zum thema (Archivversion) Alpen-Masters: Der grösste <br /><br /> Test des Jahres

Einmal im Jahr zieht eine grosse Karawane von Testern mit Motorrädern gen Alpen. Eine bunte Mischung von 20 Maschinen muss auf Schwindel erregenden Hochgebirgsstraßen zeigen, was in ihnen steckt. Die Ergebnisse nach zwei Wochen harter Testarbeit (siehe Alpen-Masters Teil 1 ab Seite 20) sind oftmals faszinierend. Und manchmal völlig anders als im Flachland.
So mancher Leistungs-Bolide entpuppt sich beim Spurt aus den Kehren als lahmer Esel, der ein oder andere Tourer als
unhandlicher Tanker, die Reiseenduro als staksiger Kehreneirer.
Und ABS-Systeme, die bei 15 Prozent Gefälle gerne mal das Bremsen einstellen, zeigen, wie weit weg einige Entwickler von der Praxis sind.
Was in den Alpen zählt, sind ein sauber ansprechender Motor, bestes Handling, eine bequeme Sitzposition und eine schluckfreudige Federung. Die Reifen sollten nicht zu breit sein und die Übersetzung in den unteren Gängen eher kurz. Wenn dann
noch standfeste und gut dosierbare Bremsen überzeugen, ist der Alpenkönig schnell gekürt.
Ganz einfach? Keineswegs. Vieles, was heute in Motorrädern eingebaut wird, wirkt auf Alpenfahrt deplatziert. Wer freut sich schon darauf, jede Kehre mit Kupplungshilfe fahren zu müssen, weil der erste Gang bis 150 km/h reicht? Und wer will denn gleich bei der ersten Bergab-Passage erfahren, dass die Gabel bereits beim zarten Bremsen auf Block geht?
Einmal abgesehen von Supersportlern und Choppern/Cruisern müsste unsere Alpen-Testrunde den Herstellern bei allen anderen Maschinen zur Pflicht gemacht werden. Dann würde manches an heutigen Motorrädern besser. Denn eines ist sonnenklar: Was in den Alpen funktioniert, das begeistert auch auf normalen Straßen.

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