Mongolei

Wo alle Wege enden

Weitläufige Steppen, gewaltige Sanddünen in der Wüste Gobi, baumlose, grüne Hügellandschaften: An all das denkt man, wenn man eine Reise durch die nahezu unerschlossene Mongolei plant - nur nicht daran, daß einem mitten im Nichts das Motorrad gestohlen werden kann.

Nichts, was den Blick beschränkt. Nichts, überhaupt nichts mehr. In jede Richtung, in die ich schaue, kann ich nur das kräftige Grün der topfebenen mongolischen Steppe und das tiefe Blau des Himmels ausmachen. Beides vereint sich irgendwo am Horizont, der so unglaublich fern ist, daß ich die Erdkrümmung zu erkennen vermag. Während Rainer mit einer langen Staubfahne in diesen endlosen Raum eintaucht, halte ich an und versuche, das zu begreifen, wofür es nach den gewohnten Erfahrungswerten eines Mitteleuropäers einfach keine Worte mehr gibt: Weite, so grenzenlos, daß sich eine totale Orientierungslosigkeit einstellt, die sich vermischt mit dem bedrohlichen, aber gleichzeitig angenehmen Gefühl absoluter Einsamkeit.Vergessen ist die Aufregung der letzten Wochen und Tage, der Streß mit dem Zoll in Ulan Bator. Seit knapp fünf Stunden sind wir endlich unterwegs. Nur das zählt in diesem Moment auf unserem Weg in Richtung Süden. Unser erstes Ziel: die Hongoryn Gol-Sanddünen in der Wüste Gobi, die zu den höchsten der Welt gehören. Wir sind euphorisch wie zuversichtlich. Trotz der Warnungen einiger Mongolen und ortskundiger Mitarbeiter der Deutschen Botschaft. Mit unseren schwer beladenen Motorrädern hätten wir auf den von starken Regenfällen aufgeweichten Pisten keine Chance, jemals die Wüste zu erreichen.Zeitweise kommen wir schneller voran, als wir dachten - wir müssen einfach Gas geben, denn erst ab Tempo 80 wird die brutale Schüttelei auf der von Wind und Wetter gewellten Piste ins 550 Kilometer entfernte Dalanzadgad, dem letzten nennenswerten Ort tief im Süden der Mongolei, einigermaßen erträglich. Doch immer öfter müssen wir die Motorräder im Schrittempo durch tiefe Sandpassagen treiben oder über dickes Geröll balancieren. Mit leichten Enduros kein Problem. Mit unseren randvoll mit Benzin, Trinkwasser und mit Lebensmitteln für fünf Wochen beladenen BMW dagegen Schwerstarbeit - Zugeständnisse an ein Land, wo Reisen noch immer Expeditionscharakter haben, wo es außerhalb der wenigen Städte so gut wie keine Infrastruktur gibt, wo Nahrungsmittel knapp sind und die einseitige Diät der Nomaden aus zumeist gegorener Stutenmilch und abgehangenen Fleischprodukten für Nicht-Mongolen auf Dauer schwer genießbar ist.Und noch ein weiterer Umstand macht das Reisen in diesem Teil Zentralasiens für uns schon am ersten Tag zu einer äußerst spannenden Angelegenheit: Wegweiser sind praktisch unbekannt. Ohne GPS-Satellitennavigation hätten wir uns bereits nach einigen Kilometern auf der »Hauptstraße« verfahren, die bei den wenigen Abzweigungen als solche nicht zu erkennen ist. Vertrauensvoll folgen wir - gelegentlich auch querfeldein - dem unbestechlichen Richtungspfeil auf dem Display des kleinen Computers am Lenker, den wir mit den von russischen Militärkarten entnommenen Koordinaten von Längen- und Breitengrad der Wüstenstadt programmiert haben: N 43°33; E 104°26.Knapp 300 Kilometer. Genug für den ersten Tag. Wie aus einer anderen Welt wirkt unser rotes Zelt auf der sattgrünen Fläche, die sich unverändert flach in jede Himmelsrichtung ausdehnt. Nichts läßt darauf schließen, daß irgendwo Menschen in der Nähe sind. Nur einmal kam uns heute ein Auto entgegen, fast zwei Stunden ist es her, daß wir an der letzten Ger, wie die filzbedeckten Rundzelte der Steppennomaden genannt werden, vorbeigefahren sind. Wir sind völlig begeistert, können