Zum Thema (Archivversion) Klasse Gemacht, Max

Da hat es mich kürzlich bei der Live-Übertragung der Superbike-WM fast von der Couch gehauen:
ein junger Deutscher fährt den Profis dermassen um die Ohren, dass es eine wahre Freude ist. Max Neukirchner bester Honda-Fahrer, dritter Platz im zweiten Lauf auf Phillip Island. Das gibt es doch gar nicht! Man hatte sich schon so daran gewöhnt, dass man als Deutscher in der Motor-
rad-WM nichts mehr zu feiern hat. Nach Waldi und ein bisschen Steve Jenkner war’s vorbei. Die hilflosen Versuche von RTL, aus dem hoffnungsfroh hinterherfahrenden Alex Hofmann einen
GP-Star zu machen, konnten Motorradsport-Fans nur beweinen.
Inzwischen haben die Fernseh-Bosse an Alex das Interesse verloren und sind aus der Szene wieder ausgestiegen.
Und nun kommt Max und zeigt, wie das geht. Mit vollem
Engagement dabei sein, herzerfrischend Gas geben und keine Probleme suchen, wo Lösungen gefragt sind. Respekt vor großen Namen ist ihm fremd, was zählt, ist die nächste Kurve. Wer da am schnellsten durchkommt, ist vorn. Und der sollte seiner Meinung nach Max und nicht anders heißen.
Das Verblüffende: Außer Vater Neukirchner und seinem Team hat ihm niemand geholfen. Ja, die Marke, die er fährt, unterstützt ihn bis heute nicht, er musste sich für viel Geld in sein Team einkaufen. Aber so hat er sich selbst durchgebissen, vom Junior-Cup bis zur WM. Das macht ihn stark. Für seine 21 Jahre wirkt
er erstaunlich erwachsen. Als ich ihn nach den ersten Super-
bike-Tests fragte, wie er die drei Zehntel Rückstand auf seinen
Teamkollegen Pierfranchesco Chili einschätzt, antwortete er
trocken: »Ich hab’ mehr drin!« In Phillip Island waren es fast zwei Sekunden, die er dem Altmeister im Training abnahm.
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