Der lange Weg zum Kap

Der lange Weg zum Kap
Das Leben ist kurz und die Zeit zum Lesen knapp. Wohl dem, der sie nicht mit »Atempause« von Joachim von Loeben zubringt. Ein 184 Seiten langer Reisebericht, der guten Gewissens keinem literaturinteressierten Menschen empfohlen werden kann. Dabei klingt das Thema durchaus spannend: Ein Anwalt zieht sich für ein Jahr aus dem Job zurück, um einmal durch ganz Afrika zu fahren. Start in Köln, Ziel in Kapstadt. Die Maschine kauft er erst kurz vor der Reise, viel mehr als seinen Führerschein bringt er an Motorraderfahrung nicht mit, Fahren in schwierigem Gelände lernt er unterwegs. Stoff für Träume und Romane. Eigentlich. Nicht jedoch für von Loeben, der sich mit der Sprachgewalt eines Schulaufsatzes von Land zu Land, von Kapitel zu Kapitel schleppt. Von Afrika erfährt man bis auf his-
torische Abrisse wenig, vom Chaos des Reisenden, der beispielsweise ungezählte Male wegen falscher Treibstoffberechnung liegen bleibt, umso mehr. Schade, dass nicht mehr aus dem Traum geworden ist. Ajo
Atempause, Joachim von Loeben,
Highlights-Verlag, 184 Seiten,
ISBN 3-933385-36-9, 9,90 Euro.
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