uns nicht satt sehen an diesem grenzenlosen Land, können uns nicht satt hören an dieser unglaublichen Stille, die uns umgibt.Und doch fühlen wir uns aufeinmal beobachtet. Nach einer Weile dringt ein leises Motorengeräusch an unsere Ohren. Wie aus dem Nichts tauchen in der Ferne drei Motorradfahrer auf, Nomaden auf russischen Zweitaktern, die schnell näher kommen. Minuten später sind sie da, steigen grußlos von ihren Fahrzeugen, interessieren sich im ersten Moment nur für unsere Motorräder. Die großen Tanks, die Alu-Koffer, dann die grobstolligen Reifen, schließlich unsere Enduro-Stiefel, alles wird betrachtet und geprüft. Schließlich nehmen sie vor unserem Zelt Platz, beobachten mit hellwachen Augen, wie wir mit unserem Mini-Kocher Tee kochen, verlangen später nach Wodka, den wir nicht dabei haben. Zur Entschädigung drehe ich ein paar Zigaretten, während Rainer mit seiner Polaroidkamera ein Foto von unseren Gästen macht und es ihnen überreicht. Unsere Unterhaltung verläuft schweigend, nur per Zeichensprache, da wir weder mongolisch noch russisch sprechen. Erst lange nach Einbruch der Dunkelheit machen sie sich auf ihren Rückweg. Ebenso grußlos, wie sie gekommen sind, weil der Wortschatz traditioneller Mongolen keine Abschiedsformeln kennt.Je weiter wir nach Süden fahren, desto spärlicher wird die ohnehin karge Vegetation, weicht das saftige Gras einem steinigen, graubraunen Boden, wird die Luft immer heißer und trockener - klassisches Gobi-Terrain, das nur an wenigen Stellen in der Mongolei unseren Vorstellungen einer echten Sandwüste entspricht. Aber gerade dorthin zieht es uns, in das äußerst schwer zugängliche Dünen-Gebiet westlich von Dalanzadgad und jenseits des knapp 3000 Meter hohen Gurvan Saichan-Gebirges, das sich jetzt vor uns wie eine gezackte Mauer erhebt. Doch die Entfernung täuscht. Es dauert noch mehrere Stunden, bis wir kurz vor Sonnenuntergang den trostlosen Ort am Fuße des Gebirges erreicht haben.Sofort sind wir von 20 oder mehr kräftigen Kerlen umringt, die meisten von ihnen sturzbetrunken. Die Stimmung ist angespannt. Rainer und ich können uns kaum noch gegen die vielen Hände wehren, die sich sofort üball an unseren Motorrädern und am Gepäck zu schaffen machen. Jetzt helfen nur noch ein paar energische Worte, bis die Enduros auf einem eingezäunten Hotelparkplatz verschwunden sind. Wir gönnen uns noch ein paar Dosen Bier, bunkern früh am nächsten Morgen Benzin und frisches Trinkwasser, überprüfen noch einmal die Motorräder: Wir wissen, daß wir ab jetzt für die nächsten Tage völlig auf uns allein gestellt sind.Bereits nach wenigen Kilometern steigt die Piste an, führt mit jedem gewonnenen Höhenmeter heraus aus der braunen Steppe, heraus aus dem heißen Dunst der Wüste und windet sich schließlich über grün bewachsene Hänge. Immer schwieriger und steiler geht´s ständig bergan in Richtung des rund 2000 Meter hohen Passes (N 43°33; E 103° 54). Sand, Geröll, tief ausgewaschene Furchen. Bei Regen oder im Winter unpassierbar. Im Schrittempo arbeiten wir uns voran, sind gleichermaßen beeindruckt von den Off Road-Qualitäten der BMW wie von diesem wogenhaften Massiv, das sich abwechselnd zwischen Licht und Schatten in allen nur denkbaren Grüntönen ausbreitet, bis nackte Felsen die Paßhöhe markieren. Bergab wird die Piste noch eine Spur schmaler, verschwindet schließlich kilometerweit in einem verschlammten, mit dicken Steinbrocken gespickten Flußbett, in dem zu unserem Glück nur wenig Wasser fließt. Rechts und links senkrechte Felsenwände, vielleicht 60, 70 Meter hoch und stellenweise so eng beieinander, daß gerade eben ein Auto passieren könnte, wenn überhaupt.Plötzlich öffnet sich die