Norwegen

Nordwärts

Gerade mal eine kurze Fährüberfahrt von der heimischen Nordseeküste entfernt, bietet das hochalpine Südnorwegen Motorradfreuden pur. Und mehr als das.

Etwas ratlos stehen wir vor dem roten Holzhaus. »Overnating« steht zwar dran, aber es ist niemand zu entdecken, der entsprechende Wünsche nach »Übernachtung« entgegennähme. Ein paar vor der Tür spielende Kinder sprechen zwar überraschend gut Englisch, doch wie es um den Buchungsstand von Mutterns Zimmervermietung steht, wissen sie nicht. Eine Radlerin kommt hergefahren, erfaßt auch ohne Englisch schnell die Situation. Sie verschwindet in dem roten Haus, telefoniert etwas herum und erklärt schließlich recht präzise, wo es noch Betten gäbe, und wo nicht. Hier jedesfalls nicht. Dann radelt sie weiter. Es war überhaupt nicht ihr Haus, wie ich mit einiger Verzögerung verblüfft kapiere, sondern das der Nachbarin, für die sie mal eben schnell eingesprungen ist. Norwegen - welch ein Land. Erst seit ein paar Stunden sind wir hier im warmen Sedestales in Richtung Norden unterwegs. Und schon ist alles anders. Es fühlt sich nach mehr als bloß einer kurzen Fährüberfahrt an, was dieses Land von dem jenseitigen Nordseeufer trennt. Wir fahren noch ein Stück und biegen auf die schmale 45 nach Westen ab. Schon gleich zwirbelt sich die Straße auf runde 1000 Höhenmeter hinan, Wärme und Blumen bleiben im Tal zurück. Es wird mit jedem Meter kälter, Stein und Hochmoore bestimmen nun das Bild, auf der Hochfläche treiben Eisschollen auf blauen Seen, Schneereste tauen gluckernd in der Sonne. Wären da nicht die umhertrottenden Schafe, es wäre geradezu arktisch. Mehr als die Werte eines warmen Maitages bringt auch ein schöner Sommer in Skandinavien nicht zustande. Jenseits des Höhenzuges fällt die einspurige Straße in 27 Kehren bis auf Meereshöhe wieder hinab. Im Gegenlicht schimmernd, taucht er allmählich unter uns auf - unserer erster Fjord. In seiner Einrahmung von locker über 1000 Meter hohen Gneis- und Granitwänden bietet der Lysefjord einen grandiosen Anblick. Da Fjorde keine Seen, sondern in Gebirgsfalten eingeströmte Meeresarme sind, ist die Fallhöhe bei Südnorwegens alpiner Landesformation entsprechend imposant. Pech nur, daß es außer der Fähre nach Stavanger für uns hier unten kein Weiterkommen gibt. Die etwas undeutlich in der Karte eingetragenen Verbindungen, die wir wohlwohlend als befahrbare Wege interpretiert hatten, erweisen sich vor Ort lediglich als windige Gams-Klettersteige. Dumm außerdem, daß es am Fjord zwar einen Bootsanleger gibt, aber keine Tankmöglichkeit und so unerwartet 180 versorgungslose Kilometer mit halbleerem Tank zu bewältigen sind. Ein Kardinal-Planungsfehler in Skandinavien. Vorsichtig und mit möglichst niedriger Drehzahl tuckern wir denn wieder zurück in mutmaßlich dichter besiedelte Zonen. Gottlob finden wir in dem kleinen Ort Sinnes sowohl eine nette »Overnating« als auch eine Tankstelle. Zusammen mit Kirche, Schule und Kneipe scheint sie ein wichtiger Ort des öffentlichen Lebens hier zu sein. Neben Benzin und Öl verkauft ein blondes Mädchen hier so etwa alles, was das Leben hier erfordert. Obst, Gemüse und Tiefkühlkost stehen links, Kinderspielzeug und Babypuder mittig, Zeitungen und Romanheftchen rechts an der Kasse. Wir packen die Rucksäcke voll, denn Essengehen ist bei den norwegischen Preisen nicht oft drin. In dem zerklüfteten Gebirge finden wir von hier aus keine direkte Nordroute und fahren daher über die Reichsstraßen 39 und 11. In steilen Kurven stürzt sich die breite Straße hinab nach Haukeligrend ins Tal. Dort blühen die Auswüchse des norwegischen Tourismus: Sehr gefragt scheinen bis zu lebensgroße und von rotblauweißen Norwegenfahnen umkränzten Plüsch-Rentiere. Schwedische, dänische, holländische