Zum Thema (Archivversion) Quo Vadis, Aprilia?

Bei Aprilia lief einige Jahre wirklich alles schief. Die Modellpolitik pendelte zwischen Gross­rollern, 125ern und Superbikes hin und her, Händler und Kunden wurden mit teilweise eklatantem Ersatzteilchaos gequält. Die einst so stolze und innovative Marke war fast am Ende.
Seit der Übernahme durch die Piaggio-Gruppe scheinen sich die Dinge zum Besseren zu wenden. Zumindest pumpen die Piaggio-Leute ordentlich Geld in die Marke. Und mit diesem Geld ist die Entwicklung einer ganzen Menge neuer Maschinen möglich. Eine 750er-Familie rund um die Shiver, ein 1000er-V4-Superbike mit richtig Leistung und eine 1200er-V2-Familie werden in den nächsten Jahren die Biker-Gemeinde beglücken.
Für viel Aufsehen sorgte der neue Aprilia-Designchef Miguel Galluzzi mit einer brachialen Studie, die gleich einmal sechs Stufen auf der nach oben offenen Designrichter-Skala überspringt. Galluzzi, Erfinder der meistverkauften Ducati aller Zeiten, der Monster, schwelgt dabei in Future-Manga-Welten.
Ob eine Marke wie Aprilia solch einen Schritt verträgt? Ich glaube, da müssen die Verantwortlichen im oberitalienischen Noale noch mal in sich gehen. Müssen sich darüber klar werden, was Aprilia in Zukunft ausmachen soll. Wollen sie nach Ducati und MV Agusta die dritte italienische Sportmarke sein oder eher im Stil der großen vier japanischen Marken alle Segmente abdecken? Oder wollen sie einen wirklich eigenen Weg gehen? Wie Harley-Davidson, KTM, Triumph oder BMW.
Immerhin: Es tut sich wieder was in Noale. Das ist ja an sich schon eine gute Nachricht.

Herzlichst Ihr
Chefredakteur Michael Pfeiffer

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