Schlucht - und wir können nicht glauben, was wir sehen, weil sich unsere Augen überfordert fühlen: Von unserem erhöhten Standpunkt aus reicht der Blick so unendlich weit über die grün-braune, ewig flache und nahezu unbewohnte Wüstensteppe, daß dagegen selbst die Perspektiven der letzten Tage verblassen. Drei, vier Stunden sitzen wir einfach nur neben unseren Motorrädern und versuchen zu verstehen, was nicht mehr faßbar ist. Obwohl nur 40 Kilometer gefahren, beschließen wir, hier zu bleiben. Unsere Begeisterung über dieses Land kennt inzwischen keine Grenzen mehr.Rund 200 Kilometer sind es von hier bis zu den Hongoryn Gol-Sanddünen, aber wir finden keinen Weg, fahren einfach querfeldein. Eine Stunde später erkennen wir plötzlich eine Handvoll Häuser. Bajan-Dalak (N 43°27; E 103°30), ein staubiges Nest, von dem wir nicht wußten, ob es überhaupt bewohnt ist. Barfüßige Kinder mit großen Augen, die Älteren in armseligen Klamotten und mit sonnengegerbten, dunklen Gesichtern, ein Polizist mit einer schäbigen Uniform, alle kommen herbei, um fassungslos die merkwürdigen Fremden zu bestaunen. Wir deuten auf unsere Wasserkanister und auf die Tanks, werden zu einer Viehtränke geführt, dann zu einem einfachen Verschlag, der als Benzindepot dient. Unzählige Augen mustern jede unserer Bewegungen, viele Hände betasten neugierig und ohne jede Scheu alles, was wir bei uns haben. Trotz aller Hilfsbereitschaft herrscht eine unheimliche Stimmung. Wir können mit niemanden sprechen und fühlen uns so fremd wie nie zuvor.Gleich hinter dem Ort beginnt die Piste, die weiter in Richtung Westen, in Richtung der Dünen führt. Immer schwieriger wird der Weg, einzelne Passagen sind bereits total versandet. Zusätzlich macht uns auch die irrsinnige Hitze zu schaffen - wir messen 43 Grad. Doch die Anstrengung, die uns nach vielen zähen Kilometer spürbar in den Knochen sitzt, ist im nächsten Moment vergessen: Links tauchen die ersten kleinen Dünenfelder auf, dann entdecken wir weit in der Ferne die imposante Silhouette der Sandberge von Hongoryn Gol (N 43°46; E 102°23), die bis zu einer Höhe von 400 Metern aufragen sollen.Wir sind neugierig, wollen so nah wie möglich an die Dünen heran und verlassen nach einigen Stunden die Piste, die ohnehin kaum noch zu erkennen ist. Immer gewaltiger wächst dieses Gebirge aus Sand vor uns nahezu senkrecht in den Himmel. Dann nur noch Sand, nichts als Sand, weich und nachgiebig wie Puderzucker, von Wind und Wetter aufgetürmt und modelliert, mit dunklen Tälern und sichelförmigen Kämmen. Ebenso grenzenlos wie ästhetisch, für uns mehr Traum als Wirklichkeit, die uns jedoch schnell wieder einholt. Immer tiefer versinken die viel zu schweren Motorräder, bis wir irgendwann endgültig festsitzen - und nach einer Weile plötzlich den Wind spüren, der immer schmerzhafter den feinen Sand in unsere Gesichter bläst, bis wir in den heftigen Böen kaum noch Luft zum Atmen haben. Wir müssen hier raus, bloß weg von den Dünen und wieder zurück zur der Piste, neben der wir vorhin ein Plateau mit festem, steinigem Untergrund gesehen haben. Mit aller Gewalt drehen wir die Motorräder im Sand, schieben und zerren Meter für Meter, bis die Reifen endlich wieder greifen. Sand knirscht zwischen unseren Zähnen, klebt in unseren schweißnaßen Gesichtern und an den Händen, ist durch jede noch so kleine Öffnung in unseren Jacken, Hosen und Schuhen bis auf die Haut gedrungen. Erst jenseits der Piste herrscht wieder Ruhe, finden wir einen Lagerplatz, der uns mit seinem unvergleichlichen Panorama auf das gewaltige Dünenmeer für alles entschädigt.Wir halten uns nordwärts, zwei Tage lang, oft querfeldein, passieren kleinere Gebirgszüge und