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Vorschau Rallye Dakar 2016

Das Jahr 1 nach Coma

Titelverteidiger Marc Coma hat seine Karriere beendet. Vor diesem Hintergrund wittern die potenziellen Nachfolger Morgenluft. Ab 3. Januar kämpfen die Rallyestars um das Erbe Comas.

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Rallye Dakar 2016 Strecke

Die lange Reise: 9075 Kilometer liegen zwischen dem Start in Buenos Aires und dem Ziel in Rosario.  

Foto: Veranstalter  

Vier Ziffern sagen mehr als 1000 Worte: 9075. Das ist die Zahl der Kilometer, welche der Tross der Dakar-Rallye auf der diesjährigen Strecke zwischen dem Start in Buenos Aires und dem Ziel in Rosario/Argentinien hinter sich bringen muss. Viel eindrücklicher als die Gesamtdistanz ist jedoch die Länge der einzelnen Etappen. 698 Kilometer, ungefähr die Distanz zwischen München und Hamburg beträgt die durchschnittliche Etappenlänge – wohlgemerkt auf Feldwegen und unter Zeitdruck zu fahren.

Im Gegensatz zu früheren Ausgaben, bei der die Route auch weite Teile durch Chile führte konzentriert sich die Trasse der Dakar 2016 auf Argentinien sowie einen Abstecher ins rallyebegeisterte Bolivien. Sportlich setzt der Veranstalter ASO wieder verstärkt auf traditionelle Werte. Zusätzlich zu den auch bislang bereits durchgeführten beiden Marathon-Etappen, auf denen nur die Fahrer die Arbeiten an den Motorrädern vornehmen dürfen, wird es am Dreikönigs-Tag (6. Januar) zu einer Premiere kommen. Nach dem Zieleinlauf am Abend dieser 4. Etappe werden die Motorräder umgehend in einen Parc Fermé gebracht werden müssen. Ein technischer Service ist nicht erlaubt. Fällige Reparaturen werden erst nach dem Start des nächsten Tages möglich sein. Der dadurch entstehende Zeitverlust geht damit vollständig zu Lasten der Fahrzeit. Bereits eine halbstündige Reparatur könnte so über den Gesamtsieg der Rallye entscheiden.

Umso mehr Brisanz erhält dieses Thema vor dem Hintergrund, dass der fünfmalige Dakar-Sieger Marc Coma seine Karriere überraschend beendete und nun im Management des Veranstalters ASO die Rallye organisiert. Der Kampf um Comas Nachfolge verspricht interessant zu werden.

Honda

HRC Honda Team Dakar 2016

HRC-Mann Bianchi, Brabec, Barreda, Goncalves, Metge, Ceci, Teamchef Fischer (von li.)  

Foto: Honda  

Honda versucht nach 24 Jahren Pause (letzter Sieg 1989) seit dem Comeback im Jahr 2013 das imageträchtige Wüstenspektakel wieder zu gewinnen. Bislang vergeblich. Teamkapitän Joan Barreda gilt zwar als der schnellste Pilot der Szene, neigt unter Druck aber zu Stürzen. Als Geheimtipp gilt daher Teamkollege Paulo Goncalves. Der Portugiese holte im vergangenen Jahr Rang zwei der Dakar, gilt als überlegt und vor allem sattelfest.

Yamaha Team Dakar 2016

Alessandro Botturi und Helder Rodrigues.  

Foto: Yamaha  

Yamaha hadert seit Superstar Cyril Despres im vergangenen Jahr die Seiten wechselte und nun für Peugeot in der Automobil-Klasse antritt, mit der Besetzung. Neuen Wind könnte der erfahrene Portugiese Helder Rodrigues ins Team bringen, der dem Franzosen Olivier Pain (Platz 3 im Jahr 2014) und dem stämmigen Italiener Alessandro Botturi etwas vom Erfolgsdruck nehmen könnte.

KTM und Husqvarna Team Dakar 201

 

Foto: KTM  

Hecht im Karpfenteich bleibt KTM. 14 Siege in Folge sprechen eindeutig für die Österreicher. Die Mannen in Orange beherrschen die Szene mit beeindruckender Souveränität. Nach der Ära Coma fährt KTM gleich eine ganze Reihe siegfähiger Piloten auf und kann die Konkurrenz mit diesem homogenen Aufgebot taktisch erheblich unter Druck setzen.

Untermauert wird der Auftritt der Österreicher durch die Konzernschwester Husqvarna. Mit KTM-Technik, aber in weiß-gelber Lackierung werden der Portugiese Ruben Faria und der französische Enduro-Weltmeister Pela Renet antreten. 
Mangelware bleiben deutschsprachige Piloten. Neben dem österreichischen KTM-Werkspiloten Matthias Walkner tritt nur der 52-jährige bayerische Routinier Ingo Zahn an.

Interviews mit Matthias Walkner, Marc Coma und Honda-Teamchef Wolfgang Fischer wird motorradonline.de im Vorfeld der Rallye in den nächsten Tagen veröffentlichen. Während der Rallye wird TV-Sender Eurosport täglich berichten. Die Sendezeiten: tv.eurosport.de; Mehr zur Rallye: www.dakar.com

28.12.2015 |  Artikel drucken | Senden | Kommentar

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