Neue Versicherungstarife seit dem Stichtag 30. November Neue Versicherungstarife 2013

Der Wechsel-Stichtag, der 30. November, ist vorbei - aber womöglich steht ja zum Saisonstart ein neues Versicherungsobjekt ins Haus.

Foto: Gargolov
Allrounder: Honda CBF 600 S.
Allrounder: Honda CBF 600 S.

Alle Jahre wieder überschwemmt uns die Radio- und Fernsehwerbung mit dem Hinweis, der alten Kfz-Versicherung zum 30. November unbedingt den Vertrag zu kündigen, damit man im neuen Jahr dank sattem Prämiennachlass durch Neuabschluss plötzlich Spendierhosen trägt - sehr zur Freude der einkaufswütigen Freundin oder Ehefrau. So weit das Klischee, das sich auch im aktuellen Tarifvergleich, den wir zusammen mit der Ratingagentur Franke und Bornberg (siehe rechts) aufgestellt haben, zunächst bestätigt: Für die Beispielfälle sind Einsparungen von 70 Prozent und mehr der Regelfall. Je nach Modell könnte das in Echtzahlen bis zu 1000 Euro betragen. Theoretisch: Denn die Frage bleibt, ob der kritische Verbraucher von heute tatsächlich noch einen Versicherungsvertrag laufen hat, der um Längen über den günstigsten Offerten dieser Fahrzeugklasse liegt. Zur Klärung kann auf jeden Fall ein Vergleichsrechner aus dem Internet beitragen. Schnell sieht man, ob man wirklich von der eigenen Versicherung über Jahre abgezockt wurde oder nur minimale Abweichungen zu den Low-Budget-Angeboten bestehen. Vorsicht allerdings bei allzu schnellem Abschluss eines Online-Vertrags, der am Ende der Vergleichsrechnung nur einen Mausklick entfernt liegt. Zum einen werden individuelle Einstufungsmöglichkeiten von den Online-Börsen nicht erfasst, zum anderen schwankt auch die Qualität des jeweiligen Verkaufsportals. Genau das bemängelt auch eine Studie des Instituts für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln (www.ivw-koeln.de) bei einer Bewertung von zehn gewerblichen und nicht gewerblichen Vergleichsrechnern im Internet: Das Portal, das auf Anhieb die günstigsten Tarife ausspucke, so die Studie, gebe es nicht.

In puncto Nutzerfreundlichkeit überzeugen zwar die Portale von transparo.de und check24.de sowie huk24.de. Grundsätzlich bleibe laut Studie aber das Problem der mangelnden Transparenz: Dass es sich bei vielen Portalen nicht um unabhängige Dienstleister, sondern um Makler handelt, die bei Vertragsabschluss kräftig mitkassieren, ist meist nicht ersichtlich. Pro neu abgeschlossenem Vertrag fließen zwischen 80 und 100 Euro an manche Portalbetreiber. Wer richtig vergleichen will, lässt sich die Tarife über verschiedene Portale berechnen und holt mindestens noch das Angebot eines (realen) Versicherungsvertreters ein. Ohnehin sagen die Vergleichsrechner wenig über die Qualität der neu angebotenen Verträge aus. Und die können sich gerade für Motorradfahrer in gravierenden Punkten unterscheiden, wie eine große Tarifanalyse der Zeitschrift MOTORRAD und Franke und Bornberg zum Saisonstart (MOTORRAD 7/2012) gezeigt hat: Rückstufung nach einem Schaden, Einbindung eines Rabattretters, Höhe des beitragsfrei mitversicherten Zubehörs, Zusammenstoß mit Tieren, Schäden an der Fahrerbekleidung. Diese Punkte sind meist nur in einem individuellen Gespräch mit einem Versicherungsvertreter (oder -makler, sofern er mehrere Gesellschaften im Portfolio hat) zu klären. (jlo)

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Richtig vergleichen

Das Internet ist voll mit Vergleichsrechnern, mit denen Versicherungstarife bequem abgerufen werden können. Nur: Die Menge täuscht, meist stammen die vielen Tarifauskünfte aus einer einzigen Quelle. Zweites Problem: Die Vergleichsportale kassieren bei der Vermittlung mit und nehmen so erheblichen Einfluss auf das Ranking. Sprich: Der günstigste Tarif gilt nur bei diesem Vergleichsrechner, bei einer persönlichen Beratung kann ein attraktiveres Angebot rausspringen. Zumal immer mehr große Versicherer ihre Daten für die Vergleichsportale nicht mehr freigeben. Wir haben uns deshalb auf die Analyse von Franke und Bornberg (www.franke-bornberg.de) gestützt. Die Ratingagentur aus Hannover prüft die Tarife auf der Basis verbindlicher Quellen wie Versicherungsbedingungen, Antragsformularen und Versicherungsscheinen. Eigenauskünfte oder Werbeaussagen der Versicherer werden dabei komplett ausgeblendet. Erst so entsteht ein wirklich stichhaltiges Ranking von Versicherungstarifen.

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Richtig versichern

Wird zwar beim Vergleich abgefragt, spielt aber beim Motorrad eine untergeordnete Rolle: Jahresfahrleistung oder Unterstellplatz. Viel wichtiger sind für die Tarifgestaltung das Verhältnis von Leistung und Gewicht, die Ausführung als Ein- oder Zweisitzer sowie das Vorhandensein eines ABS.

Bei hochwertigen oder aufwendig umgebauten Motorrädern muss bei der Antragstellung der Fahrzeugwert erfasst werden. Ab 20 000 Euro werden Zuschläge bei der Kaskoversicherung verlangt.

