Meldungen zu neuen Verkehrsregeln Freie Fahrt im Stau und 125er für alle?

Foto: fact

Es klingt schön - vielleicht aber zu schön, um wahr zu sein: Laut einer großen deutschen Auto-Zeitschrift will das Bundesverkehrsministerium Motorradfahrern künftig nicht nur das Durchfahren von Autobahnstaus erlauben, sondern erwägt sogar noch, allen Inhabern eines Auto-Führerscheins das Fahren von 125er-Leichtkrafträdern zu gestatten. Allen, wohlgemerkt, also auch jüngeren und jungen Autofahrern. Bereits seit 1996 darf 125er fahren, wer die Klasse B (früher 3) vor 1. 4. 1980 erworben hat.

Doch die Ernüchterung folgt: Weder Bundesverkehrsministerium noch der Industrieverband Motorrad können dies so bestätigen. Nach Recherchen der MOTORRAD-Schwesterzeitschrift "2Räder" (www.2raeder.de) wird derzeit im Berliner Ministerium lediglich "geprüft", so Ministeriums-Pressesprecher Ingo Straten, ob man Motorradfahrern künftig erlauben könne, auf der Autobahn in Schrittgeschwindigkeit die so genannte Rettungsgasse zwischen still stehenden Autokolonnen nutzen zu dürfen. Dies aber auch nur bis zur nächsten Ausfahrt. Motorrädern generell "bei Staus die Benutzung der Rettungsgasse zwischen den Fahrstreifen zu erlauben", wie das Blatt schreibt, ist also keineswegs geplant.

Das so genannte Durchschlängeln durch langsam fahrende Kolonnen wird weiterhin den Tatbestand des Rechtsüberholens erfüllen, der mit mindestens 100 Euro Geldstrafe und 3 Punkten geahndet wird. Gleichzeitig haben bereits die Bundesländer, die dem Vorhaben - sollte die Prüfung durch das Verkehrsministerium positiv ausfallen - erst noch zustimmen müssen, ihre Widerstand dagegen angekündigt. Begründung: Nicht mit der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer vereinbar.

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