Zum Thema (Archivversion) Brauchen wir die Automatik?

Schalten war für mich ein Thema. Vor gut 20 Jahren, als meine Moto Guzzi aufgrund wild rotierender, kiloschwerer Schwungscheibe sich gegen jeden Gangwechsel laut krachend sträubte. Es dauerte gefühlte drei Jahre, bis ich den Trick raushatte. Aber dann war ich der König. Moderne Motorradgetriebe sind bis auf wenige Ausnahmen problemlos schaltbar. Wer würde da nach einer Automatik fragen?
Ich nicht. Bis ich die Aprilia Mana fuhr. Deren supersoft schaltende Siebengang-Automatik macht das Fahren so locker, so perfekt, der­maßen lässig, das hat eine ganz neue Qualität. Erstaunlich, wie viel Aufmerksamkeit selbst routiniert durchgeführte Handlungen erfordern. Man merkt das erst, wenn sie plötzlich nicht mehr notwendig sind.
Schaltkönig wird man mit der Mana natürlich nicht mehr. So verliert das Fahren ein Stück Eigenständigkeit, ein Teil des Beherrschen­müssens. Jeder, der sich halbwegs auf einem Roller halten kann, kann auch Mana fahren. Ist das gut?
Immerhin erweitert es den möglichen Käuferkreis. Zu Menschen hin, die nicht mit Ziehkeilgetrieben und Schwungscheiben aufgewachsen sind. Deren Schaltgefühl sich auf das in die richtige Richtung Drücken von Smart-Schaltstöcken beschränkt. Denen mit 15 die Playstation wichtiger war als das Mofa frisieren. Oder die bisher nur Roller fuhren.
Für den erfahrenen Motorradfahrer ist es im Falle der Aprilia eine perfekte Antwort. Auf eine Frage, die er bisher gar nicht gestellt hat.

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