Ratgeber: Recht Rechtslage beim Motorrad-Verleih

Wie sieht die Rechtslage beim Motorrad-Verleihen an einen Freund oder Bekannten aus?

Foto: mps-Fotostudio

Man verleiht das Motorrad an einen Freund, der damit verunfallt. Wer kommt für die Schäden auf? Bei Fremdverschulden ein klarer Fall: Die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners muss zahlen. Falls jedoch der Freund - z. B. mangels Fahrpraxis - den Unfall verursacht hat, muss er gemäß § 823 BGB persönlich für die Schäden an der Maschine einstehen. Hierunter fällt auch der Schaden, den man aufgrund einer Höherstufung in der Haftpflicht- und ggf. Vollkaskoversicherung erleidet. Doch Vorsicht: Vor dem Verleihen an Dritte sollte man einen Blick in den Versicherungsvertrag werfen. Wenn man dort als alleiniger Fahrer eingetragen ist, verletzt man mit dem Entleihen seine vertraglichen Obliegenheiten. Das hat zur Folge, dass im Falle eines durch den Entleiher verschuldeten Unfalls Regressansprüche auf einen zukommen können.

Die eigene Versicherung wird zwar zunächst die Schäden am Fahrzeug des Unfallgegners begleichen. Den gezahlten Schadenersatz wird diese aber bis zu einem Höchstbetrag von 5000 Euro von ihrem Versicherungsnehmer zurückfordern (§ 5 KfzPflVV). Selbstredend darf man sein Motorrad nur an Personen ausleihen, die im Besitz einer entsprechenden Fahrerlaubnis sind. Wer bewusst oder auch nur fahrlässig (Führerschein zeigen lassen!) dagegen verstößt, macht sich gemäß § 21 StVG strafbar. Es drohen Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe. Zudem kann sogar der eigene Führerschein „wegen charakterlicher Mängel zum Führen eines Kraftfahrzeuges“ entzogen werden.

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