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Honda MSX 125 (Modelljahr 2016).

Begrenzungsleuchten bei Motorrädern Alle Lampen an

Ob Begrenzungsleuchten nun erlaubt sind oder nicht - da besteht auch bei Gesetzeshütern nicht immer eine einheitliche Meinung. Zum Glück geht es hier aber nicht um Meinungen, sondern um eine ganz eindeutige Gesetzeslage.

Aufregung in der MOTORRAD-Redaktion: Aktuell mussten drei MOTORRAD-Redakteure dasselbe Schicksal erleiden. Allesamt waren in den vergangenen Tagen mit je einer aktuellen Honda unterwegs, bis sie plötzlich von winkenden Motorrad-Polizisten an den Straßenrand zitiert oder direkt an der roten Ampel zum Gespräch gebeten wurden. Der Grund: die bei zahlreichen Honda-Modellen serienmäßig in die Blinker integrierten Begrenzungsleuchten, auch als Positionslichter bekannt. Mit den Sätzen "Das ist in Deutschland so aber nicht gestattet" und "Damit müssen sie zum Händler und ein neues Relais einbauen lassen" wies man die Redakteure zurecht. Blinker dürften in Deutschland nicht permanent leuchten, so die Ordnungshüter.

Obwohl zwei der drei MOTORRAD-Mitarbeiter auf die neue Gesetzeslage hinwiesen (siehe unten), konnte man die Beamten zuerst nicht überzeugen. Auch das Argument, dass nahezu alle neuen Honda-Modelle mit dieser Konfiguration homologiert und entsprechend zugelassen wurden und werden, zog nicht. Es blieb bei der mündlichen Zurechtweisung.

Nachträglich konnten wir den Vorfall nun aber zusammen mit der Polizei klären, die uns bestätigte, dass es sich bei dieser Art der Begrenzungsleuchten um eine legale Konfiguration handelt.

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Aus MOTORRAD-Ausgabe 8/2016

Der letzte Bericht in MOTORRAD-Ausgabe 8/2016 über die Zulässigkeit der Begrenzungsleuchten in den Blinkern am Beispiel der Honda Africa Twin lautete folgendermaßen:

Eine neues EU-Gesetz macht’s möglich, und Honda hat es bereits umgesetzt: Bei neuen Modellen leuchten die vorderen Blinker permanent. Damit wird die schlanke Motorradsilhouette rein optisch verbreitert und so die Erkennbarkeit des Motorrads für andere Verkehrsteilnehmer verbessert. Der Grundgedanke ist so simpel wie effektiv: Die Blinker ersetzen die seit einigen Jahren für Neu-Maschinen vorgeschriebenen Positionsleuchten. Damit werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn der technische Aufwand wird reduziert (weniger Bauteile) und die aktive Sicherheit gleichzeitig erhöht (bessere Erkennbarkeit).

Und wenn man nun einfach das Signal zum Abbiegen geben will, sprich blinken möchte? Ist alles wie gewohnt: an, aus. Denn die Blinker bleiben weiterhin Blinker. Nur ist das Licht im Blinkbetrieb deutlich heller als im Betrieb mit Dauerlicht. Rechtliche Grundlage ist die weltweit für Fahrzeughersteller gültige UNECE-Vorschrift 53.01. Sie bezieht sich nur auf die Motorrad-Front, die Blinker hinten arbeiten weiter wie gewohnt. Das erste Motorrad, das mit Dauerlicht-Vorderblinkern in Deutschland auf den Markt kam, war die CBR 600 RR des Modelljahrs 2013. Kleiner Wermutstropfen für Besitzer älterer Maschinen: Die Dauerlicht-Blinker für bessere Sichtbarkeit sind nicht nachrüstbar, der technische und zeitliche Aufwand wäre laut Honda hierfür zu groß.

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