und norddeutsche Autonummern kennzeichnen die Heimatdestinationen der auswärtigen Sommerfrischler. Für Nordlichter ist der Weg in skandinavische Berge weitaus unbeschwerlicher als der nach Österreich oder in die Schweiz. Ein kurze Seefahrt, und sie sind mitten drin. Entlang ungezählter Seen und bald wieder auf kalten Höhen folgen wir der Reichsstraße 11 nach Westen. Die Mischung aus Schneeresten und bereits freigetautem Boden, die die Hügel bedeckt, gleicht der Zeichnung auf einem Leopardenfell. Trotz Sonnenschein beißt die Kälte durch die dünnen Handschuhe. Ich krame ein dickeres Winterpaar aus der Packtasche, das fortan zum festen Begleiter der Tour wird. Den dicken Pulli habe ich schon an. In Norwegen wird jeder gewonnene Höhenmeter mit zum Teil schmerzhaften Verlusten auf der Quecksilbersäule bezahlt. Auch im Sommer. In einer Skistation betrachtet Busreisgruppe von blankgescheuerten Holztischen aus das umwerfend schöne Landschaftsereignis aus Himmel, Wasser und Schnee jenseits der großen Panorama-Scheiben. Wir entfliehen in Roldals auf eine Nebenstraße nach Odda. Sofort wird es wieder still, und die auf dem Weg hinab zum Sorfjord wieder Kraft gewinnende Sonne erweckt die tauben Finger prickelnd zum Leben. Tosende Wasserfälle fegen in breiten Strömen an der Straße vorbei, der berühmte Latefossen ist sogar von einem funkelnden Regenbogen überspannt. Grün und eiszeitlich-fremd blitzt ab und an der riesige Folgefongletscher in den Bergen über uns auf.In Odda herrscht sommerliche Heiterkeit. Motorräder brausen vorbei, junge Männer mit aufgerollten Hemdsärmeln in offenen Autofenstern cruisen mit ihren Volvos durch das Zentrum und die Lokale haben Tische und Stühle ´rausgestellt. In einem der in Norwegen überall verbreiteten Fastfood-Restaurants versorgen wir uns mit Hamburgern und Pommes. Spätestens jetzt traue ich es mich laut auszusprechen: Norwegen hat etwas Amerikanisches. Es sind nicht nur die fetten, cruisenden Schlitten und die famosen Hamburger oder der kostenlos nachgeschenkte Kaffee - es ist auch die für europäische Verhältnisse ungewohnte Freundlichkeit, der bedächtige Umgang mit Natur und Landschaft, der viele Platz und die gedrosselte Hektik - vielleicht prägt das ja einen verwandten Lebensstil. Zumindest im Sommer, der lebensfrohen Jahreszeit. Die Saison ist kurz, in der die Skandinavier ihre Liegestühle in die Sonne stellen und zum Angeln auf den Fjord rudern können. Verdammt kurz. Wenn sie von Juni bis September dauert, ist es lang. Vier Monate, in denen gelebt wird, so intensiv es geht. An Mitsommer, wenn am 21. Juni die längste Tag des Jahres gerade noch von einer kurzen Dämmerungsphase unterbrochen wird, ist der Höhepunkt. Da geht keiner mehr ins Bett, sondern zieht von Sonnwendfeuer zu Sonnwendfeuer, von Kneipe zu Kneipe. Heißt es. Jetzt im Juli sind die Türen und Fenster der roten Holzhäuser mit den leuchtendweißen Firstrahmen weit geöffnet, kaum ein Boot mehr, das ungenutzt am Steg dümpelt, kaum ein Kind, das nicht im Wasser planscht. Statistisch hat jeder zweite Norweger eine »Hytter« oder »Sommerhus« samt Boot, das er beides entweder selbst nutzt oder an Touristen vermietet. Vielleicht ist ja noch irgendwo was frei. Auf der gerade noch autobreiten Reichsstraße 550, hoch oben in den dem Felsen des Sorfjords, folgen wir dem einladenden Hinweisschild »ledige Hytter« und gelangen über einen Schotterpfad zu ein paar Häusern. Tatsächlich, ein kleines Häuschen steht leer. 300 Kronen soll die Nacht darin kosten, etwa xxx Mark, das ist okay. Auch wenn es streng genommen keine Hytter ist, sondern ein Hus. Aber in der Hochsaison darf man nicht wählerisch sein. Neben einem strengen Geruch nach Moder schlägt uns innen das leibhaftige Norwegen der 60er Jahre