Touratech AG stellt Insolvenzantrag MOTORRAD fragte nach, Touratech antwortete

+++ UPDATE 14. August 2017 +++ Touratech ist insolvent. Selten hat eine Nachricht die Branche mehr erschüttert. Und sie wirft viele Fragen auf. Hier Antworten auf die drängendsten.

Das Wichtigste zuerst: "Es ändert sich erstmal gar nichts". Für Touratechs Marketing-Chef Alex Schönborn ist am Montag nach Bekanntwerden des Insolvenzantrags eines ganz entscheidend: "Der Geschäftsbetrieb läuft weiter wie bisher. Unser Warenangebot steht, und bis auf sehr wenige Ausnahmen können wir natürlich auch liefern."

Am zweiten August-Freitag haben Schönborn und die rund 400 Touratech-Mitarbeiter die Schreckensnachricht, dass ihre Firma ausstehende Rechnungen nicht bezahlen kann und damit auf der Kippe steht, ins Wochenende nehmen müssen. Doch schon am Montag kehrten die meisten mit einer Art trotzigen Optimismus in die Arbeit zurück. Die Welle an Solidaritätsbekundungen von Kunden aus der ganzen Welt, die übers Wochenende durch die sozialen Medien ging, lässt hoffen. Schönborn: "Wenn sich diese Solidarität auch darin ausdrückt, dass uns die Kunden nicht im Stich lassen, wäre schon ganz viel gewonnen."

Was ist passiert? Am 10. August hat Touratech beim Amtsgericht Villingen-Schwennigen einen Insolvenzantrag gestellt. Gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Dirk Pehl hat Touratech-Chef Herbert Schwarz am Freitag die Mitarbeiter im Rahmen einer Betriebsversammlung über diesen Schritt informiert. Wie konnte es zur Zahlungsunfähigkeit kommen? 2016 hat Touratech, später als geplant, eine für etliche Millionen neu gebaute Produktionsstätte bezogen. Doch nicht nur logistische, sondern auch Software-Probleme haben den Betriebsanlauf verhagelt. "In erheblichem Umfang entstandene Produktions- und Lieferausfälle" führten in der Folge "schließlich zur Insolvenz", so die offizielle Pressemitteilung des Insolvenzverwalters.

Was passiert jetzt? Der Insolvenzverwalter wird gemeinsam mit der Firmenleitung versuchen, Touratech wieder flott zu kriegen. Lebenswichtig ist für die Firma, Material geliefert zu bekommen, um weiter überhaupt Produkte herstellen zu können. "Es geht darum, das Unternehmen auf eine gesunde finanzielle und wirtschaftliche Basis zu stellen, um den Standort und die Arbeitsplätze möglichst zu erhalten", erklärt der Insolvenzverwalter. Und ergänzt: "Löhne und Gehälter sind bezahlt."

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Meldung vom 11. August 2017

Am 10. August hat Touratech beim Amtsgericht Villingen-Schwenningen einen Insolvenzantrag gestellt. "Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Dirk Pehl von Schultze & Braun bestellt", so die Pressemitteilung.

Die rund 400 Mitarbeiter der Touratech AG kamen heute zu einer Betriebsversammlung zusammen und wurden vom Vorstand sowie dem vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Dirk Pehl über die Insolvenz informiert. Der Geschäftsbetrieb wird unverändert fortgeführt. Löhne und Gehälter sind bezahlt.

In der Pressemitteilung heißt es zum Grund: "Ursache der Insolvenz ist die verspätete Umsetzung des Neubaus, der auf Grund einer erhöhten Nachfrage notwendig war. Die damit verbundenen Schwierigkeiten seitens Logistik und Fertigung sowie die in erheblichem Umfang entstandenen Produktions- und Lieferausfälle führten schließlich zur Insolvenz."

Der vorläufige Insolvenzverwalter wird sich nun erst einmal einen Überblick über die wirtschaftliche Lage der Touratech AG verschaffen und Sanierungsoptionen prüfen. „Touratech hat bereits vor dem Insolvenzantrag mit seinen Beratern erste Grundzüge für ein Sanierungskonzept entworfen“, so Pehl nach seiner ersten Bestandsaufnahme. „Es geht nun zunächst darum, die begonnene Restrukturierung umzusetzen und Möglichkeiten zu entwickeln, um das Unternehmen auf eine gesunde finanzielle und wirtschaftliche Basis zu stellen, um den Standort und die Arbeitsplätze möglichst zu erhalten“, so Pehl weiter.

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