Zur Kenntnis (Archivversion)

Manche Leute glauben, dass die Polizei Aussagen brav protokolliert. Ein Irrglauben, meint Anwalt Ralph Andreß

Nach einem Unfall hat keiner der Beteiligten ein Recht darauf, dass seine Aussagen zu Protokoll genommen werden. Mag gut sein, dass der Polizist vor Ort aufmerksam zuhört und auch geflissentlich mitschreibt, doch was davon in seinem Bericht landet, entscheidet nur er. Kann also sein, dass eine Aussage völlig unter den Tisch fällt, wie das im Fall Traub geschehen ist. Für die Polizei vor Ort erschien der Fall so klar, dass alle Äußerungen, die ihre Sicht der
Dinge hätten in Zweifel ziehen können, stur ausgeblendet wurden.
Dumm nur, dass das der Betroffene oft gar nicht mitbekommt. Weil er das Protokoll nicht einsehen darf. Weshalb sich folgendes Procedere empfiehlt: Da jede Beteiligung
an einem Unfall eh der Haftpflichtversicherung gemeldet werden muss, empfiehlt es sich, eine Kopie dieses Schreibens an die zuständige Polizeibehörde zu senden. Dann steht diese Sicht des Geschehens zwar nicht im Protokoll, aber sie befindet sich zumindest mal bei den Akten.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel