Erstzulassung von Euro2-Motorrädern bis 31.12.07 Achtung: letzte Frist!

Foto: Schmieder
Müssen Motorräder, die bloß nach der veralteten Euro2-Norm homologiert worden sind, in 2007 noch erstmals zugelassen werden oder nicht? Darüber herrscht zwei Jahre nach Inkrafttreten der aktuellen Abgasnorm Euro 3 (gilt seit 1. Januar 2006) noch viel Unklarheit. In Internetforen, bei Biker-Stammtischen und in Redaktionsrunden gibt es unterschiedliche Meinungen dazu. Dabei ist die Antwort ganz einfach: je nachdem!

Es hängt davon ab, ob der entsprechende Typ nicht mehr als jährlich 5000mal in der gesamten EU verkauft wurde.

Endgültig Schluss mit lustig ist nach dem 31. Dezember 2007 für jene Motorrad-Typen, die sich EU-weit, also in allen 27 Mitgliedsländern zusammen, mehr als durchschnittlich 5000mal pro Jahr verkauft haben: Sind sie bis dahin nicht erstmals zugelassen, können sie allenfalls noch als dekorativer Blickfang in Wohnzimmer oder Garage dienen, doch in den Straßenverkehr gelangen können sie ab 2008 nicht mehr! Denn bereits Ende 2006 ist deren Betriebserlaubnis erloschen, der Abverkauf in 2007 erfolgte bereits in Form einer „Ausnahmegenehmigung für den Abverkauf auslaufender Serien“.
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Beispiel dieser Art sind die vergaserbestückten, Euro2-konformen Erfolgsmodelle Honda CBF 600 oder Suzuki Bandit 650 oder 1200. Aber auch manche Maschinen mit Einspritzung, wie etwa das 2007er-Modell der kawasaki ZZR 1400. Für deren Erstbesitzer heißt es in den wenigen verbleibenden Tagen von 2007 noch zwingend "ab zur Zulassungsstelle" – sofern nicht bereits geschehen!

Eine Gnadenfrist von einem zusätzlichen Jahr genießen dagegen Fahrzeugtypen geringerer Stückzahl. Deren Betriebserlaubnis erlischt erst am 31. Dezember 2007, der Abverkauf ("der auslaufenden Serie") samt Erstzulassung darf noch im gesamten Jahr 2008 erfolgen.

Euro2-Maschinen erkennt man in der Zulassungsbescheinigung unter Ziffer 14: Dort steht dann 2002/51;A: unter 150 ccm beziehungsweise 2002/51;A: ab 150 ccm.
Dies entspricht den an den Schlüsselnummern 0209 und 0210.

Bleibt nur eine Krux: Woher weiß die Zulassungsstelle, welches Motorrad unter welche Regelung fällt? Auch das ist natürlich fein säuberlich geregelt: Für Maschinen, die 2008 noch unter die Ausnahmengenehmigung fallen, legt der Hersteller bzw. Importeur eine zuordbare Herstellererklärung (sogenanntes „5000er-Papier“) bei (siehe Abbildung). Darin bestätigt der Hersteller, dass von diesem Fahrzeugtyp bis zum 31. Dezember 2006 im Durchschnitt jährlich nicht mehr als 5000 Fahrzeuge in der EU verkauft wurden und diese Zahl in 2007 nicht überschritten wird. Die Herstellererklärung muss eine laufende Nummer und die Fahrzeug-Identifizierungsnummer aufweisen.
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Foto: Gargolov
Oder aber der Hinweis auf Kleinserien unter 5000 Stück ist in der Zulassungsbescheinigung II unter Ziffer 50 oder 51 versteckt. Ohne eine solche schriftlich vorliegende eindeutige Zurordnung kann eine Zulassung in 2008 nicht mehr erfolgen!

Eine Sondervorschrift gibt es lediglich für Tüftler und Bastler: Wer sich selber ein Euro2-Motorrad baut, und in den Papieren als Hersteller genannt wird, kann dies 2008 noch direkt mit der jeweiligen Zulassungsstelle klären.

2009 fällt dann für noch nicht zugelassene Euro2-Maschinen endgültig das juristische Fallbeil: dann dürfen sie EU-weit nicht mehr zugelassen werden.

Bei drei- und vierrädrigen Kraftfahrzeugen, also Quads, Trikes, Karts gilt: Dort gibt es noch keine Euro 3, also sind Euro2-Fahrzeuge auch die nächste Zeit noch problemlos zulassungsfähig.

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