zum Thema (Archivversion) Zeichen der Zeit

Interessensvertretung tut not, vor allem wenn es um die Belange der Motorradfahrer geht. Doch blinder Lobbyismus führt in die Sackgasse. So zum Beispiel die unsinnige Diskussionen über den aufgrund des Zweiradbestands und der Fahrleistungen angeblich geringen prozentualen Anteil zweiradbedingter Schadstoffe am gesamten Verkehrsaufkommen. Weit gefehlt: Das einzig relevante Mass für die Umweltverträglichkeit eines Fahrzeugs ist der Schadstoffausstoss in Gramm/Kilometer. Und genau da sehen selbst moderne Motorräder uralt aus. Beispiel gefällig: Eine im Auftrag von MOTORRAD gemessene Suzuki GSX-R 750 mit Einspritzung emitierte beim Zyklus ECE 40.01 3,84 Gramm Kohlenwasserstoff+Stickoxide und 30 Gramm Kohlenmonoxid pro Kilometer, ein Porsche Turbo nach der ungleich schwierigeren Euro 2 mit schadstoffträchtigem Kaltstart, Warmlaufphase und Autobahnanteil 0,091 Gramm HC +Nox und 0,19 Gramm CO und Im direkten Vergleich ergeben sich also Faktoren, die weit höher als das 42- bis 158fache des Pkws betragen. Da können selbst rühmliche Ausnahmen wie BMW oder einzelne Modelle japanischer Hersteller mit geregeltem Katalysator die fatale Gesamtbilanz nur wenig aufbessern. Während die PKW-Hersteller mit ständigen Neuentwicklungen immer neue Abgashürden mit sensationellen Werten unterbieten, herrscht in der Motorradindustrie diesbezüglich zum Teil eine gefährliche Lethargie. Eine Lethargie, die für ein böses Erwachen sorgen könnte, sollte der Gesetzgeber eines Tages gleiches Recht für Auto- und Motorradfahrer fordern. Hoffentlich erkennen die Hersteller endlich die Zeichen der Zeit und orientieren sich in ihren Entwicklungen auch ohne Restriktionen an der Hürde die es zu nehmen gilt: Den Werten der Vierradfraktion.

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