Südtirol sperrt ersten Dolomitenpass Experiment am Sellajoch

Mit dem Sellajoch wird der erste Dolomitenpass für konventionelle Autos und Motorräder mit Verbrennungsmotoren gesperrt. Das Experiment ist vorerst auf mittwochs je von 9 bis 16 Uhr im Juli und August begrenzt.

Am Mittwoch, den 5. Juli 2017 wurde das Sellajoch zum ersten Mal für alle fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren gesperrt. Das Sellajoch verbindet Gröden bei Wolkenstein in Südtirol mit dem Fassatal bei Canazei im Trentino. Grünes Licht gab es nur für Fußgänger, Fahrräder, Elektromotorräder sowie E-Autos, öffentliche Verkehrsmittel und - na klar - für Pferde. Die zeitlich begrenzte Sperre ist derzeit noch als Experiment angelegt. Aber ab 2018 könnte die Sperre auf Pordoi, Gardena und Campolongo ausgedehnt werden.

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Reinhold Messner bei der Eröffnungsveranstaltung

„Heute starten wir etwas ganz Wichtiges für die Zukunft, eine neue Art, die Berge zu erleben. Am Sellajoch werden Emissionen und Lärm reduziert. Für den Tourismus ist das eine Chance, um den Gästen eine nachhaltige Erfahrung zu bieten“, sagt der Landesrat für Mobilität, Bozen, Florian Mussner.

An PR-Veranstaltung zur Sperrung nahm auch Reinhold Messner teil. Der Extrembergsteiger ist einer der Hauptunterstützer der Initiative für die Sperrungen für Auto- und Motorradfahrer in den Dolomiten. "Ich stelle mir vor, dass in nicht allzu ferner Zeit der Verkehr in den Dolomiten von morgens bis nachmittags gesperrt wird. Damit die Berge wie vor 200 Jahren genossen werden können: Der Berg ist ein Ort der Langsamkeit und des Schweigen, nicht der  Geschwindigkeit".

Die Wirte und Reiseveranstalter hingegen erwirkten einen Rechtsstreit gegen die Initiative der Umweltschützer: "Die Sperrung der Pässe bedeutet unseren Tod", sagt Osvaldo Finazzer, Leiter eines Hotels des Pordoijochs.

"Ich habe nur sechs Leute in meinen Restaurant gehabt [am Mittwoch, den 5. Juli 2017; Anm. d. Red.], einer hat einen Kaffee bestellt, jemand anders ein Bier. Ein Totalausfall, ein verlorener Tag für mein Geschäft", erzählt Stefano vom Hotel Mariaflora in Canazei.

Und die Motorradfahrer? "Viele besorgte Leute aus Deutschland riefen an", berichtet der Gastwirt. "Für uns ist das ein riesiger Imageschaden".

Foto: Energica

E-Tankstelle von Energica

Ganz in der Nähe der zeitweise gesperrten Strecke, in Wolkenstein im Grödnertal, hat die Firma Energica eine E-Tankstelle eingerichtet. Für Energica Motorräder ist das Aufladen an der Fast-Charge-Tanke sogar kostenlos.

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