Bei den Vergleichsrechnern im Internet sind meist nur Standardeinstufungen hinterlegt, die nicht verändert werden können. Oftmals ist es aber möglich, bei einer bestehenden Autoversicherung das Motorrad als Zweitfahrzeug günstiger einstufen zu lassen.

 

Beispielrechnungen*

*Quelle: Franke und Bornberg (www.franke-bornberg.de), Stand: Oktober 2012. Versicherungsbeginn 1. Januar 2013. Halter ist gleich Versicherungsnehmer und hat keine Punkte. Fahrzeug ist eigenfinanziert, wird nur vom Halter und ausschließlich privat genutzt. Parameter sind so gewählt, dass immer die höchstmögliche Prämie für den Musterfall zum Tragen kommt. Alle Beträge mit jährlicher Zahlungsweise.

Foto: Gargolov
Allrounder: Harley-Davidson Fat Boy.
Allrounder: Harley-Davidson Fat Boy.

Allrounder

Honda CBF 600 S, 600 cm³, 57/78 kW/PS, EZ 2008, Neupreis/Zeitwert 7340/4000 Euro, ABS, jährliche Fahrleistung 8000 km Fahrer: männlich, 38 Jahre, öffentlicher Dienst, Führerschein seit 1995, Schadenfreiheitsklasse 17, Zulassungsbezirk Heilbronn


Haftpflicht und Teilkasko

PlatzGesellschaft/TarifJahresbetrag (in €)Sparpotenzial (in %)
1Dt. Internet Versicherung/Komfort43,8464,9
2Asstel/Asstel45,9063,2
3DEVK/Aktiv47,5361,9
4Cosmos/Cosmos51,8758,4
5Direct Line/Spar52,0058,3
Teuerster Anbieter 124,76

 

Fazit: Unser Beispiel mit der Honda zeigt, wie preiswert Motorradfahren sein kann. Wer auf den Kaskoschutz verzichtet und nur den Pflichtteil (Haftpflicht) wählt, ist bereits ab sieben Cent pro Tag unterwegs.

 

 

Harley-Davidson Fat Boy, 1449 cm³, 46/63 kW/PS, EZ 2001, Neupreis/Zeitwert 19 082/7875 Euro, kein ABS, jährliche Fahrleistung 3000 km Fahrer: männlich, 46 Jahre, kaufmännischer Angestellter, Führerschein seit 1984, Schadenfreiheitsklasse 27, Zulassungsbezirk Hildesheim

 

Haftpflicht und Teilkasko

Platz
Gesellschaft/Tarif
Jahresbeitrag (in €)
Sparpotenzial (in %)
1
Axa/Mobil-Kompakt
43,53
67,2
2
Direct Line/Spar
49,20
63,0
3

Axa/Mobil-Komfort

55,91
57,9
4
Dt. Internet Versicherung/Komfort
63,75
52,0
5
Asstel/Asstel
64,70
51,3

Teuerster Anbieter
132,89

 

 

Fazit: Von wegen teure Versicherung für Harleys. Auch mit Diebstahlschutz über die Teilkaskoversicherung lässt sich das Kultmobil Fat Boy für einen schlanken Tarif von knapp vier Euro pro Monat absichern.

Foto: jkuenstle.de
Reiseenduro: BMW R 1150 GS Adventure.
Reiseenduro: BMW R 1150 GS Adventure.

Reiseenduro

BMW R 1150 GS Adventure, 1170 cm³, 62,5/85 kW/PS, EZ 2004, Neupreis/Zeitwert 11 500/5175 Euro, ABS, jährliche Fahrleistung 18 000 km Fahrer: männlich, 55 Jahre, selbstständig, Führerschein seit 1975, Schadenfreiheitsklasse 35, Zulassungsbezirk Mainz

 

Haftpflicht und Teilkasko

PlatzGesellschaft/TarifJahresbeitrag (in €)Sparpotenzial (in %)
1Dt.Internet Versicherung/Komfort65,7970,8
2Direct Line/Spar66,0070,7
3Asstel/Asstel70,4068,8
4Cosmos/Cosmos72,1668,0
5WGV/Himmelblau73,0567,6
Teuerster Anbieter225,42

 

Fazit: Der opulent ausgestattete Fulldresser unter den Reiseenduros kann auf der Unterhaltsseite durch schlanke Tarife glänzen. Auf die Kaskoversicherung sollte bei der Adventure auf keinen Fall verzichtet werden.

Foto: Sdun
Sportler: Suzuki GSX-R 1000.
Sportler: Suzuki GSX-R 1000.

Sportler

Suzuki GSX-R 1000, 989 cm³, 131/178 kW/PS, EZ 2006, Neupreis/ Zeitwert 13 090/5000 Euro, kein ABS, jährliche Fahrleistung 5000 km Fahrerin: 32 Jahre, Facharbeiterin, Führerschein seit 2002, Schadenfreiheitsklasse 9, Zulassungsbezirk Solingen

 

Haftpflicht und Teilkasko

PlatzGesellschaft/TarifJahresbeitrag (in €)Sparpotenzial (in %)
1Adler/Adler313,4974,7
2Asstel/Asstel349,9071,7
3Sparkassenversicherung360,0170,9
4Volkswohlbund360,0170,9
5Janitos/Compact370,0270,1
Teuerster Anbieter1237,72

 

Fazit: Große Leistung, großes Sparpotenzial. Wer sich in den hohen PS-Regionen bewegt, kann bei Haftpflicht und Teilkasko schnell 50 Euro und mehr pro Monat kalkulieren. Wer vergleicht, senkt die Kosten um die Hälfte.

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