Zum Thema (Archivversion) »Waldi gehört in die 250er Klasse“

Unglaublich, aber wahr: Honda Deutschland läßt sein bestes Pferd einfach ziehen

Bei der Vergabe der Grand Prix-Verträge hat Jürgen Fuchs einen Gewinn, Ralf Waldmann allenfalls einen Trostpreis gezogen. Was kann er mit der 500er V2-Aprilia gegen die V4-Meute erreichen? Gute Trainingszeiten und mit viel Glück auch mal einen Podestplatz - Doriano Romboni hat´s 1997 als Dritter in Assen gezeigt. Doch wer außer dem harten Kern des Fachpublikums honoriert auf Dauer solche Achtungserfolge mit unterlegenem Material? Bestimmt keine Illustrierte, weder die überregionale Tagespresse, noch die öffentlich-rechtlichen TV-Sender. Diese breit streuenden Medien werden nur dann auf Ralf Waldmann abfahren, wenn er um den WM-Titel kämpft. Aber das kann er gegen Doohan, Kocinski und Co. als Halbliter-Neuling vergessen - mit der Aprilia ebenso wie mit einer anderen 500er, denn Waldi behauptet, er hätte auch noch Alternativen in der Königsklasse. Als Sieger oder als Verlierer nahezu das gleiche Medieninteresse auf sich zu ziehen, das schafft nur ein Rennfahrer in Deutschland: Michael Schumacher. Ralf Waldmann gehört in die 250er Klasse. Aber niemand sollte von ihm verlangen, sich an ein Team zu binden, mit dem er offenbar nicht mehr kann. Daß der Vize-Weltmeister nun zu den 500ern und wahrscheinlich zu einer anderen Marke abwandert, geht auch auf die Kappe von Honda Deutschland. Was hat der Importeur getan, um sein sportliches Aushängeschild zu halten, notfalls auch in einem eigenen Team ohne den ungeliebten Dieter Stappert? Nichts. In der heißen Phase im Dezember, als die Bestellfrist für die NSR-Werksmaschinen ablief, waren die maßgebenden Herren im Urlaub.

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