Chiemsee Jenseits der A8

Fast jeder kennt die A 8. Doch wer war schon mal jenseits davon, hat die tosende Asphaltmeile mutwillig verlassen? Na? Sehen Sie, es wird Zeit.

Foto: Daams
Chiemsee-Tour, MOTORRAD 14/2003
Chiemsee-Tour, MOTORRAD 14/2003
Lautes Rauschen zur Linken, so extrem, dass sich kurzfristig mein ganzer Körper verkrampft, bis der Sound wieder verebbt. Rechts leises Plätschern, wenn der See gemächlich über die moosbewachsenen Felsen der Uferkante schwappt. Oben strahlend blauer Himmel. Und unten scharfkantige Muscheln, die sich mir unsanft in den Rücken bohren. Und nur, weil ich’s mir kurz auf der Kaimauer bequem machen wollte. Hier an der Raststätte „Chiemsee“, an der A 8 München–Salzburg. Keine Ahnung, wie oft ich hier schon getankt, gegessen und aufs Wasser geschaut habe. Immer waren wir auf der Durchreise gen Süden. Und immer habe ich mir die Frage gestellt, ob es eigentlich ein Leben jenseits der A 8 gibt. Überprüft habe ich es nie.
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Foto: Daams
Chiemsee-Tour, MOTORRAD 14/2003
Chiemsee-Tour, MOTORRAD 14/2003
Wozu auch? Jedesmal wenn meine Fazer auf der A 8 wie ein Silberpfeil am Chiemsee vorbeigeschossen ist, stand das Ziel schon fest. Ab in den Süden, so schnell wie möglich. Hin zu kleinen, schmalen Sträßchen, wo ich mit der geschmeidigen Yamaha lässig ein paar Schlaglöcher umschiffe, flankiert von wilden Wiesen mit dichten Büschen, die dann und wann den Blick aufs glitzernde Meer freigeben. Unter Palmen wollte ich mich irgendwo am Strand ausstrecken und bei glühender Hitze in meiner Lederkombi rösten, während die Leinen bunter Segelboote beruhigend im Rhythmus der leichten Brise gegen die Masten schlügen. Wenn sich dann noch irgendwo am Horizont zackig ein Gebirge türmen würde... Perfekt!

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