Zum Thema (Archivversion) Warum die grossen Vier verlieren

Bei den Zulassungszahlen 2003 setzt sich die Entwicklung der letzten Jahre fort: Sie gehen nach unten. Hauptverlierer sind die großen vier aus Japan, und das ist bitter für die Marken aus Fernost. Die Gründe für den Verlust der Käufer-Gunst sind jedoch simpel. Erstens: Der Zwang zu immer höheren Stückzahlen zwingt die Japaner zur Aufgabe wichtiger Nischenmärkte. Einzylinder-Enduros, faszinierende Twins, Tourer, Einsteiger-Maschinen, 125er, da kommt einfach zu wenig.
Zweitens: Wichtige Trends werden verschlafen. ABS, umfassen-
des Zubehörprogramm, Supermoto, Reiseenduros mit Kardan – wo bleibt das Engagement der japanischen Produzenten?
Drittens: Markenprofile werden nicht genug geschärft. Für welche Werte stehen denn Suzuki, Yamaha, Honda und Kawasaki?
Viertens: Maschinen aus Fernost treffen immer seltener ins Herz der Motorradfahrer. Und damit komme ich zum Kern des Problems: Früher setzten die Japaner die Trends im Motorradbau, heute kommen sie diesen kaum noch hinterher. Was waren doch eine Kawasaki Z 900, eine Honda Bol d’Or, eine Suzuki Katana oder eine Yamaha XT 500 für bahnbrechende Maschinen? Haben uns eine Suzuki GSX-R 750, eine Honda CX 500, eine Kawasaki ZZ-R 1100 oder eine Yamaha OW-01 nicht buchstäblich vom
Hocker gerissen? Was ist denn los in Japan? Wo sind die Motorrad-Enthusiasten geblieben?
Motorradfahren ist eines der emotionalsten Hobbys überhaupt. Wir Biker erleben die Natur hautnah, wir spielen mit Beschleu-
nigung und Schräglagen, lauschen dem Motoren-Sound, spüren Vibrationen. Und wir erfreuen uns an immer wieder neuen Formen und Spielarten der Maschinen. Das darf man beim Motorradbauen nicht vergessen. Der 187. Sechzehnventil-Reihenvierzylinder wirft uns nicht mehr um. Lasst Euch was einfallen.

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