Zwei Arten Futter (Archivversion) Zwei Arten Futter

Triumph-Buch für Fans, Kultbuch für Dödels

Der Untertitel »Motorräder aus Hinckley« des Triumph-Buchs von Jürgen Gaßebner ist ein wenig irreführend. Denn die ersten 23 Seiten des 176 Seiten starken, fast durchgängig farbigen Werks beschäftigen sich mit der obligatorischen Firmengeschichte - und die spielte sich nun einmal in Meriden ab. Auch die letzten 30 Seiten haben mit dem Untertitel des 69 Mark teuren Buchs aus dem Motorbuch-Verlag (ISBN 3-613-01814-1) nur am Rand zu tun, denn sie befassen sich mit Umbauten und Sport. Auf den verbleibenden 123 Seiten immerhin widmet sich der Autor den Konstruktionen des Drei- und Vierzylindermotors sowie Beschreibungen der bisher 13 Triumph-Modelle. Befremdlicherweise sind alle Testzusammenfassungen, also auch die der topaktuellen Modelle, in der Vergangenheitsform geschrieben. Dabei will Gaßebner doch genau das Gegenteil ausdrücken: Triumph lebt. Fazit: ein technisch fundiert Werk, des mitunter mühsamen Lesens wert. 160 Seiten lang witzig sein zu müssen kann fürchterlich traurig enden, wie das jüngste Produkt aus dem für seinen Humor berüchtigten Tomus-Verlag beweist. Im »Biker-Kult Buch« quetschen Autor Klaus H. Bayer und Illustrator Falko Honnen selbst das dümmlichste Witzlein solange aus, bis es auch dem einstmals geneigten Leser abscheulich weh tut. Wer während der Lektüre des unglaublich dummen »Vorgeblubbers«, einer Art Einleitung, auch nur ein einziges Mal lacht oder gar die Illustration dazu - Ducati Monster in der Peepshow plus Sprechblase »Toll, diese nackte Italienerin!« - amüsant findet, täte verdammt gut daran, seine tägliche Wodka-Ration von zehn auf fünf Glas zu reduzieren. Klaus H. Bayer, Falko Honnen: Das Biker-Kult Buch. Tomus Verlag, 19,80 Mark.

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