entgegen. Großgeblümte Vorhänge, eine türkisfarbene Klappcouch und ein dicker Kachelofen dominieren das untere Zimmer, während das obere sich im Winter mit dem warmen Schornstein und einem asthmatischen Elektroheizer bescheiden muß, der eher an ein altes Nordmende-Radio denn an eine Wärmequelle erinnert. Drei nicht zusammenpassende Stühle, eine Kippcouch sowie zwei Betten ohne Federung und Dämpfung vervollständigen die Einrichtung. Klo und Dusche gibt’s im Nachbarhaus. In der behaglichen kleinen Küche kochen wir Tee und schwatzen bis in die Nacht. Irgendwann beginnt Regen einschläfernd auf das Dach zu trommeln, der auch die nächsten 24 Stunden nicht mehr aufzuhört. Am nächsten Tag scheinen alle Farbe und Lebendigkeit wie weggeblasen aus dem Tal, graue Wolken wabern fast auf dem Wasser. Es riecht nach feuchter Erde und Kiefernnadeln. Die Häuser sind wieder verschlossen, die Bootsstege verwaist. Plötzlich habe ich eine Vorstellung davon, wie das Leben hier in der unwirtlichen Jahreszeit sein mag. Wir packen und schaffen es in Jondal gerade noch auf das Fährschiff nach Skutevik. Fähren gehören hier zum Alltag, wie bei uns die Straßenbahn. Im Zeittakt brausen sie über die Fjorde, leinenlos und in Minutenschnelle drehen sie am Anleger bei. In gerade 20 Minuten bringt unser Boot die östlichen Ausläufer des riesigen, verzweigten Hardangerfjordes hinter sich. Bereits eine Landstraßen-Stunde später erreichen wir Bergen, das genauso verregnet ist, wie der Rest des Landes. Doch die blau, gelb und grün gestrichenen Holzhäuser, die sich faszinierend wie in San Francisco an steile Hügelflächen schmiegen, trotzen leuchtend dem Grau. Die bis im vorigen Jahrhundert wichtigste und noch heute als schönste Stadt Norwegens geltende Nord-Metropole läßt sich vom Wetter die Show nicht stehlen. Im Hafen wiegen sich die Masten der Segelschiffe und die Radarantennen und Stofftops der Yachten in der leichten Dühnung, dahinter prangen die verzierten Fassaden jahrhundertealter Holzspeicher. Trotz des Regens quirlt es in der an drei Seiten von Meer umgeben Stadt vor Leben. Wir entdecken tatsächlich ein überdachtes und von Heizstrahlern erwärmtes Straßencafé. Die Nischen skandinavischer Lebenskultur. Es ist herrlich. Ein braungebrannter Mittdreißiger vom Nebentisch erkundigt sich nach unserer Reise. Er selbst komme gerade aus Mallorca zurück, erzählt er, und versuche, sich wieder einzuleben. Nicht ganz einfach, vermute ich. Das sei es in der Tat nicht, nickt er. So gerne er hier lebe und zum Fischen gehe - einmal im Jahre müsse er raus in die Sonne und Wärme im Überfluß spüren. Aber ganz weggehen käme für ihn nie in Frage. »Dieses Gefühl für echte Kälte kriegst du nur hier. Und wenn im Frühjahr die erste warme Sonne durchkommt, dann ist es unvergleichlich.« Dieser Mann liebt sein Land, und ich verstehe ein bißchen mehr, warum xx Millionen Einwohner freiwillig im Winter beißenden Minusgraden trotzen und Wochen fast kompletter Dunkelheit durchstehen. Der Regen hat inzwischen aufgehört, und fetzige Musik dringt aus dem Innern des Lokals. Blonde, langhaarige Frauen, die alle ein bißchen wie Liv Ullmann aussehen, staksen in engen Minikleidern auf Plateausohlen vorbei, und Jeans- und Lederjackenbewehrte Männer postieren sich an der Tür - der Disco-Betrieb beginnt. Ebenso das Nachtleben auf See, wie wir einem Spaziergang an der Mole entdecken. Kerzen und Petroleumlampen schimmern hinter den flachen Scheiben der Yachten, junge Leute sitzt zusammen zum Plaudern, Kartenspielen oder Fernsehen. Dazwischen parkt gerade ein herrlicher alter Zweimaster mit seinen polierten Mahagoni-Aufbauten ein, weiter draußen löst ein Kreuzfahrtschiff die Leinen. Bergen gehört zum Standartrepertoir der Nordmeerkreuzfahrer. Wasserfälle und immer wieder