Blitzmarathon 2015 am 16. April Zum ersten Mal europaweit

Am 16. April ist es wieder so weit: Der Blitzmarathon 2015 steht an, erstmals nicht nur deutschland- sondern sogar europaweit. Die Deutsche Anwaltauskunft erklärt, wie Motorradfahrer um eine Strafe herumkommen können.

Foto: fact

+++ UPDATE 15. April 2015: Das Portal bussgeldkatalog.org informiert, an welchen Standorten die Blitzer beim Blitzmarathon 2015 am 16. April aufgestellt werden. Alle Blitzer-Standorte gibt es unter folgendem Link: https://www.bussgeldkatalog.org/blitzermarathon/ +++

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 90.000 Auto- und Motorradfahrer im Rahmen des Blitzmarathons in Deutschland überführt. Am 16. April steht nun der Blitzmarathon 2015 an, wieder 24 Stunden lang und dieses mal machen auch die europäischen Nachbarn mit. Der Blitzmarathon startet am 16. April um 6 Uhr und endet folglich am 17. April um 6 Uhr. Die Deutsche Anwaltauskunft erklärt, wie man unter Umständen um eine Strafe herum kommt.

Hierzu braucht es allerdings meist anwaltliche Unterstützung, um mögliche Fehler in der Ermittlungsakte zu identifizieren. Was aber auch klar ist: Wer beim Blitzmarathon 2015 nachgewiesen zu schnell fährt, muss mit den Konsequenzen leben. Wer von der Bußgeldstelle Post bekommt und Zweifel daran hat, dass er zu schnell gefahren ist, sollte demnach auf dem mitgesendeten Anhörungsbogen lediglich Angaben zur Sache machen und das weitere Vorgehen mit einem Anwalt besprechen.

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Um eine Strafe herumkommen?

1. Verjährung - Wenn Behörden sich zu viel Zeit lassen: Die Verjährungsfrist beträgt bei Ordnungswidrigkeiten drei Monate ab der Tat. In dieser Zeit müssen die Behörden den Fahrer ermittelt und einen Bußgeldbescheid erlassen haben. Die Frist kann einmal unterbrochen werden, beispielsweise durch die Zustellung des Anhörungsbogens oder aber wenn man direkt von der Polizei angehalten wird. Häufig prüfen die Bußgeldbehörden letzteres nicht, gehen davon aus, dass mit der Zusendung des Anhörungsbogens die Frist erneut läuft und lässt sich zu viel Zeit.

2. Beweisfoto - Wenn die Identifizierung schwierig ist und soziale Netzwerke nicht helfen: Die eindeutige Identifizierung des Fahrers ist mitunter kompliziert, etwa wenn das Gesicht durch die Hände verdeckt ist oder die Augen durch eine Sonnenbrille versteckt sind, oder bei Motorradfahrern natürlich durch ihren Helm, wobei hier dann der Halter im Zweifelsfall herhalten muss. „Die Qualität der Fotos erfüllt aber oft nicht die Erfordernisse, die vor Gericht an ein beweiskräftiges Foto gestellt werden“, sagt Daniela Mielchen von der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

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3. Messfehler - Wenn Geheimnisse geheim bleiben sollen: „Viele Blitzvorgänge weisen Messefehler auf und ihre Ergebnisse sind damit angreifbar“, sagt Jörg Elsner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im DAV. So etwa bei Radaranalgen. Diese zeichnen Daten auf. Ein möglicher Vorteil für die Beschuldigten ist es, dass viele Hersteller moderner Blitzanlagen den technischen Sachverständigen genauere Angaben zur Anlage verweigern – zur Wahrung des Geschäftsgeheimnisses. Inzwischen kommt es deshalb immer wieder zu Gerichtsurteilen, die eine Verwertbarkeit solcher Messergebnisse in Frage stellen.

Zusätzliche Messungen im Rahmen des Blitzmarathons 2015 funktionieren anders. Hierfür werden Polizisten abgestellt, die mithilfe von Lasermessungen Tempe-Sünder überführen sollen. „Die Ergebnisse werden aber nicht aufgezeichnet“, sagt Elsner und ergänzt: „Und die Richter glauben im Zweifelsfall dem Polizisten. Dieses Vorgehen halte ich für höchst bedenklich.“ Derzeit lasse sich diese Praxis allerdings nicht angreifen.

Augenblicksversagen und besondere Umstände können helfen

Darüber hinaus kann mitunter das sogenannte Augenblicksversagen vor einer Strafe schützen. Es gilt dann, wenn die angezeigte Geschwindigkeit nur einmal und/oder unübersichtlich vor dem installierten Blitzer angebracht ist. Außerdem gibt es besondere Umstände, die einen Fahrer entschuldigen können. Etwa, wenn man auf der Autobahn einem plötzlich ausscherenden Fahrzeug ausweichen muss und währenddessen die angezeigte Geschwindigkeitsbegrenzung übersieht. Diese besonderen Umstände werden von Gerichten gemeinhin anerkannt. Das größte Problem hierbei: der Beweis.

Ausführlichere und weitergehende Informationen zum Blitzmarathon 2015 finden Sie auf der Website der Deutschen Anwaltauskunft unter https://anwaltauskunft.de/magazin/mobilitaet/auto/963/blitzer-marathon-2015-strafen-fehler-der-behoerden/

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