Zum Thema (Archivversion) Mal ganz global gesehen

BMW kauft Motoren in China. Eine Meldung, so interessant wie der sprichwörtliche Sack Reis, der dort umfällt? Oder der Beginn des Untergangs der letzten großen, heimischen Motorradproduktion? »Ein ganz normaler Vorgang«, erklärt uns BMW-Pressesprecher Rudolf-Andreas Probst (siehe Interview Seite 43). Klar, schon bisher wurden die Motoren der nicht gerade erfolgreich verkauften G-Modelle im Ausland, bei Rotax in Österreich, produziert. Rotax wird nur ersetzt durch Loncin. Aber die Chinesen können mehr, und für mich ist es lediglich eine Frage der Zeit, bis die erste China-BMW vom Band rollt.
Globalisierung nennt man das. Konzerne lassen in Billiglohnländern produzieren und verkaufen die Waren mit hohem Gewinn in den Hochpreis-Märkten. Ob die Mechanismen der Großindustrie für den vergleichsweise kleinen Motorradmarkt taugen, muss sich erst noch zeigen. Angewendet werden sie von einigen Herstellern seit geraumer Zeit. Honda produziert nahezu überall auf der Welt, Triumphs werden in Thailand gebaut, Yamahas in Italien, die Liste ist lang. Insofern bedeutet die BMW-Aktivität in China nur eine Fußnote im internationalen Geschäft.
Ob das die Käufer auch so sehen, bleibt abzuwarten. Und ob die nun erfolgte Preissenkung bei der G 650 Xcountry auf 6900 Euro dem bisher viel zu teuren Einzylinder hilft, ist mehr als fraglich. Zu bieder und schmächtig das Design, zu einseitig die Auslegung. Eine alte F 650 GS konnte vieles besser. Dass BMW die neue Zweizylinder-F 650 GS für 7800 Euro anbietet, wird der Kleinen den Rest geben. Zumal die Neue noch komplett in Europa gebaut wird. Verstehe das, wer will.

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