Deutschland – Fernost (Infos)

Per Achse in den Fernen Osten zu fahren erfordert echten Abenteuergeist. Mit Zeit und guter Vorbereitung ist es aber realisierbar.

Dokumente, Geld
Neben Reisepass, nationalem wie internationalem Führer- und Fahrzeugschein ist zwingend ein Carnet de Passage notwendig, das der ADAC gegen Kaution ausstellt. Da es fast unmöglich ist, sämtliche Visa von zuhause aus zu organisieren und nicht alle an der Grenze erhältlich sind, besorgt man diese unterwegs in den größeren Städten der jeweiligen Nachbarländer. Zahlungsmittel sollte in drei Varianten dabei sein: Reiseschecks, Bargeld in Dollar und Euro sowie eine, besser zwei Kreditkarten. Am verbreitetsten sind Visa und Mastercard.

Die Strecken
Große Städte sind in der Regel über ein gutes Straßennetz zu erreichen und die Hauptrouten in den meisten Ländern passabel befahrbar. In Teilen Irans, Thailands oder Malaysias entsprechen viele europäischem Standard. Nebenstraßen entpuppen sich dagegen oft als Natur- oder desolate Asphaltpisten. In Laos und Kambodscha trifft dies auch auf etliche Hauptstrecken zu. Die Tankreichweite sollte 400 oder besser 500 Kilometer betragen, da in Nordpakistan und Nordindien sowie dem Iran das Tankstellennetz auf Nebenstrecken sehr dünn ist. Motorradtransport: Da Burma nicht durchfahren werden kann, muss das Motorrad per Luft- oder Seeweg von Kalkutta nach Bangkok verschickt werden. Luftfracht ist einfacher und schneller, aber dennoch zeitraubend. Kostete bei Thai Airways rund 400 Dollar inklusive Kiste und wurde von Lemuir Air Express, Global Logistics Soulutions 26, Shakespeare Sarani, Calcutta-700017, abwickelt. Telefon (91-33)2474326, -4327, E-Mail: ccu.airexpsls@lemuir.com.

Sicherheit
Da sich die Sicherheitslage im Nahen und Fernen Osten sehr schnell ändern kann, sollten nicht nur vor, sondern auch während der Reise stets aktuelle Informationen aus Zeitungen oder Internet eingeholt werden. Grundsätzlich galten die im Reisebericht erwähnten Länder während der Tour (2001/02) als sicher, eine wachsame Risiko-Einschätzung ist dennoch unerlässlich. Die viel größere Gefahrenquelle stellten allerdings der chaotische Straßenverkehr in Pakistan und Indien dar. In beiden Ländern sind äußerst defensive Fahrweise und Vorsicht angesagt. Versicherungsschutz für das Motorrad gibt es ab Pakistan nicht mehr.

Gesundheit, Ernährung, Übernachtung
Pflichtimpfungen existieren nicht, empfehlenswert ist jedoch Hepatitis A/B, Typhus, Diphterie, Tetanus und Polio. Da Malariagebiete durchquert werden, sollte eine Prophylaxe überlegt, wegen der Nebenwirkungen aber mit dem Arzt oder Tropeninstitut besprochen werden. Ernähren kann man sich fast überall in Schnellrestaurants und Garküchen am Straßenrand, wo es meist sehr leckeres Essen gibt. Da vermutlich nirgends deutsche Hygienestandards herrschen, bleiben Durchfälle nicht aus, zumindest am Anfang der Reise. Bis Pakistan kann man gut zelten, danach werden die Übernachtungsmöglichkeiten billig, aber auch einfach. Benzinkocher nicht vergessen.

Literatur, Infos
Für jedes Land einen Reiseführer mitzunehmen macht wenig Sinn. Besser unterwegs im Umfeld von Travellerstores und -cafés nach aktuellem Material umsehen. Karten gehören ins Reisegepäck, zumindest bis Indien. Nachrüsten kann man in Islamabad, Katmandu und Bangkok. Zur Planung solch einer Tour eignet sich Thomas Trossmanns »Motorradreisen zwischen Urlaub und Expedition« von Reise Know-How für 22,50 Euro. Weitere Infos und sogar einen Diavortrag bietet der Autor an: info-rueckenwind@web.de.

Das Motorrad
Zum Einsatz kam eine Honda Transalp, Baujahr 1999, mit folgenden Modifikationen: Verkleidung gekürzt, Handprotektoren und K&N-Luftfilter montiert, Kotflügel hochgesetzt, Lampenschutz und Lenkererhöhung konstruiert, 650er-Africa-Twin-Tank angepasst und auf 40 Liter vergrößert sowie die Sitzbank entsprechend umgebaut. Gepäcksystem mit Alukoffern und Alumotorschutz plus Werkzeugbox stammen ebenfalls aus Eigenfertigung. White-Power-Federelemente und eine selbst gebaute Gabelverlängerung um 30 Millimeter stimmten das Fahrwerk auf die höhere Belastung ein. Weitere Infos zu Umbauten unter www.transalp.de.
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