weite Ebenen, erkennen in der Ferne immer wieder von Wind und Wetter zerfurchte Felsformationen und hohe Dünenberge. Nur zwei- oder dreimal treffen wir auf Nomaden, die mit ihren kleinwüchsigen Pferden in diesem wegelosen Terrain besser voran kommen als wir. Bis für uns überhaupt nichts mehr geht: Auf der Piste nach Arwajcheer, von wo aus wir weiter ins Altai-Gebirge fahren wollten, stehen wir plötzlich vor einer braunen, undurchdringlichen Barriere aus Schlamm, Morast und Sumpf, die sich in alle Richtungen endlos auszudehnen scheint. Vorsichtig wagen wir ein paar Schritte, und sofort verschwinden unsere hohen Stiefel bis zum oberen Rand in der zähen Brühe.Lange probieren wir, das Gebiet zu umfahren oder eine Fuhrt zu finden. Zwecklos. Rainer hat genug. Jetzt will er es wissen, folgt mit viel Gas einer tiefen Lastwagenspur. Der hat es schließlich auch geschafft. Sofort steckt das Motorrad bis zu den Zylindern im Sumpf, das Hinterrad schleudert meterweit Dreck in meine Richtung. Ich folge ihm zu Fuß, wir schieben und fluchen, fallen mehrmals in den Schlamm, erreichen völlig erschöpft nach einigen hundert Metern endlich wieder festen Grund. Doch für mein Motorrad bedeutet dieses Tortour das Ende: Kurz vor dem Ziel geht die arg strapazierte Kupplung förmlich in Rauch auf. Aus und vorbei, denn das Ersatzteil im Gepäck nutzt uns hier im Dreck wenig. Wir müssen das lädierte Bike irgendwie bis zum nächsten Dorf, nach Gutschin Us, transportieren. Knapp 40 Kilometer sind es bis dorthin. Aber Abschleppen ist in diesem Terrain unmöglich. Wir brauchen einen Lastwagen für die BMW, die wir mit Buschwerk getarnt im Sumpf zurücklassen (N 45°10; E 102°15). Weil wir es keinem von uns in diesem unwirtlichen wie abgeschiedenen Landstrich zumuten können, schlimmstenfalls mehrere Tage auf Hilfe zu warten.Gutschin Us bleibt für uns vorerst unerreichbar. Auch zu zweit schaffen wir es nicht, Rainers Motorrad durch das weite Sumpfgebiet zu bewegen. Nach fünf Kilometern in vier Stunden ist endgültig Schluß. Wir können einfach nicht mehr. Hitze, Anstrengung und Wassermangel haben uns völlig fertig gemacht. Trotzdem, wir müssen weiter. Zur Not zu Fuß.Erst ein Geländewagen-Konvoi einer gut gerüsteten amerikanischen Gobi-Expedition läßt uns wieder Mut schöpfen. Zwar gibt es keinen Platz für mein Motorrad, aber wir erreichen am nächsten Nachmittag den kleinen Ort, wo wir zu unserer Überraschung tatsächlich einen Lastwagen mieten können. Nach einem vergeblichen Anlauf gelingt es uns erst einen Tag später tatsächlich, zu der Stelle zu gelangen, wo wir die BMW zurücklassen mußten. Aber irgend jemand war vor uns dort - von dem Motorrad keine Spur mehr.Der Schock sitzt tief. Ich bin kurz davor, völlig auszuflippen. Nur dafür haben wir jetzt keine Zeit, wir müssen uns sofort auf die Suche machen, denn weit kann der Kerl in diesem Gelände nicht sein. Über Stunden verfolgen wir eine Autospur, stoßen per Zufall auf einen Checkpoint einer japanischen Motorrad-Rallye, deren Organisatoren uns spontan ihren Versorgungshubschrauber zur Verfügung stellen, damit wir aus der Luft suchen können. Vergeblich. Auch die Polizei ist in diesem unzugänglichen Landstrich völlig machtlos. Wir müssen langsam einsehen, daß für uns die Reise zu Ende ist. Nach nur zwölf Tagen.
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Infos

Eine Motorradtour durch die Mongolei ist ein abenteuerliches Unternehmen. In dem riesigen Land herrschen extreme klimatische Verhältnisse, und es müssen weite, versorgungslose Distanzen auf zum Teil sehr schlechten Pisten bewältigt werden. Wer´s dennoch versucht, erlebt eine der noch wenigen, nahezu unberührten Regionen dieser Welt.
