Ratgeber Recht: Rotes Kennzeichen Rote Nummer/Kurzzeitkennzeichen

Rechtsberatung zum Thema Kurzzeitkennzeichen.

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Foto: mps-Fotostudio

Ein nicht zugelassenes Fahrzeug lässt sich für Prüfungs-, Probe- und Überführungsfahrten (und nur dafür!) mit einem Kurzzeitkennzeichen (Verwendung an einem Fahrzeug, höchstens fünf Tage) oder Händlerkennzeichen ("rote Nummer", auch an unterschiedlichen Fahrzeugen für einen längeren Zeitraum) auf öffentlichen Straßen bewegen. Händlerkennzeichen werden mit besonderen Fahrzeugscheinheften (in die jedes mit der Nummer bewegte Fahrzeug vor Antritt der Fahrt eingetragen werden muss) an Kfz-Werkstätten und -Händler ausgegeben und dürfen nicht Dritten überlassen werden. Ausnahme: Der Käufer eines Motorrads darf damit die Maschine an seinen Wohnort überführen. Was droht bei einem Verstoß gegen die Vorschriften? Fehlende, falsche oder unvollständige Eintragungen kosten 50 Euro Bußgeld. Wer nach Ablauf des Kurzzeitkennzeichens trotzdem noch damit fährt, ist ebenfalls mit 50 Euro dabei. Weitaus ärgerlicher: In allen diesen Fällen sind drei Punkte in Flensburg fällig. 

Wird das Kurzzeitkennzeichen an einem anderen Fahrzeug verwendet, handelt es sich sogar um eine Straftat (bis zu einem Jahr Gefängnis). Wer ein Kurzzeitkennzeichen missbräuchlich nutzt, kann außerdem im Falle eines Unfalls von der Versicherung mit bis zu 5000 Euro zur Kasse gebeten werden. Wie sieht es im Ausland aus? Abkommen über die gegenseitige Anerkennung der jeweiligen nationalen Kennzeichen bestehen mit Österreich und Italien. Darüber hinaus sollen gemäß einer EU-Richtlinie alle europäischen Staaten die Zulassungen eines anderen Staates anerkennen. Ob das in der Praxis alle Ordnungshüter im EU-Ausland wissen, erscheint aber eher fraglich.

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