Wasserfälle begleitet uns auf unserer weiteren Nordroute. Weiß und schäumend stürzen sie sich aus den Schneefeldern die steilen Fjordwände hinab, manchmal direkt im freien Fall, manchmal in dramatischen Stufen und Kaskaden und mitunter so nah an der Straße, daß ihr feuchter Atem uns völlig durchnäßt. Schon bald geraten wir in ein ganze Serie von Tunnels. Stockfinster und mit abenteuerlichen Schlaglöchern und scharfen Kehren versehen, ist die Passage mehr von Glück als von Fahrsicherheit geprägt. Hinter Voss führt die Reichsstraße 13 richtig hoch aufs 1187 Meter hohe Vgnisdals-Fjell, und das milde Golfstromklima Bergens ist dahin. In langen Serpentinen fahren wir wieder in den tropfenden Schnee, eisiger Wind packt die Verkleidung und pfeift in jede Visierritze. Als die Wolken kurz aufreißen, spannt sich ein herrlicher Regenbogen über den tief unter uns liegenden Sognefjord. Von der Paßhöe aus sind schon die dunklen umrisse der alten Stabkirche von Viksöryri zu erkennen, eine der über 800 Jahre alten Holzkirchen, die mit ihren mehrgeschossigen Dächern und den gallionsartigen vorgebauten Ecken eine architektonische Kreuzung zwischen Pagode und Wikingerschiff zu sein scheinen. Es sind die ältesten Gebäude Norwegens, alle anderen Holzhäuser rafften immer wieder verheerende Brände dahin. Dunkelschwarz vor Alter, thronen sie fremd und unheimlich inmitten der heiterbunten Häuser der Gegenwart. Wir überqueren den Sorfjord nordwärts und fädeln uns dann wieder hinauf in die Berge. Hier, in der Einsamkeit der Hochebenen, beginnt das Terrain des Jostedalsbreen, des größten Gletsches auf dem europäischen Festland, der ganz oben die Gipfel der 2000er eisig umfangen hält. Bei Briksdalen leckt eine seiner grünlichen Zungen fast bis zur Straße hinab. Wir entdecken einen Campingplatz mit hübschen Holzhütten, doch es ist alles belegt. Der Verwalter schickt uns ins »Vikumer Pensionat«, ein paar Kilometer weiter. Es sieht genauso aus, wie es sich anhört - ein älteres weißes Holzhaus, in dem Stragula und Sakrotanduft die dominierenden Bestandteile sind. Doch die damenhafte ältere Besitzerin richtet sogar noch Tee und belegte Brote für uns. Das restliche Vikum besteht aus ein paar Dutzend um einen See gruppierten Häusern, einer Tankstelle mit zwei Säulen, einem Mini-Postamt, einer weißen Holzkirche und dem Lebensmittelladen von Jörn Hellebuster. Das war´s. Ab jetzt wird die Streckenführung schwierig. Nur noch in aufwendigem Zickzackkurs kommen wir weiter nach Norden voran. Grübelnd hängen wir über der Karte, doch die Straßen sind entweder Sackgassen oder schlagen riesige, zeitraubende Umwege um Fjorde oder Berge. Unsere ursprünglichen Etappenziele erweisen sich als blanke Theorie. Mühsam arbeiten wir uns in dichten Wolken über Dalsnibba in Richtung Geiranger. In einer nicht endenwollenden Sepentinenabfahrt tauchen wir regelrecht unter den Wolken weg und stehen schließlich in warme Sonnenstrahlen gebadet am Kopfende eines sich zwischen Hunderte von Meter hohen Felswänden entlangwindenen Meeresarmes - der Geirangerfjord ist erreicht. Zart spiegelt sich das letzte Licht darin, das unvermeidliche Fährschiff dampft heran, und wir finden endlich doch noch eine richtige Hütte. Unten am Wasser, von den mächten Felsen geschützt. Ein traumhafter Platz. Ich lasse die Maschine knisternd vor der Tür ausatmen, den Fotografen seinen letzten Motiven nachjagen und sauge mit jeder Pore diesen Moment in mich auf. Endlich ankommen. Ab hier beginnt der Heimweg. Nicht geographisch, aber innerlich. So beeindruckend die Wasserkaskaden der Trollstigen und so mächtig die letzten Schluchten vor der E 6 später noch sein werden. Als wir mit ihr die endlose Rennstrecke der Nordkap-Fahrer erreichen, weiß ich, daß das Schönste ganz nah war.
