 Kilometern, ob das Gummipärchen zu seinem Motorrad, seinem Fahrstil, seinen Ansprüchen paßt und dem für die meisten wichtigen Kompromiß aus Naßhaftung, Handling und Laufleistung gerecht wird. Selbst wenn der Reifen eine Freigabe besitzt, ist dies noch keine Garantie für tadellose Funktion. Sogar erfahrene Händler können ihre Kundschaft nicht immer zuverlässig beraten, weil oft der Überblick über die verschiedenen Typen und Marken fehlt. Kaum jemand hat zudem die Möglichkeit, ein Dutzend Reifen im direkten Vergleich zu erproben oder auf Tausenden von Kilometern den Verschleiß zu »erfahren«. Deshalb wird der jährliche MOTORRAD-Reifentest (ab Seite 149) von vielen dringend erwartet, von einigen jedoch auch gefürchtet.Ehe sich unser Reifen-Guru Werner »Mini« Koch und die Service-Redaktion ans eigentliche Testen machen, stehen stets ausgiebige Nachforschungen an. Welche Reifendimension auf welchem Motorrad? Sportreifen oder Enduro-Gummis? Oder diesmal, siehe Neuzulassungen, vielleicht doch Chopper-Walzen? Wie häufig wird die Dimension verbaut? Besteht bei den Käufern solcher Maschinen ein gesteigertes Interesse an der Qualität der Reifen oder ist dies eher nebensächlich?Ist die Wahl getroffen, geht´s um die Beschaffung der Testmotorräder, die Anmietung von Strecken und, vor allem, eine möglichst praxisgerechte Testmethode. MOTORRAD fährt bewußt nicht nur auf gesperrten Strecken und auf der Naßtestbahn, sondern auch auf Landstraßen dritter Ordnung und Autobahnen. Für die Testcrew heißt dies: dreimal Standort wechseln, mehr als einhundert Reifenwechsel durchziehen und über 4000 Testkilometer abspulen. Vier Tester reisen dazu vierzehn Tage durch halb Europa, anschließend ermitteln neun Fahrer auf rund 40000 Kilometern im Konvoi den Verschleiß.Wenn nach all dem Aufwand die Analyse der Einzelergebnisse eine Wertung ergibt, kann sich der MOTORRAD-Leser den Reifen herauspicken, der seinem Anforderungsprofil gerecht wird. Aber nicht nur darauf kann man sich verlassen: Auch 1999 werden wieder einige meckern. Zum Beispiel solche, die keine Bandit 600, sondern einen »Luxusliner« oder eine »Knallschote« bewegen. Bitte Geduld, der nächste MOTORRAD-Reifentest kommt bestimmt.Immer genügend Grip wünscht

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