Gabriel: Aus für Biosprit-Pläne Super bleibt super

Foto: Gargolov
Eigentlich wollte Umweltminister Sigmar Gabriel Ende 2007 mit der beschlossenen Einführung eines auf zehn Prozent erhöhten Bioethanolanteils im Superbenzin, den Kohlendioxid-Ausstoß bei Neuwagen bis 2012 auf durchschnittlich 120 Gramm pro Kilometer senken.

Heute dann die Kehrtwende. Gabriel kippte die Verordnung. Der Grund: Drei Millionen, statt wie ursprünglich angenommen 300000 Pkw in Deutschland vertragen nach neuen Hochrechnungen den erhöhten Alkoholanteil im Superbenzin nicht. Ein unschädlicher Fahrbetrieb wäre für die Betroffenen nur mit einem Umstieg auf das unveränderte Super Plus möglich gewesen. Die Zahl der betroffenen Motorräder wurde dabei noch nicht berücksichtigt.

"Die Umweltpolitik übernimmt nicht die Verantwortung dafür, wenn Millionen Autofahrer an die teuren Super-Plus-Zapfsäulen getrieben werden", sagte der Umweltminister der Bild-Zeitung. Doch wie konnte es zu einer derartigen Fehlberechnung kommen? Lange hatte sich das Umweltministerium auf die Ergebnisse des Verband der Autoindustrie (VDA) verlassen, der Ende Januar eine Unverträglichkeit des neuen Sprits für zirka 375000 Autos ermittelt hatte. Inzwischen geht man aber davon aus, dass diese Zahl um den Faktor zehn zu niedrig ist. Die ausländischen Autohersteller hatten entgegen der VDA-Erhebung eine Zahl von über drei Millionen betroffener Fahrzeuge gemeldet.

Obwohl Gabriel alle Schuld von sich weist und die Verantwortung bei den Autoherstellern sieht, werden die Stimmen seiner Kritiker immer lauter. Auch die Einführung der schadhaften Dieselrußfilter, die in ihrer Wirksamkeit vielfach untauglich sind, gilt als Flop des Umweltministeriums.

Motorradfahrer älterer Maschinen können also aufatmen: An der Zapfsäule bleibt nach wie vor alles Super.

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel