Motorraddiebstahl bei Probefahrt Versicherung muss zahlen

Foto: fact
Das Oberlandesgericht Köln hat entschieden, dass ein Motorradbesitzer Recht auf eine Entschädigung hat, wenn sein Motorrad bei einer Probefahrt entwendet wird.

Im September 2006 inserierte ein damals 46-jährige Motorradbesitzer seine BMW R 1200 GS im Internet. Auf das Angebot hin meldete sich ein Interessent, der sich als Josef Krause vorstellte. Er erschien zum vereinbarten Termin auf einer alten Yamaha FJ 1100. Der Verkäufer überließ dem Interessenten seine BMW für eine kurze Probefahrt, doch Herr Krause kam nicht wieder zurück. Wie sich später herausstellte, war die zurückgelassene Yamaha ein nicht umgemeldetes Bastlerfahrzeug im Wert von etwa 600 Euro und der Name des Interessenten schlichtweg falsch. Die Versicherung verweigerte damals dem Betrugsopfer eine Entschädigung, da er "Opfer eines nicht versicherten Betruges" geworden sei.
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In zweiter Instanz wurde nun dem Motorradbesitzer vom OLG Recht gegeben und eine Entschädigung von 10650 Euro aus seiner Teilkaskoversicherung zugesprochen.

"Das Gericht geht von einer Entwendung im Sinne der Versicherungsbedingungen aus. Der Verkäufer habe, als er das Motorrad zur Probefahrt an den angeblichen Kaufinteressenten zu einer zeitlich und räumlich begrenzten Probefahrt überließ, seinen Gewahrsam an der Maschine nicht aufgeben wollen, dieser sei nur gelockert gewesen. Dies ergebe sich schon daraus, dass der Fahrzeugschein nicht mit übergeben worden ist. Der Interessent habe sich bei seiner Probefahrt nur im Gebiet der kleinen Ortschaft bewegen sollen, in der der Eigentümer wohnt", begründet der juristische Verlag Juris.

Wer jedoch ganz auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bei der Probefahrt den Führerschein des Interessenten zeigen lassen und für den Notfall den Personalausweis als Pfand behalten.

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