Anreise: Per Aeroflot - weitaus besser als ihr Ruf - geht´s mehrmals pro Woche ab Frankfurt über Moskau nach Ulan Bator in die Mongolei. Hin- und Rückflugtickets gibt´s ab 910 Mark. Das Motorrad und ein Teil der Ausrüstung wurde von der Stuttgarter Spedition Militzer & Münch per Eisenbahn in die Mongolei transportiert. Pro Bike ist mit zirka 2400 Mark für den Hin- und Rücktransport zu rechnen, bei mehreren Fahrzeugen wird´s günstiger. Der Transport dauert rund vier Wochen. Infos: Militzer & Münch GmbH, Zahn-Nopper-Straße 1, 70435 Stuttgart, Telefon 0711/136880, Fax 1368833.Dokumente: Neben einem mindestens sechs Monate gültigen Reisepaß benötigt man für eine Reise in Mongolei ein Visum, das bei der Botschaft der Mongolei, Siebengebirgsblick 4-6, 53844 Troisdorf, zu bekommen ist. Zusammen mit dem Paß müssen dort ein Paßbild sowie eine schriftliche Einladung aus der Mongolei vorgelegt werden, bei deren Beschaffung die Spedition Militzer & Münch hilft. Die Spedition erledigt ebenso alle anfallenden Formalitäten für das Motorrad.Reisezeit: Für eine Reise durch die Mongolei eignen sich nur die Sommermonate zwischen Anfang Juni und Ende August. Trotzdem muß damit gerechnet werden, daß aufgrund der extremen klimatischen Bedingungen in dem riesigen Land starke Regenfälle oder sogar Schnee den geplanten Reiseverlauf auch im Sommer in Frage stellen können.Übernachten: In allen Städten gibt es zumindest einfache Unterkünfte ab zirka zehn US-Dollar. In der Hauptstadt herrscht dagegen an Hotels und Pensionen in allen Preisklassen kein Mangel. Wildes Campen ist auf dem Land überall möglich und in den zumeist abgelegenen Regionen unausweichlich. Wegen des harschen Klimas nur das Beste an Ausrüstung verwenden. Mit nächtlichen Besuchen und leider auch mit Diebstahl von herumliegenden Gegenständen muß immer und überall gerechnet werden.Gastronomie: Während in den Städten kaum noch Mangel an Nahrungsmitteln herrscht, kann es in ländlichen Regionen Engpäße geben. Einfache Restaurants gibt es zwar in jedem Dorf, doch die für uns nicht gerade besonders schmackhafte Küche ist eine echte Herausforderung. Wer längere Zeit mit einem Motorrad unterwegs ist, kommt schon aus Platzgründen nicht um sogenannte Expeditionsnahrung herum (weitere Infos zum Thema auf den nächsten Seiten). Fluß- und Quellwasser muß mit Tabletten, besser aber per Filter desinfiziert und gereinigt werden.Orientierung: Wer einigermaßen zielsicher durch die Mongolei reisen will, ist auf GPS-Satelitennavigation und die erst seit kurzem erhältlichen Maßstabskarten aus den Beständen des russischen Militärs angewiesen. Die sehr genauen Blätter in den Maßstäben von 1:500000 und 1:1000000 gibt es für 24 Mark pro Stück beim Expeditionsausrüster Därr, Theresienstraße 66, 80333 München, Telefon 089/282032, Fax 282525. Aktuelle Infos über Strecken und GPS-Koordinaten können per Internet bei dem in Ulan Bator lebenden deutschen Arzt Michael Frank erfragt werden, XXXXXXXXXX.Das Motorrad: Die Anforderungen an das Motorrad sind klar: große Reichweite, möglichst robust und viel Platz für das notwendige Gepäck inklusive Sprit- und Wasserkanister - von Handlichkeit kann da kaum noch die Rede sein. Trotzdem ließ sich die BMW R1100 GS erstaunlich gutmütig auch im schwersten Gelände bewegen. Das Triebwerk verkraftete problemlos minderwertiges Benzin mit 76 Oktan und verbrauchte nie mehr als sechs Liter. Einziger Schwachpunkt ist die für das gewaltige Drehmoment unterdimensionierte Kupplung, die härtere Beanspruchung sofort mit dunklen Rauchwolken quittiert. Ersatzteile gibt es in der Mongolei nicht. Grobstollige Reifen sind in dem schwierigen Terrain ein Muß: der Metzeler TKC 80 erwieß sich als sehr guter Kompromiß zwischen Geländetauglichkeit und Laufleistung.Literatur: Nur wenige Werke informieren über die Mongolei. Neu erschienen ist »Mongolei« von Reise Know-How, 38,90 Mark, mit vielen Tips und sehr guten allgemeinen Infos über Land und Leute. Die Kapitel über die einzelnen Regionen sind für Selbstfahrer allerdings wenig hilfreich. Etwas ausführlicher ist »Mongolia« von Lonely Planet, 25,80 Mark. Von Bucher kommt der hervorragende und informative Bildband »Die Wüste Gobi« für XXXX Mark. Karten siehe Orientierung.Zeitaufwand zwei Wochengefahrene Strecke 1800 Kilometer

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