09.06.2011 Von: Thomas Schmieder
Erschienen in: 13/ 2011 MOTORRAD

Report: Alles über Benzin Teil 3 (Teil 2) Wintertipps

BMW K 100 Tank

Der Tank samt Innereien dieser BMW K 100 war nach zwei Jahren halb gefüllt mit E5 schrottreif.  

Foto: Hanke  

Je nach Jahreszeit kommt Sommer- oder Winterbenzin in den Handel. Und worauf muss man beim Überwintern achten?

Um im Brennraum ein zündfähiges, gasförmiges Kraftstoff-Luft-Gemisch zu ermöglichen, muss Benzin verdampfen: Man gibt Gas. Doch diese Flüchtigkeit muss zu verschiedenstenTemperaturen passen. Daher werden alle Benzinsorten in Sommer- und Winterqualität ausgeliefert. Für bessere Zündwilligkeit beim Kaltstart sorgen im Wintersprit erhöhte Anteile an leichtflüchtigen Komponenten wie Butan (C4H10). Sie sind im Sommerbenzin mit seinem geringeren Dampfdruck weniger enthalten, um Dampfblasenbildung im Kraftstoffsystem zu verhindern.

Winterkraftstoff gibt es in Deutschland vom 15. November bis 15. März, Sommerbenzin vom 1. Mai bis 30. September. In den Zeiträumen dazwischen schenken die Tankstellen „Übergangsware“ aus, Mischungen aus Sommer- und Winterkraftstoff. Wird ein Motorrad zum Ende eines Jahres mit Wintersprit betankt und stillgelegt, kann der hohe Butananteil an warmen Frühlingstagen Stottern im Leerlauf bis hin zum Absterben des heißen Motors verursachen. Bei Vergasermotoren neigen leicht flüchtige Substanzen dazu, aus den Schwimmerkammern zu „verduften“ und dadurch Start-unwilligkeit zu provozieren.

Um selbst nach längeren Standzeiten genug Reserven bei der Klopffestigkeit zu haben, empfiehlt sich höheroktaniger Kraftstoff, Super Plus oder „Premium“ (Aral Ultimate 102, Shell V-Power Racing). Wichtig: Vor dem Einmotten muss der Tank des Motorrads möglichst randvoll sein. Hierdurch werden das über dem Kraftstoff stehende Luftvolumen und die sogenannte „Tankatmung“ minimiert. Bei steigender Temperatur wird warme Luft über die Tankentlüftung herausgedrückt und bei sinkenden Temperaturen feuchtere Luft wieder angesaugt. Ist der Tank bis zum Stutzen voll, kann nur eine geringe Menge Wasser in den Kraftstoff gelangen.

Bei kaum gefüllten Tanks können sich dagegen separate Wasserphasen bilden, die sich, weil sie schwerer als Benzin sind, am Tankboden absetzen. Dort können sie erhebliche Korrosion verursachen, bis hin zur Durchrostung von Tankfalzen und anderen „Innereien“. Ethanol löst sich sowohl in Wasser wie in Benzin, vermittelt zwischen beiden. Und es wirkt hygroskopisch, wasseranziehend. Dabei eignet sich E10 im Vergleich zu Super E5 nach Angaben von Aral-Chemikern besser zur Überwinterung. Sein doppelt so großer Ethanolanteil könne zweimal so viel Wasser in einer homogenen Lösung halten und damit „unschädlich“ machen.

E10 bindet bei 20 °C etwa ein Prozent Wasser bis zur Entmischung, bei 0 °C nur 0,5 Prozent. Ist mehr Wasser im Tank, so scheidet es sich zusammen mit dem Ethanol aus dem Benzin ab (Phasentrennung) und bildet am Tankboden eine stark korrosive Wasser-Alkohol-Mischphase. Im darüberstehenden, nun ethanolfreien, Ottokraftstoff sinkt die Klopffestigkeit, was die Gefahr ernster Motorschäden birgt. Diese Effekte kann E10 bei randvollem Tank deutlich verringern.


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