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Info

Mit seiner hochalpinen Landschaft und den ausgezeichneten Straßen ist Südnorwegen neben den Alpen eines der faszinierendsten Motorrad-Terrains in Europa. Das hohe Preisniveau Skandinaviens und das Wetterrisiko fordern allerdings gewisse Opfer. Dennoch sollte jeder Tourer sie einmal bringen. Es lohnt sich.
Fähren: Die Möglichkeiten nach Norwegen zu gelangen, variieren mit dem Abreiseort und dem Zeit- und Finanzkontingent. Die Möglichkeiten beginnen im Westen in Amsterdam und enden im Osten in Kiel. Dies sind die längsten, teuersten (bis zu 19 Stunden und ab rund 360 Mark einfach für eine Person mit Maschine), aber auch komfortabelsten Übernacht-Passagen. Kurz und preiswert geht es von Norddänemark aus (ab drei Stunden und 135 Mark einfach). Genaue Informationen gibt der ADAC, das Norwegische Fremdenverkehrsamt (siehe Information) sowie die Broschüre »Reisewege nach Skandinavien« für 9,80 Mark vom Achilles-Verlag in Hamburg, Telefon 0 40/23 06 96. Übernachten: Ganz klar, zum stilechten Norwegenurlaub gehört die Hütte (»Hytter«). Wer einen festen Standort möchte, hat es da leicht: Er läßt sich vom Norwegischen Fremdenverkehrsamt ein paar Agenturen nennen und bucht bei diesen sein Dach überm Kopf am Fjord seiner Wahl. Abenteuerlustige gucken vor Ort (vor allem auf Campingplätzen), wobei es in den empfehlenswerten Reisemonaten Juli und August ohne Reservierung knapp werden kann. Je nach Hütte und Personenzahl beginnt der Spaß bei etwa 50 Mark pro Kopf. Herrlich lebt es sich auch im Zelt, das nach skandinavischem Jedermannsrecht aufgeschlagen werden darf, wo immer es gefällt. Organisierte Touren: Norwegen ist nicht gerade das klassische Land für organisierte Touren, doch seit kurzem wirbt Branchenneuling Nordic Bike Adventure mit ein- bis dreiwöchigen Rundreisen. Näheres unter Telefon 00 47-38/15 66 94, Fax 38/04 77 18. Literatur: Zum Thema Norwegen haben alle nennenswerten Reisebuchverlage was zu bieten. Uns gefiel mit guten Hintergrundinformation das GEO Spezial »Norwegen« für 14,80 Mark und der gleichnamige Apa Guide für 44,80 Mark. Eine gewaltige Sammlung von touristischen Tips (Übernachtung, Fähren, Streckenvorschläge, ect.) liefert das Handbuch des Fremdenverkehrsamtes (siehe Information). Spezielle Motorradrouten enthält der Band »Skandinavien« der Edition Unterwegs für 29,80 Mark. Eine ausgezeichnete Übersichtskarte kommt von Ravenstein, »Norwegen/Schweden« in 1:800 000, die besten Detailblätter (1:325 000, fünf Stück) für Norwegen hat Kümmerly+Frey.Information: Hilfreiche Tips und außerdem für 14,80 Mark das umfassend informierende Reisehandbuch »Norwegen« gibt es beim Norwegischen Fremdenverkehrsamt, Mundburger Damm, in 22087 Hamburg, Telefon 040/22 71 08-10, Fax -15.

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